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„Das geht nur hier in Pepelow“

Pepelow „Das geht nur hier in Pepelow“

Am Salzhaff baut Medizintechnikhersteller preisgekrönte Kameras und auch Sensoren für den Leistungssport

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„Seehund“ ist in Pepelow wieder ein Hingucker geworden. Fotos (6): T. Hoppe

Pepelow. Bei Kreativität und Innovationsgeist sind in diesem Jahr im Land Pepelower an der Spitze.

OZ-Bild

Am Salzhaff baut Medizintechnikhersteller preisgekrönte Kameras und auch Sensoren für den Leistungssport

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So übergab am Dienstag der Verbund der Technologiezentren in MV seinen „Inno Award 2016“, der oben beschriebene Qualitäten würdigt, an die „Diaspective Vision GmbH“ am Salzhaff. Die Pepelower belegten mit ihrer „hyperspektralen Kamera-Technologie“ den 1. Platz und erhalten damit 5000 Euro in bar und bekommen für 5000 Euro Sachleistungen eines teilnehmenden Technologiezentrums.

Den Geschäftsführer, Dr. Axel Kulcke, freut das natürlich – auch für sein Team von insgesamt rund zehn Mitarbeitern in Pepelow: „Sie machen die Arbeit!“, sagt der Chef achtungsvoll und ergänzt: „Wir haben damit eigentlich noch nicht gerechnet, dass das so früh kommt. Die Finanzierung hatten wir im Februar durch – wir sind ja hier in der Strandstraße 15 zwei Firmen (Diaspective Vision und Oxy4, d.R.) und beide noch im Wirbeln. Zurzeit sind zehn von unseren Kameras deutschlandweit im Klinikeinsatz – dazu gibt es täglich Kontakte mit den Ärzten.“

In der Uniklinik Rostock würden z.B. durchtrennte Mäuseadern mit Arznei wieder aufgebaut, was eine Pepelower Kamera zur Analyse der Wundheilung beobachtet. Oxy4 arbeitet u.a. an Sensoren für Leistungsdiagnostik im Sport.

Es ist nicht der erste Innovationspreis für Axel Kulcke, der in Göttingen Physik, Chemie und Sportwissenschaften studiert hat. Urkunden im Büro des gebürtigen Bremers künden davon. Zum Beispiel, dass er 2010 in „Deutschland – Land der Ideen“ an einem der „ausgewählten Orte“ mit seiner damaligen Hamburger Arbeitsgruppe eine wichtige Sache entwickelte – es ging um „Lebenderkennung von Fingerabdrücken“: Keine Chance mehr für Kunststoff-Fälschungen oder gar abgetrennte Finger. Mit der Rostocker Firma Senspec erhielt Dr. Kulcke 2014 den Ludwig-Bölkow-Technologiepreis von MV für ein Monitoring-System zur Analyse von Blut- und Gewebeparametern. Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) kürte 2010 eines seiner Recycling-Projekte als Jahressieger.

Im Bereich von Recycling-Sortiermaschinen verweist der heute 52-Jährige dann auch auf eine ganze Reihe von Patenten und Beteiligungen an Kamerafirmen: „Ich habe da eine relativ große Karriere und reifte die Spektrometertechnologie mit den Firmen so weit aus, dass wir da zurzeit weltweit die Besten sind. Da ich aber Sportwissenschaften und Medizin studiert habe, bewegte ich mich wieder in den Gesundheitsbereich.“ Dort entwickelte er gemeinsam mit „ein paar Leuten“ diese Technologie so weiter, dass sie mit einer kleinen Infrarot-Kamera funktioniert, die in Sekundenschnelle auf hochaufgelösten Falschfarbbildern Parameter wie Größe, Durchblutung, Feuchte sowie Entzündungs- und Infektionsanzeichen von Wunden erkennen kann. Erst in der vergangenen Woche sind – nach Angaben von Dr. Kulcke – von einem weltweit anerkannten Wunddiagnostiker aus Dessau Transplantationsfotos in Pepelow angekommen, die den Nutzen der Kamera-Technologie von Diaspective Vision belegen. „Nach einer Gesichtsoperation war die transplantierte Haut augenscheinlich abgestorben. Die Kamera nahm jedoch ihre Durchblutung auf, die Sauerstoffsättigung und die Blutkonzentration. Demnach müsste der neue Hautlappen in Ordnung sein“, sagt Axel Kulcke und ergänzt: „Fünf Tage später riefen die Ärzte an, die Prognose der Kamera war richtig.“

Nach Pepelow ist der Vater dreier Kinder – sowie einstiger Ausbilder für Surfer und Skifahrer an der Sport-Uni Göttingen – durch’s Surfen gekommen. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Pepelower Surf-Schule-Geschäftsführer Olaf Winkelmann, war Axel Kulcke in den 90er Jahren vom Surfrevier Zierow (nahe Wismar) ans Salzhaff gewechselt. Vor sechs Jahren kaufte er in Pepelow ein „Ferienhaus“.

Damals arbeitete er noch in Österreich. Jetzt ist es längst sein Hauptwohnsitz geworden und der einstige Globetrotter und Ostseefreund sagt lachend: „Das ich das alles mache, geht nur in Pepelow, weil ich hier nicht fahren muss!“

Impulse, diese Firma hier aufzubauen, in der das Land Mitgesellschafter ist, kamen laut Dr. Kulcke auch vom Rostocker Amadeus Holmer, Diplomingenieur und Windsurfer, sowie vom Lübecker Experten für Wundsensorik, Dr. Dr. Jörg Marotz – dem heutigen Leiter für Forschung und Entwicklung in Pepelow. Den Firmensitz, das Haus „Seehund“, brachte Franz Beckert in den letzten Jahren wieder auf Vordermann und dessen Tochter Steffi, eine Kulturwissenschaftlerin, kümmert sich um die Administration. Drei bis vier offene Stellen gebe es aber noch für Informatiker und Elektroniker, so der Geschäftsführer.

Thomas Hoppe

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