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Edeka-Neubau: Grüne kritisieren Bebauungsplan

Kühlungsborn Edeka-Neubau: Grüne kritisieren Bebauungsplan

Kühlungsborner Ortsgruppe befürchtet, dass ein Biotop zerstört wird

Kühlungsborn. Vollkommen außerhalb der Reihe sonstiger Bebauung, riesengroßer Parkplatz, Auswirkungen auf Nachbarschaft: Dies sind nur einige Dinge, die die Kühlungsborn-Grünen in Sachen Neubau in der Reriker Straße zu bemängeln haben. Hier möchte Edeka seinen bestehenden Markt abreißen und neu aufbauen (die OZ berichtete). Dabei ist noch nicht entschieden, ob überhaupt gebaut wird. Darüber befinden die Stadtvertreter erst auf ihrer nächsten Sitzung.

Verdopplung der Verkaufsfläche

1500 Quadratmeter groß soll die Verkaufsfläche im neuen Edeka-Markt an der Reriker Straße sein – aktuell können Kühlungsborner und Gäste noch auf 700 Quadratmetern einkaufen. 1992 wurde der Edeka- Markt errichtet – der Bauausschuss empfahl jetzt einen Neubau.

Die Grünen-Forderung: „Kein Supermarkt-Neubau im Biotop“. „Die angrenzende Wiese ist ein Biotop mit natürlichem Bachlauf und Rückzugsort für Tiere – dort bauen zu wollen, ist abwegig“, sagt Oliver Radeke, Sprecher der Grünen-Ortsgruppe. Es seien keine Alternativen für den Neubau bedacht worden – etwa eine Aufstockung des Gebäudes, oder aber ein Stelzenbau, unter dem Autos parken können.

Radeke verweist auf einen Beschluss in der vergangenen Sitzung – zum Bebauungsplan 51. Dieser habe zum Ziel, weitere Versiegelungen von Fläche zu verhindern und innerstädtisches Grün zu schützen.

„Und unmittelbar angrenzend soll der B-Plan 50 nun erlauben, einen Bach per Tunnel zu kanalisieren, Bäume zu fällen, das Biotop zu versiegeln und einen Mega-Markt zu bauen“, wundert sich Radeke.

Bauausschuss für Neubau

Im Bauausschuss wurde das Thema Edeka-Neubau kontrovers diskutiert, fand schließlich eine Mehrheit. Ein Punkt, der befürwortet wurde: eine zentrale Versorgung für Anwohner. „Die Bevölkerungsstruktur in Kühlungsborn ist so, dass nicht jeder ein Auto besitzt“, sagt etwa Christian Mothes (Kühlungsborner Liste). „Deshalb wird der Markt in der Reriker Straße auch von vielen Fußgängern und Radfahrern angenommen.“ Warum deshalb der Parkplatz vergrößert werden soll, verstehe er nicht, sagt Oliver Radeke – „wenn doch die Kunden überwiegend mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Markt kommen“. Die Antwort liefert Mario Hoffmann, der den Edeka-Markt betreibt: „Das Haus und der Parkplatz wurden 1992 nach den damaligen Standards gebaut. Autos sind mit der Zeit immer länger und breiter geworden – die Parklücken sind viel zu schmal.“

Die Grünen kritisieren auch die anderen Bauausschuss-Mitglieder, die für dieses Vorhaben gestimmt haben. „Warum haben die sich so wirtschaftsfreundlich gebenden Fraktionen unserer Stadtvertretung nur den ökonomischen Vorteil eines Kaufmanns im Blick – zu Lasten aller anderen Einzelhändler der Stadt?“, fragt Sprecher Radeke. „Und warum kümmern sie sich nicht um die Ansiedlung von kleineren Einzelhandelsgeschäften und Kaufleuten im echten Ortszentrum West rund um die Hermannstraße?“

Statt dieses Gebiet zu beleben, hätte man sich stattdessen für einen Lidl-Discounter entschieden, „der natürlich dem einzelnen, selbstständigen Bäcker- und Metzger-Meister oder Gemüsehändler keine Chance mehr lässt“.

Kritik an Verwaltung

Ebenso habe die Verwaltung geschlampt und bei der Beschlussvorlage falsch aus dem Einzelhandelskonzept zitiert. Es gehe dabei um die Stärkung der direkten Ortszentren, nicht um die ortsnahen Nahversorgungsmärkte, machen Kühlungsborns Grüne deutlich.

Für diese werde der Erhalt sowie Schutz empfohlen. „Auch der Standort Edeka-West ist hier genannt“, sagt Oliver Radeke. „Schützen ja, vergrößern aber nein – so wurde es auch im Konzept von 2015 in der Stadtvertretung beschlossen.“

Mathias Otto

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