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„Endlich kriegt Kröpelin einen Eisladen“

Kröpelin „Endlich kriegt Kröpelin einen Eisladen“

So wünscht es sich der Jüngste vom Bürgermeisterkandidaten, doch der setzt noch andere Prioritäten

Kröpelin. Der parteilose Kröpeliner Thomas Gutteck möchte am 26. Februar zum Bürgermeister von Kröpelin gewählt werden.

 

OZ-Bild

Ulrike und Thomas Gutteck vor ihrem Haus in Kröpelin, in dem folgender Wandspruch die Besucher empfängt: „Wir glauben nicht an ,Sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende’, sondern wir glauben an ,Für immer chaotisch, manchmal distanziert, aber trotzdem völlig ineinander verliebt’.“

Quelle: Foto: Thomas Hoppe

Bevor er mit diesem Wunsch an die Öffentlichkeit trat, hat er den Schritt mit seiner schwangeren Frau und den beiden Söhnen (7 und 11 Jahre) besprochen. „Wir haben zusammen gesagt, dass die Familie mitspielen muss und akzeptieren sollte, dass viele Veranstaltungen, die auch den Bürgermeister betreffen, durchaus mal abends sind“, blickt der 38-Jährige zurück und betont, dass die einhellige Reaktion gewesen sei: „Das kriegen wir auf die Reihe“. Der Jüngste soll dabei noch auf folgenden Dreh gekommen sein: „Das ist total gut, dann kann Papa bestimmen, dass wir hier endlich mal wieder einen Eisladen bekommen“. Der Papa will ihm aber sogleich erklärt haben, dass er das im Falle eines Falles gar nicht könne. Ein Bürgermeister habe die Beschlüsse der Stadtvertretung umzusetzen. Jetzt sagt er aber immerhin: „Mal gucken, was daraus wird“. Der Bürgermeister habe ja auch Beschlüsse vorzubereiten, er sei das Bindeglied zwischen allen. Worum er sich als Bürgermeister in erster Linie kümmern würde, hat er seinen potenziellen Wählern auf ein Faltblatt gedruckt, das er in diesen Tagen unter die Leute bringt. Dazu stellte er biografische Angaben und ein paar Sätze, die betonen, wie wichtig das „Wir“ für die Zukunft Kröpelins sei. Das alles ist auch im Internet zu lesen (www.kroepeliner.de).

Die Linken luden ihn am vergangenen Montag zur Vorstellung ein. „Also das ist überfällig, dass er sich vorstellt“, bringt es der Kröpeliner Geschäftsmann Herbert Schütt auch für seine Kunden auf den Punkt und sagt: „Denn langsam möchten wir wissen, wen wir denn wählen dürfen“. Bürgerin Rosmarie Westendorf, die gemeinsam mit Bruno Hasse seit Jahren zu den sehr wenigen gehört, die kaum eine Stadtvertretersitzung verpassen, wartet ebenfalls noch auf „den Moment, wo er sich mal öffentlich vorstellt – da werden bestimmt mehr Leute kommen“, sagt sie zur OZ. Den Flyer hat sie noch nicht erhalten. Thomas Guttecks Auftreten in den Stadtvertretersitzungen – ab 2009 bis 2014 in der SPD-Fraktion und dann als Hauptamtsleiter – ist ihres Erachtens nach „ganz ordentlich“ gewesen.

Zu seinen Prioritäten als Bürgermeister zählten eine bürgerfreundliche Verwaltung, die Schaffung von Eigenheimbauplätzen in der Stadt („um Einwohner zu halten“) wie auch die Stärkung der Kröpeliner Betriebe und Vereine, wie der Kandidat zur OZ sagt. Und er ergänzt: „Ich habe bis jetzt durchweg ein positives Feedback bekommen“. Viele hätten ihm gegenüber insbesondere begrüßt, dass „endlich mal eine andere Generation“ ans Ruder wolle und dabei „nichts Eingefahrenes“ zu erwarten sei. Der in Kühlungsborn als Sohn einer Verkäuferin und eines Schiffselektrikers geborene und in Kröpelin aufgewachsene Thomas Gutteck ging hier bis zur 7. Klasse in die Schule, wechselte dann ans Gymnasium nach Bad Doberan, diente ein Jahr lang bei einer Panzer-Wartungstruppe der Bundeswehr nahe Lütjenburg, lernte danach als erster Nachwende-Azubi in Kröpelins Rathaus, noch unter Bürgermeister Karl-Heinz Schwarck, den Beruf des Verwaltungsfachangestellten und beendete 2005 sein vierjähriges Studium an der Hochschule Wismar als Sozialverwaltungswirt. Seine Diplomarbeit drehte sich um das Thema Regionalentwicklung, um die Folgen der Gründung des Naturparks Sternberger Seenland auf die dortige Gegend. Einer seiner Professoren damals, Bodo Wiegand-Hoffmeister (heute Rektor der Wismarer Hochschule) sagt am OZ-Telefon über Thomas Gutteck: „Ja, den kenne ich noch gut. Er war ein ganz aufgeschlossener und aktiver Student, der das Studium ganz ordentlich durchgeführt hat. Das war überhaupt ein gutes Klima in diesem ganzen Jahrgang damals.“ Nach dem Studium arbeitete Gutteck bis zum Wechsel ins Kröpeliner Hauptamt für das Online-Marketing des Tourismuszentrums Mecklenburgische Ostseeküste. Im Sommer 2008 hatte er seine Ulrike geheiratet, eine gelernte Kinderkrankenschwester, die dann im Kröpeliner Awo-Seniorenheim ihren Arbeitsplatz fand.

Im Jahr 2014 wurde der Kröpeliner Mitglied der ehrenamtlichen Gemeindefeuerwehr, ist mittlerweile Truppmann, macht gerade den Lkw-Führerschein und möchte in diesem Jahr noch die Maschinistenausbildung absolvieren.

„Zeit für Hobbys bleibt eigentlich nicht mehr viel übrig. Mein Motorrad habe ich verkauft, das Cabrio steht auch nicht mehr da – diese Themen sind vom Tisch. Geblieben ist eine Schwalbe (DDR-Kleinkraftrad, d.R.), die ich noch restauriere, aber das zieht sich auch irgendwie länger hin“, beantwortet der Kandidat eine entsprechende Frage und räumt ein, dass sein „Großer“, der ganz aktiv beim KSV Fußball spiele, natürlich auch möchte, dass der Papa am Spielfeldrand zuguckt. „Ja gut, dann macht man’s halt“, sagt der Vater. Da meldet sich gleich auch noch Kasper unterm Tisch, eine französische Bulldogge.

Auf seine bisherige Arbeit als Hauptamtsleiter schaut Thomas Gutteck zufrieden zurück: „Es gab viele Themen, die aufzuarbeiten waren – die haben wir auf Stand gebracht. Wir intensivierten die Kooperation mit den Stadtvertretern – mein Vorteil als Ehemaliger war dabei, dass ich sie alle kannte. Und wir sind auf einen guten Nenner gekommen. Das war ja vorher manchmal schwieriger.“ Er müsse natürlich sagen, dass man nach zehn Jahren in der freien Wirtschaft schon merke, dass es in einer öffentlichen Verwaltung halt nicht ganz so schnell gehe, auch wenn man will: „Das ist gewissen Hierarchien geschuldet – das ist manchmal traurig, aber da muss man sich dran gewöhnen und das Thema nicht aus den Augen verlieren.“ Das dürfte jedoch kaum passieren, denn Gutteck sagt auch: „Man geht hier nicht anonym durch die Gegend, ob beim Einkaufen oder Spazieren. Es kam auch schon oft vor, dass jemand bei uns geklingelt und gefragt hat, ob wir das oder das gesehen hätten. Das gehört dazu, ich bin Kröpeliner und mein Interesse dafür endet nicht, wenn ich mich im Rathaus ausstemple.“

Thomas Hoppe

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Dieses Foto mit Eisstrukturen am Kooser See – aufgenommen im Januar 2017 – schickte uns OZ-Leser Wolfgang Schielke. Eingefügt hat er ein Gedicht von Ernst Moritz Arndt (1769-1860). „Von mir ein stiller Gruß an den verehrten Namenspatron meiner früheren Universität“, schreibt Schielke, der von 1974 bis 1979 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald studiert hat.

Täglich erreichen die OZ-Redaktion weitere Leserbriefe zur Namensablegung der Uni Greifswald

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