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An Kröpelins Mühle gibt’s vier Poké-Bälle

Kröpelin/Neubukow An Kröpelins Mühle gibt’s vier Poké-Bälle

Weltweit spielen wohl bereits 75 Millionen Pokémon Go – dazu gehören auch Kröpeliner und Neubukower

Kröpelin/Neubukow. „Wir sehen hier die Leute hochgehen mit ihren Handys“, beschreibt die Mühlenanwohnerin Diana Retzlaff schmunzelnd sichtbare Folgen eines in diesem Monat weltweit gestarteten Spiels für Smartphones, das auch in Kröpelin und Neubukow bereits seine Fans gefunden hat. Zum Beispiel ihre Tochter.

OZ-Bild

Weltweit spielen wohl bereits 75 Millionen Pokémon Go – dazu gehören auch Kröpeliner und Neubukower

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Die 15-jährige Elisabeth Retzlaff freut sich, wenn auf ihren I-Pad das Bild der Kröpeliner Mühle erscheint, das sie mit Fingerwischen zum Drehen bringen und so schließlich vier so genannte Pokébälle einheimsen kann. „Damit werfe ich dann die kleinen Monster ab“, sagt die Kröpelinerin, die es mittlerweile auf Level 5 des kostenlosen App-Spiels geschafft hat, das weltweit bereits 75 Millionen Mal heruntergeladen worden sein soll.

Die wichtigen Bälle gebe es in ihrer Stadt auch am Rathaus sowie am Bahnhof, weiß das Mädchen, das in Doberans Kamp-Schule geht. Per WhatsApp würden sich hier die Schüler auf dem Laufenden halten, wer ein neues Pokémon-Monster gefangen hat.

Wer einem Team beitritt, kann einen eingefangenen Pokémon in einer sogenannten Arena stationieren. Ist diese bereits besetzt, kann darum gekämpft werden, diese Arena quasi zu erobern. So eine Kampfarena ist in Kröpelin das Kriegerdenkmal für die Toten von 1914-1918, weiß Thomas Gutteck, der als Hauptamtsleiter im Rathaus arbeitet und in seiner Freizeit Internetseiten betreibt. „Ich habe mir das Spiel letztlich auch mal angeguckt, so als Familienvater, denn die Kinder waren auch gleich begeistert“, erklärt der Kröpeliner gegenüber der OZ und ergänzt: „Das mit dem Kriegerdenkmal finde ich aber makaber“.

Nach seinem Eindruck würden zu den Kröpeliner Poké-Stops „ganz schön viele“ mit ihren Smartphones pilgern – Einheimische, wie Fremde. „Über den Sinn der Spiels kann man streiten.

Letztendlich muss man aber sagen, es bewegt Leute, die spielen, nach draußen in die Natur“, schreibt Thomas Gutteck auf seiner Internetseite „Kröpelin aktuell“. Bei einer Abschlussfeier der 4.

Klassen in der vergangenen Woche an der Mühle war ihm zudem aufgefallen, dass diese überdurchschnittlich viele Besucher am Abend hatte: Ob dazu auch Pokémon Go beitrug? Aber natürlich ist auch nicht jeder vom Spiel begeistert. So stehen Ronny Kaether aus Rostock und Alina Sandy Ahrndt aus Kröpelin mit ihren Smartphones am Bahnhof – also einem Poké-Stop, an dem es Fangbälle geben soll – doch die beiden haben mit den kleinen Monstern nichts am Hut, oder nichts mehr. Denn der 27-jährige Ronny sagt: „Ich habe das Spiel mal kurze Zeit auf dem Handy gehabt, aber gleich wieder runtergeschmissen. Ich wollte nur gucken, wie es so ist. Das ist nicht so meins.“

Er könne sich nicht vorstellen, dass die Bilder nicht gespeichert würden, die jeder mit seiner Kamera auf Pokémon-Jagd einfängt. Die Berechtigung dazu hätten die App-Betreiber ja, sagt der künftige Zeitsoldat bei der Bundeswehr.

Alina Sandy Ahrndt interessiert das Spiel nicht, sagt sie.

Der Neubukower David Krutikov, der am vergangenen Montag 14 wurde, ist dagegen sehr an Pokémon Go interessiert. Er kennt die Regeln, kann den Ablauf anschaulich erklären: „Ich würde gern mitspielen, doch mein Handy ist nicht kompatibel – ich bräuchte ein anderes Betriebssystem“, sagt der Junge, der in der Freien Schule Rerik lernt. Er kenne Mitschüler, die bereits im 20. Spiellevel seien. „Sie spielen tagtäglich“, sagt David und nennt das Gute an Pokémon Go: „Wenn Kinder die ganze Zeit am Computer spielen, gehen sie gerade jetzt, wenn Sommer ist, raus und schnappen frische Luft.“

Aber er erwähnt auch eine negative Seite: „So wurde ein 15-Jähriger von einem Auto angefahren, weil er zu einem virtuellen Pokémon hingerannt ist – das hat auch mich schockiert“, sagt der Junge, der später mal „IT-Fachinformatiker“ werden möchte.

Der gelernte Glaser und Wahlneubukower Nizar Naseef spielt schon seit zwei Wochen bei Pokémon Go mit. Er hat bereits 27 Monster gefangen – auch am Markt von Neubukow, Bälle soll es vorm Rathaus, am Bahnhof und an der Schliemanngedenkstätte geben, sagt der gebürtige Syrer.

Der neuen Politesse der Stadt, die am Markt täglich unterwegs ist, sind jedoch noch keine Pokémon-Jäger aufgefallen, wie sie sagt. Der Angestellte von „Foto-Schweiger“ am Markt, Hans-Joachim Ihli, erinnert sich dafür an drei Jugendliche, „die hier vorgestern mit ihren Handys rumgefahren sind – vor und zurück, immer mit ihrem Handy voraus, ich dachte, die haben ihr Navi an.“

Der Mitarbeiter des Ostsee-Hotels am Markt, Bernhard Krüger, meint dazu jedoch, dass so ja heutzutage jeder mit einem Smartphone rumlaufe und sagt voraus: „Wenn das so weitergeht, gibt es bald eine Helmpflicht für Fußgänger – weil alle aufs Handy schauen und dadurch zusammenstoßen können.“

Thomas Hoppe

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