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Fusioniert Kirch Mulsow mit Nachbarn?

Kirch Mulsow Fusioniert Kirch Mulsow mit Nachbarn?

Gemeindevertreter sind sich einig, dass die Bürger diese Frage rechtzeitig mitdiskutieren sollen

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„„Das entscheiden wir hier nicht allein, sondern müssten das Thema noch einmal in der Bürgerversamm- lung diskutieren.“Thomas Jenjahn, Bürgermeister, zur Zukunft der Gemeinde

Kirch Mulsow. Zwei Neu-Mulsower sind die einzigen Gäste aus der Gemeinde, die zur Volksvertretersitzung an diesem Mittwoch ins „Pendlereck“ gekommen sind. Seit Mai wohnt das Paar in der Dorfstraße und möchte nun etwas über die Gemeinde erfahren: „Es war uns wichtig, Sie kennenzulernen“, sagt die Frau und macht deutlich, dass sie und ihr Mann sich gern am Gemeindeleben beteiligen wollen.

 

OZ-Bild

Kirch Mulsow aus der Vogelperspektive. Mancher Bewohner der gleichnamigen Gemeinde sieht sich mit den Carinern zusammengehen.

Quelle: Foto: Rolf Barkhorn

Doch sie brechen schon nach der Einwohner-„Fragestunde“ auf und verpassen dadurch den Start einer spannenden Diskussion, die dann Thomas Jenjahn zum „Kernthema dieser Sitzung“ anschiebt.

Als es um den Beschluss der Volksvertreter über die Selbsteinschätzung nach dem Gemeinde-Leitbildgesetz geht, gibt sich die Gemeindevertretung im dazugehörigen Fragebogen des Städte- und Gemeindetages nach ausführlicher und offener Diskussion 65 von 100 Punkten. Sie bescheinigt sich damit nach den Bewertungsmaßstäben des kommunalen Spitzenverbandes „Zukunftsfähigkeit“.

Vorausgeschickt hatte der Bürgermeister zur Diskussion, dass die Gemeinde in finanziellen Belangen zwar bislang „immer das Glück“ gehabt hätte, gute Steuerzahler zu haben, doch zwei davon seien weggezogen und den Landwirten gehe es „das vierte Jahr in Folge auch schon nicht so gut“.

Schließlich sagt Thomas Jenjahn zu den anderen vier anwesenden Gemeindevertretern: „Wir können über die Punkte so viel philosophieren, wie wir wollen, die Kernfrage, die sich aus der Selbsteinschätzung ergibt, ist doch, wie sehen wir uns nach der Wahl 2019 ? Sehen wir uns da noch als eigenständige Gemeinde oder fusionieren wir?“ Wenn eine Fusion anstünde, ergänzt er, würden ja wohl nur Carinerland und Alt Bukow zur Auswahl stehen. Ausgehend von der „gesamten Struktur“ und den Kontakten der Ortsteile untereinander, würden wahrscheinlich die Beziehungen besser in die Gemeinde Carinerland hineinreichen als in Richtung Alt Bukow. Trotzdem gebe es nicht nur „viele Schnittmengen“, sondern „auch Sachen, wo wir unterschiedliche Ansichten haben“ (z.B. bei der Windkraft). Zudem kündigt er an, dass im Oktober/November die ersten Zahlen zum neuen Finanzausgleichsgesetz (FAG) kommen würden, bei dem z.B. das sogenannte Kopfgeld pro Einwohner erhöht werden soll.

Aber über solche Fragen würde der Gemeinderat nicht allein entscheiden, sondern sie müssten in einer Bürgerversammlung diskutiert werden, betont der Bürgermeister noch und pocht sogleich auf eine ordentliche Vorbereitung.

Olaf Giertz empfiehlt zu warten, bis die Zahlen des neuen FAG bekannt seien: „Jetzt braucht man darüber noch nicht zu diskutieren. So lange wir finanziell in der Lage sind, unsere Gemeinde zu halten . . . , warum sollten wir in eine größere geh’n? Für die Bürger wäre es beschwerlicher, die Ansprechpartner wären weiter weg.   Es wäre frag-

lich, ob Vertreter aus Kirch Mulsow in den neuen Gemeinderat gewählt würden“.

Thomas Hopp sagt dazu: „Ich bin von Anfang an dafür gewesen, dass wir mit Carinerland zusammengehen. Wenn ich sehe, was in Carinerland passiert, was allein die beiden Gemeindearbeiter bewegen. Im Vergleich zu Carinerland sieht es bei uns traurig aus.“ Zudem erinnert er daran, dass es früher schon mal einen ablehnenden Bürgerentscheid dazu gab und verweist darauf, dass es deshalb erneut einen geben müsse.

Peter Broschwitz hat nicht vergessen, dass Carinerland einst dagegen gewesen sein soll, dass Kirch Mulsow zwei Windenergieanlagen auf seinem Gemeindegebiet errichtete: „Wir sollten nichts haben“.

Holger Meyer sieht Vorteile, was die Infrastruktur und die Gemeindearbeiter betrifft: „In einem größeren Gefüge kann man die Kosten besser verteilen“. Dagegen spreche die Befürchtung, dass man als kleiner Partner „ein bisschen untergeht“.

Thomas Jenjahn ergänzt, dass Kirch Mulsow ja nicht bettelarm in eine Fusion ginge: „Noch haben wir eine Rücklage von mehr als 200000 Euro und sind seit 30. September schuldenfrei“.

Sein Fazit: „So oder so, wir machen es nicht ohne Beteiligung unserer Bürger. Wenn wir die Zahlen des neuen FAG haben, setzen wir uns als Gemeindevertreter zusammen und machen unsere Hausaufgaben“.

Der Selbsteinschätzung, dem „Punktemodell“, stimmen die Gemeindevertreter zu.

Thomas Hoppe

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