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Für 500 000 Euro könnten „viele wichtigere Baustellen“ fertig werden

Kröpelin Für 500 000 Euro könnten „viele wichtigere Baustellen“ fertig werden

Kröpelin: Bauausschuss diskutierte Projekt Bahnhofstraße / Mehrheit für Planungsstart

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Nach Kröpeliner Vorstellungen sollen am Bahnhof in der Zukunft wieder Busse des öffentlichen Nahverkehrs halten und über die ehemalige Entlade- und Bahnhofstraße (im Bild) auch zur Bützower fahren können.

Quelle: T. Hoppe

Kröpelin. Mit fünf Ja-Stimmen empfiehlt Kröpelins Bau- und Planungsausschuss den hiesigen Stadtvertretern, den Auftrag zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung für den Bau einer Bushaltestelle am Bahnhof und für die Bahnhofstraße in einer Kostenhöhe von rund 185 000 Euro an eine Rostocker Ingenieurgesellschaft zu vergeben. Drei Ausschussmitglieder stimmten auf der Sitzung am vergangenen Montag dagegen.

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Vorausgegangen war dem Beschluss eine ausführliche Diskussion, zu der Bauamtsmitarbeiterin Cornelia Panke Zahlen und Fakten beisteuerte. Wie sie eingangs erläuterte, kämen zum potenziellen Hauptauftragnehmer notwendigerweise zwei Nachauftragnehmer aus Schwerin und Hoyerswerda dazu, die die Lichtsignalanlagen für die Kreuzung mit der Bahn und entsprechende Vereinbarungen übernehmen würden. In diesem Zusammenhang gebe es Unwägbarkeiten, für deren Finanzierung ein Sicherheitsbetrag von 10 000 Euro in Kröpelins Haushalt für 2017 eingestellt werden sollte. Wie Cornelia Panke aus einem Schreiben des Landesförderinstituts in Sachen Bahnhofstraße vom 2. September 2016 zitierte, hätten Institutsmitarbeiter den Kröpeliner Antrag auf die Bewilligung eines entsprechenden Investitionszuschusses vorgeprüft und bestätigen, dass die Fördervoraussetzung „vorbehaltlich einer detaillierten Prüfung“ im Grundsatz erfüllt werde.

Kröpelin möchte den öffentlichen Personennahverkehr und die Bahn zusammenführen und dafür eine Bushaltestelle am Bahnhof einrichten. Da es hier keine Wendemöglichkeit gibt, müssen die Busse aus beiden Richtungen kommen können. Das wurde zum Anlass genommen, einen entsprechenden Förderantrag beim Land zu stellen. Ministerium, Landkreis und Rebus würden das Projekt befürworten, hieß es.

Dazu wurde Ausschussmitglied Guido Winkler (Freie Wähler) dann grundsätzlich und sagte: „Wir reden bei diesem Straßenprojekt von einem Eigenanteil von mindestens 500000 Euro. Und ich denke, wir haben in Kröpelin viele, viele andere, wichtigere Baustellen, als den Ausbau der Bahnhofstraße. Also ich finde das unvernünftig, überhaupt noch weiter zu planen.“ Das sah die Ausschussvorsitzende Karin Reichler (CDU) anders: „Wir befassen uns mit dem Thema Bahnhofstraße schon jahrelang. Jetzt wird endlich eine Förderung von 70, 75 Prozent in Aussicht gestellt – die werden wir nie wieder kriegen und die bekommen wir auch nur im Zusammenhang mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Ich glaube, wenn wir die Bahnhofstraße haben, wird sich in Kröpelin auch verkehrsmäßig einiges anders machen lassen. Wir wissen eigentlich, dass diese Bahnhofstraße für uns wichtig ist. Sie könnte für Kröpelin eine Entlastung sein. Und deshalb bin ich froh, dass das Projekt jetzt so weit gekommen ist. Diese Sache sollten wir uns nicht entgehen lassen.“ Jürgen Borchardt (CDU) räumte dazu ein, „ähnliche Bauchschmerzen“ wie Guido Winkler gehabt zu haben. Doch er habe auch all die Jahre immer zu dieser Straße gestanden und jetzt seien die Verhandlungen so weit geführt, dass die Förderung bereits vorbehaltlich einer Detailprüfung zugesichert wurde: „Wenn wir das jetzt ablehnen sollten, werden wir nie wieder in den Genuss dieser Förderung kommen und brauchen dann vielleicht auch nicht mehr für andere Sachen Förderanträge stellen.“ Sein CDU-Fraktionskollege Thomas Lehner bekräftigte, dass das Thema Bahnhofstraße in Kröpelin „wirklich schon lange“ auf der Tagesordnung stehe. Doch er sehe einen deutlichen Kostensprung in den vergangenen fünf oder sieben Jahren von ursprünglich prognostizierten Kosten bei gut einer Million zu 1,7 Millionen Euro. Er plädierte dafür, zu schauen, was sich die Stadt „mit einem entsprechenden Nutzeffekt“noch leisten könne. Er sei zwar immer ein Verfechter der Bahnhofstraße gewesen, aber man solle schon darüber nachdenken, was man mit 500000 Euro Eigenmitteln an anderen Baustellen in der Stadt generieren könne und wie viele Bürger damit zufriedener gemacht würden, „als mit dieser einen Straße“. Als Gegenbeispiele führte er die Kamprampe, den Schulhof und Sanierungen in Ortsteilen an: „Überall sind Eigenmittel erforderlich.

Ihre Masse wird uns erschlagen“. „Nein, das wird sie nicht“, erwiderte Karin Reichler.

Der sachkundige Bürger Sven Becker von den Freien Wählern verwies auf die später für die Stadt anfallenden Kosten zur Unterhaltung der neuen Bahnhofstraße und legte dar: „Bei einer Entlastung eines kleinen Stücks der landeseigenen Bützower und der Schulstraße und einer Mehrbelastung von Wismarscher und Strandstraße, lassen wir uns dann unsere neue örtliche Straße ,kaputtfahren’ – und das für einen solchen Preis. Das tut mir leid, da werde ich nicht mitgehen.“ Das sei für ihn kein akzeptables Kosten-Nutzen-Verhältnis. Cornelia Panke erinnerte daran, dass die Stadtvertreter vor fünf Jahren eine Planauftragsvergabe beschlossen hatten, woraufhin die Grundlagen der Vorplanung erarbeitet worden seien, genau mit den Kostenbeträgen, die auch derzeit in Rede stünden. Das bestätigte Karin Reichler und unterstrich, dass sich die Stadtvertreter damals zu dieser Vorplanung bekannt hätten. Dafür seien auch bereits insgesamt rund 50 000 Euro ausgegeben worden.

Thomas Hoppe

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