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„Die Kröpeliner befürworten das Ganze“

Kröpelin „Die Kröpeliner befürworten das Ganze“

Die Politesse Nadine Holle bescheinigt den Bürgern Aufgeschlossenheit für mehr Ordnung in der Stadt

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Helmgard Christoph (l.) bekommt von Kröpelins Politesse Nadine Holle gezeigt, wie sie am Markt für eine Viertelstunde kostenlos parken kann.

Quelle: Foto: Thomas Hoppe

Kröpelin. „Wenn Sie nicht länger als eine Viertelstunde hier stehen wollen, haben wir eine Brötchentaste – wissen Sie das?“, fragt die Politesse Nadine Holle freundlich eine Kröpelinerin, die am Automaten auf dem Marktplatz gerade ein Parkticket ziehen möchte. Helmgard Christoph antwortet überrascht: „Nein, das weiß ich nicht“ und lässt sich den Weg zum Gratisticket erklären.

OZ-Bild

Die Politesse Nadine Holle bescheinigt den Bürgern Aufgeschlossenheit für mehr Ordnung in der Stadt

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„Gott ja, wer guckt da oben nach“, entfährt es der Autofahrerin, und sie bedankt sich schließlich für die Hilfe: „Ja super, ne.“

Die Helferin betont noch, dass es für sie jedoch wichtig sei, dass diese Tickets dann auch hinter der Autoscheibe zu sehen sind. „Dann bin ich auf Nummer sicher und weiß, wie lange die Leute hier wirklich stehen – sonst kommt einer um die Ecke und erzählt mir, er sei erst zwei Minuten da“, erklärt die Politesse weiter. Man könne mit ihr aber über alles reden und manchmal reiche eine Ermahnung. Doch wenn es dann immer noch nicht funktioniere, müsse sie . . .

Seit Juni 2016 ist die gelernte Bürokauffrau, die vorher eine ganze Weile in der Hotellerie arbeitete und jetzt noch in Kühlungsborns „Fischkiste“, die Politesse für Kröpelin – acht Stunden in der Woche.

„Im Großen und Ganzen ist die Resonanz sehr positiv. Die Kröpeliner sind eben sehr offen dafür, definitiv. Es ist ganz minimal, was man wirklich mal Negatives erlebt. Die Leute sind sehr aufgeschlossen, bedanken sich auch für kritische Hinweise. Die Kröpeliner befürworten das Ganze“, betont die 37-Jährige.

Es gehe in ihrem Job ja nicht nur um den ruhenden Verkehr auf und rund um den Markt. Sie registriere auch das Gehwegparken, Verunreinigungen oder Bewuchs auf den Bürgersteigen, Verstöße gegen den Leinenzwang für Hunde in der Öffentlichkeit (von 6 bis 22 Uhr) oder die illegale Müllentsorgung: „Alles, was dem Stadtbild nicht gut tut.“

„Ich bin auch das Sprachrohr für unsere Bürger. Falls sie mal irgendetwas haben, dann können sie immer auf mich zukommen“, betont die Schmadebeckerin und führt Beispiele an, wo das schon funktionierte: „Bei abgestellten Schrottautos oder auf dem Kamp, als Leute zu mir kamen und kritisierten, dass beim neuen Spielplatz die Mülleimer fehlen würden. Dabei war der noch in der Bauphase und gar nicht eröffnet. Das konnte schnell geklärt werden“.

Dann sagt sie noch, was ihr wichtig ist: „Manchmal höre ich, das mit den Tickets ist alles Geldschneiderei. Das ist aber gar nicht so. Da sind wir sehr kulant“.

Ein Schwerpunkt, auch ein Unfallschwerpunkt, sei unten beim Kik in der Rostocker Straße. „Morgens gehen dort die Kinder zur Schule, und wenn da die Autos in der Kurve stehen in dieser Einfahrt gegenüber der Ladentür, dann ist das ganz schlecht einsehbar“, warnt die Mutter von zwei Kindern (6 und 14 Jahre). Da könne sie „nur laufen, laufen und die Leute ermahnen, dass sie sich da nicht hinstellen dürfen.“

Sie zeigt nebenan auf das behelfsmäßig verschlossene Loch an der Wand des Hauses mit Spielothek und Imbiss, wo jemand vor Monaten reingefahren ist: „Weil man zu schnell ankam – und hier ist Zone 30!“

Kröpeliner würden sie hin und wieder auch wegen des Parkplatzes hinterm Kik ansprechen, doch das sei ein Privatgrundstück, und da habe sie als Stadtmitarbeiterin keinen Einfluss, erklärt Nadine Holle. Ein Lächeln zieht über ihr Gesicht, als sie die Hauptstraße entlanggeht und in den parkenden Autos die geforderte blaue Scheibe liegen sieht: „Haben Sie gesehen, die Bürger haben alle ihre Parkscheiben drin und richtig eingestellt.“ Es mache immer wieder Spaß, als Politesse in der ganzen Stadt unterwegs zu sein, sagt die sportlich gekleidete Frau in der blauen Windjacke: „Zum Anfang war ich lahmer und jetzt, Turnschuhe an, und ab geht er.“ Für Sportliches hat sie ohnehin ein Herz, denn sie nennt sich einen großen Eishockeyfan (Piranhas) und fiebert mit der Hansa-Elf mit.

Selbstbewusst meint sie: „Man sieht mich als Respektsperson.“ Und wie zum Beweis sagt plötzlich ein Ortsteilbewohner, der angesichts von Nadine Holle auf dem Markt fix noch ein Parkticket gezogen hat, zur OZ: „Schönen Dank, dass Sie hier gerade das Interview gemacht haben, sonst hätte ich eine Knolle gekriegt. Ich stand noch am Auto und dachte, au Mann!“

Thomas Hoppe

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