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Bayern geben Wassermühle wieder Chance

Neubukow Bayern geben Wassermühle wieder Chance

Eigentümer sehen gute Zukunft für technisches Denkmal in Neubukow / Altes Silo wurde an Künstler verkauft

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Martin Gartmaier (l.) und Günther Rotter suchen einen Müller, der diese Maschinen wieder bedienen kann. „In Bayern geht es den Mühlen wieder dermaßen gut – finanziell – und mir haben hier eine super Mühle und es ist tote Hose. Das ist schade“, sagt Martin Gartmaier.

Quelle: Fotos: Thomas Hoppe

Neubukow. Männer werkeln an diesem Dienstagvormittag im Haus mit der historischen Wassermühle am Mühlentor.

OZ-Bild

Eigentümer sehen gute Zukunft für technisches Denkmal in Neubukow / Altes Silo wurde an Künstler verkauft

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Ich streite doch nicht gegen mich selber. Der Anwalt vom ,Staun’ wird auch von meinen Steuern bezahlt.“

Günther Rotter ärgert fehlendes Wasser

Gibt es was Neues? „Ne, herrichten tun mir heut’“, antwortet Martin Gartmaier (67) – einer der drei oberbayrischen Gebäudeeigentümer – und ergänzt: „Die haben uns die Scheiben eingeschlagen..., laufend.“

Ihm helfen gerade der Miteigentümer Günther Rotter (59) und Kumpel Josef Berger. Der dritte Hausbesitzer, Robert Köhler (57), „muss ja arbeiten“, wie Martin Gartmaier erklärt. Der heute 67-jährige Gartmaier ist nach fünfeinhalb Jahren als Chef des Bruckmühler Sozialkaufhauses der Diakonie in Rente gegangen, sein Kompagnon Günther, der einst Entwicklungsingenieur in der Elektronikbranche und da vor allem mit Automatisierungstechnik für Wasserkraftanlagen und Automobilwerken beschäftigt war, ist mittlerweile erwerbsunfähig.

„Wir beide sind nun Rentner, haben so mehr Zeit und werden jetzt öfter hierherkommen. In diesen Tagen räumen wir in der Mühle auf, entmüllen und entsorgen sie. Das ist unser Spiel“, erläutert Martin Gartmaier. Beide reden davon, dass sie versuchen wollen, einen Müllermeister zu bekommen, der die Mühle so herrichtet, dass sie wieder arbeiten kann und sie dann erneut betreibt. Sie sehen in diesem Neubukower Gebäudekomplex aber auch für sich „Ausweichquartiere“, wenn sie „mal rauffahren“, wie sie sagen.

Das 1936 gebaute Getreidesilo gegenüber gehörte ihnen bis 2015 ebenfalls, bis sie es an einen Künstler im Westen Deutschlands verkauft haben: „Er macht Großkunstwerke aus Wassertürmen und Silos Er hat sich das Neubukower Gebäude erstmal gesichert, weil er noch eine Mühle kaufen will und mehrere Projekte am Laufen hat“, erklärt der Rosenheimer Günther Rotter dazu.

Die Wassermühleneigentümer verhehlen aber auch nicht ihren Ärger darüber, dass im Mühlenteich viel zu wenig Wasser sei und ihre Mühle deshalb nicht mehr arbeiten könne. „Es gibt ein Gutachten, das vor 20 Jahren über den Soll- und Ist-Zustand der Mühle herausgegeben worden ist. Da steht bereits drin, dass es das Ziel ist, diesen Weiher zu senken, zu verlanden. Wir haben das damals reklamiert, an das ,Staun’ (damals Staatliches Amt für Umwelt und Natur, d.R.) geschrieben“, erinnert sich Martin Gartmaier. „Doch der Brief kam unbeantwortet zurück und wir mussten 2013 schließlich mitteilen, dass unsere ganze Technik nicht mehr funktionsfähig ist, weil der Wasserpegel im Weiher einfach zu niedrig ist“, ergänzt Günther Rotter.

Mehr würde er in dieser Sache aber nicht machen, weil er vor Gericht ja sonst gegen sich selbst streiten müsse, denn der „Rechtsanwalt des Staun“ (heute Staatliches Amt für Umwelt und Landwirtschaft) würde ja auch von seinen Steuergeldern bezahlt.

An einen Mühlen-Verkauf denke er im Moment jedoch nicht, betont der 59-Jährige und Martin Gartmaier lässt sogar ein paar neue Zukunftsideen gucken: „Neben der Wiederinbetriebnahme der Mühle mit Elektroantrieb, haben wir auch vor – aber das ist wirklich noch Theorie – für ältere Menschen hier ein Lokal einzurichten.

Wir werden also nicht auf die Jugend losgehen, sondern auf das ältere Semester. Hier oben gibt es ja jetzt eine Art Altersheim. Dann würden wir Abwechslung bieten können – die wollen ja auch mal raus. oder wir richten hier mehrere Ferienwohnungen ein.“ Sie seien durch Kühlungsborn gefahren und hätten gesehen, „was da vorne abgeht“ – Neubukow erscheine dagegen tot. Dabei sei die erste Reihe an der Küste immer voll und für Familien zu teuer, „aber hier in der zweiten Reihe ist ja nichts da“, meint Martin Gartmaier und unterstreicht: „Mecklenburg ist ein sehr schönes Land“. Günther Rotter pflichtet bei: „Es ist wunderbar“.

Thomas Hoppe

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