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Eine Goldgrube für Heimatgeschichtler

Neubukow Eine Goldgrube für Heimatgeschichtler

Vor 140 Jahren wurde Rudolf Goldschmidt in Neubukow geboren / Sein Schaffen hat viele Spuren hinterlassen

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Ein Diplom mit dem Namen des gebürtigen Neubukowers, Rudolf Goldschmidt, der auch im Hintergrund zu sehen ist. Die Bedingungen zur Erlangung des Papiers stehen unter www.amateurfunk-steinhude.de.

Quelle: DARC

Neubukow. Es gibt was Neues über den alten Goldschmidt: Seit 2015 bietet ein niedersächsischer Ortsverband des Deutschen Amateur-Radio-Clubs das „Goldschmidt-Diplom“ für lizensierte Funkamateure und Kurzwellenhörer. Dieses Dokument erinnert an die erste Funkverbindung zwischen Deutschland (Sender Eilvese bei Hannover) und den USA (Sender Tuckerton im Bundesstaat New Jersey) am 14. Oktober 1913.

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Vor 140 Jahren wurde Rudolf Goldschmidt in Neubukow geboren / Sein Schaffen hat viele Spuren hinterlassen

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Rudolf Goldschmidt ist eine der bedeutendsten jüdischen Persönlichkeiten Mecklenburgs.“Frank Schröder († 2014), Samuel-Haus

In die Weltgeschichte ging die „Großfunkstelle des Deutschen Reiches“ in Eilvese dann ein, als hier zu ihrer offiziellen Eröffnung — am 20. Juni 1914 — ein Glückwunschtelegramm für Kaiser Wilhelm II.

vom US-Präsidenten, Woodrow Wilson, per Funkverbindung via Tuckerton eintraf. Und alles dank der in Niedersachsen und New Jersey eingesetzten Hochfrequenzmaschinen, die der am 19. März 1876 in Neubukow geborene Rudolf Goldschmidt entwickelt hatte.

Als im Jahr 2011 die OZ ausführlich über das Leben und Schaffen dieses besonders erfinderischen Sohns der Stadt Neubukow berichtete, hatte sich nicht nur Stadtchronist Burkhard Albrecht begeistert über dessen Lebensleistungen geäußert und eine besondere Ehrung in der Stadt angeregt. Auch der damalige Leiter des Rostocker Max-

Samuel-Hauses, Frank Schröder sprach davon, dass Goldschmidt eine der bedeutendsten jüdischen Persönlichkeiten Mecklenburgs sei. Anlässlich des 100. Jahrestages der drahtlosen Übersee-Telegrammverbindung zwischen Eilvese und Tuckerton sollte in der Rostocker Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur Rudolf Goldschmidts extra gedacht werden: „Wir haben den Termin 2014 schon lange im Blick“, sagte damals Frank Schröder. Doch der plötzlich schwer erkrankte Diplomhistoriker ist am 13. Juli 2014 im Alter von 55 Jahren gestorben.

„Er hat uns eine Liste mit Namen und Themen hinterlassen, zu denen wir unbedingt Ausstellungen oder andere Veranstaltungen organisieren sollen. Auf dieser Liste steht auch der Name Rudolf Goldschmidt“, sagte dazu am vergangenen Donnerstag die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Max-Samuel-Hauses, Jascha Jennrich, am OZ-Telefon. Auch die Neubukower Hobbyhistoriker Burkhard Albrecht und Hans Albert Kruse haben Rudolf Goldschmidt nie aus den Augen verloren. Ersterer hatte sogar einen Termin mit Frank Schröder in dieser Sache vereinbart: „Wir wollten uns in der Schliemann-Gedenkstätte treffen und da wollte ich ihm einiges übergeben, z.B. die total interessante Broschüre ,Riesen im Moor‘ von Roswita Kattmann“. Sie hatte als Leiterin des Archivs vom Landkreis Hannover Nachkommen Goldschmidts in Großbritannien ausfindig gemacht und Kontakte mit der Londoner Lehrerin Philippa Goldie, einer Enkelin von Rudolf Goldschmidt aufgenommen. Die Frau, die ihren Opa allerdings nicht mehr kennengelernt hatte, müsste heute 51 Jahre alt sein. Ihre Telefonnummer, die Hans Albert Kruse aus seiner kleinen Goldschmidt-Sammlung zauberte, funktionierte gestern noch — mit Anrufbeantworter. Im Jahr 2000 hatte Pippa Goldie, wie sie sich selbst nennt, an den Neubukower Bürgermeister Walter Doll geschrieben und ein Bild ihres Vaters (des jüngsten von drei Goldschmidt-Söhnen) beigelegt, das ihn mit einem Pulsresonator zeigt — einem Vorläufer des EKGs, den Rudolf Goldschmidt erfunden hatte. Zur Marktreife brachte der Sohn Neubukows unter anderem auch einen elektrischen Hammer, der im Straßenbau eingesetzt wurde und ließ sich gemeinsam mit Albert Einstein ein Knochenleit-Hörgerät (gedacht für die Sängerin Olga Eisner) patentieren.

Von Thomas Hoppe

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