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Kröpelin Das Projekt Bahnhofstraße und sein Echo

Kröpelin: Insbesondere bei Anwohnern der Wismarschen Straße gibt es zunehmend Bedenken

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Wo jetzt der Regionalzug die Wismarsche passiert, könnte künftig eine größere Kreuzung entstehen, auf die dann die ausgebaute Bahnhofstraße mündet.

Kröpelin. Straßenbau bewegt die Menschen und wenn es sich quasi um eine „Großbaustelle“ handelt, bewegt die Baumaßnahme viele Menschen. So auch der schon seit 1992 geplante Ausbau von Bahnhof- und Ladestraße in Kröpelin.

OZ-Bild

Kröpelin: Insbesondere bei Anwohnern der Wismarschen Straße gibt es zunehmend Bedenken

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Als es dafür um die Vergabe des Auftrags zu Planung des Baus einer Bushaltestelle am Bahnhof ging, unterstrich auf der 18. Stadtvertretersitzung der Chef des hiesigen Ausschusses für Finanzen und Liegenschaften, Thorsten Ruf (CDU), dass der Ausbau „für den Haushalt einer Stadt wie Kröpelin eine Großbaustelle sei. Kröpelin werde nämlich zwei Millionen Euro vorschießen und in den Haushalt 2017 einstellen und somit auf andere größere Projekte verzichten müssen. Volksvertreter Paul Schlutow (Freie Wähler) ging zu diesem Thema damals auf den „nur begrenzten Nutzen“ des Straßenausbaus ein und erklärte, dass dann der überörtliche Verkehr von der Autobahn auf eine kommunale Straße laufe, bei nur „kleiner Entlastung der Bützower Straße und der Schulstraße“. Dafür werde es zu einer starken Belastung der Einwohner in der Wismarschen Straße sowie am Knotenpunkt Einmündung am Pferdemarkt kommen, ergänzte Kröpelins Altbürgermeister (1999 bis 2008). Doch sein Antrag, die Planungen auf Eis zu legen, bis alle Finanzfragen geklärt seien, wurde mehrheitlich abgelehnt. Bereits in der vorausgegangenen Bauausschusssitzung hatte sein Mitglied Guido Winkler (Freie Wähler) dazu betont: „Wir reden bei diesem Straßenprojekt von einem Eigenanteil von mindestens 500000 Euro. Und ich denke, wir haben in Kröpelin viele andere, wichtigere Baustellen als den Ausbau der Bahnhofstraße. Also ich finde das unvernünftig, überhaupt noch weiter zu planen.“ Doch die entsprechende Auftragsvergabe zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung allein für die Bushaltestelle passierte die Gremien – die Kostenhöhe wurde anfangs mit rund 185000 Euro beziffert. Diese Entwicklung rief dann auch den Anwohner der Wismarschen Straße Volker Hinrichs auf den Plan, der warnte: „Die Anwohner der Wismarschen Straße werden möglicherweise durch die überdimensional zunehmende Nutzung für dann erforderlich werdende Reparaturen zur Kasse gebeten“. Er erinnerte an Vorstellungen vom Anfang der 90er Jahre, als man eine Fortführung der Bahnhofstraße „parallel zum Bahnkörper“ besprochen hätte, die auf die Umgehungsstraße münde (die OZ berichtete).

„Für die Stadt gibt es kein vernünftiges Verkehrskonzept“, meint jetzt die Anwohnerin der Wismarschen Straße Christine Borgwald gegenüber der OZ. Durch die Einbahnstraßenregelung in der Bützower Straße müssten derzeit jene, die von der Autobahn kommen, „durch die ganze Stadt toben“. Deshalb verstehe sie alle, die eine offene Bahnhofstraße begrüßen würden: „Man hat ja keine kurze Strecke in die Stadt, das ist schon blöd“. Doch stellt sie die Frage in den Raum, ob man nicht für die Bützower eine andere Lösung finden könne. Zudem liege ja noch der Bürgervorschlag im Rathaus, in der Hauptstraße nur noch 30 km/h zuzulassen. Wenn die Stadt die L 11-Trasse, die durch Kröpelin laufe, übernehme, könne sie das so regeln und auch den Lkw-Verkehr auf die Umgehungsstraße leiten. Der Ausbau der Bahnhofstraße koste dagegen ein Vermögen – und sie müsse dann, als kommunale Straße – von den Kröpelinern auch unterhalten werden. Eine „totale Katastrophe“ wäre für sie, die nahe des Bahnübergangs eine Pension betreibt, wenn bei der Rotphase der Ampel brummende Motoren vor den Gästezimmern stehen. „Die Belastung durch den Verkehr, auch durch Raser, ist hier jetzt schon grenzwertig. Wenn dann die Bahnhofstraße offen ist, wird die Lärmbelästigung unerträglich werden“, meint Christine Borgwald.

„Dem Thema muss man sich stellen. Wir ziehen natürlich Verkehr von einer Landesstraße auf eine kommunale Straße, was für diese eine deutliche Mehrbelastung bedeutet und zur Folge hat, dass unsere Straße öfter erneuert werden muss. Das geht natürlich auch zu Lasten der Anwohner dort. Da muss man gucken, welche Wege man gehen kann“, meint dazu der Kröpeliner Hauptamtsleiter Thomas Gutteck.

Eine Frau, die seit 1962 an der Wismarschen Straße wohnt, aber nicht namentlich genannt werden möchte, würde die geplante Wiedereröffnung der Bahnhofstraße begrüßen: „Die Umwege durch die ganze Stadt sind schlimm, auch wegen der Bützower Einbahnstraße. Abgase sollen doch verringert werden, aber ich fahre zwei Kilometer Umweg.“

Thomas Hoppe

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