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Geschändete Grabsteine aufwendig saniert

Kröpelin Geschändete Grabsteine aufwendig saniert

Kröpelins Steinmetzbetrieb Lubetzki vollendet die Reparatur mutwillig zerstörter historischer Grabmale

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Steinmetzmeisterin Dagmar Lubetzki: „Hier müssen wir noch nachgravieren und mit Restaurierungsmörtel ausgleichen.“

Quelle: Fotos: Thomas Hoppe

Kröpelin. Noch klafft quasi eine Wunde in der Reihe jüdischer Grabsteine auf Kröpelins verwaistem Friedhof an der Umgehungsstraße.

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Kröpelins Steinmetzbetrieb Lubetzki vollendet die Reparatur mutwillig zerstörter historischer Grabmale

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Trotzdem ist das nichts im Vergleich zu den Zerstörungen, die hier am Morgen des 28. Januar dieses Jahres von der Bad Doberaner Polizei registriert werden mussten: Alle Grabmale dieser Reihe waren von Unbekannten zertrümmert worden – genau am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer das Holocausts (OZ berichtete).

Mitte Februar hatte Isabel Wenzel vom Polizeipräsidium Rostock auf Anfrage mitgeteilt, dass ein Laubeneinbrecher, der in der Tatnacht hier auf einem Nachbargrundstück geschnappt worden war, als Friedhofstäter ausgeschlossen werde. „Wir haben keine Täter“, war das Fazit der Polizeihauptkomissarin gewesen.

Im April erhielt dann der Kröpeliner Steinmetzbetrieb Lubetzki von den hiesigen Stadtvertretern den Auftrag, alles wieder zu reparieren. Der Sachschaden wurde mit 4065 Euro angegeben.

„Ach du Schande, das ist ja richtig Bruch“, war damals die erste Reaktion von Steinmetzmeister Oliver Lubetzki gewesen, als er die Zerstörungen sah. Seit dem Frühjahr hat er dann gemeinsam mit seiner Mutter und Steinmetzmeisterin Dagmar Lubetzki Stein für Stein wieder zusammengefügt. In einigen Fällen ließ sich nur durch den Vergleich mit alten Fotos ausmachen, wo mancher Steinsplitter hingehörte. „Wir mussten extra Sandstein-Restaurierungsmörtel einsetzen. Die Steine waren an vielen Stellen zertrümmert worden und beim Zusammensetzen passte dann nicht alles ganz genau. So mussten wir teilweise auch nachschleifen, zwischendurch musste der Mörtel trocknen. Wir haben natürlich nicht alles am Stück machen können“, wirft Dagmar Lubetzki ein Schlaglicht auf die aufwendigen Sanierungsarbeiten in ihrer Werkstatt an der Kröpeliner Lindenstraße.

Ganz alte Unebenheiten, die durch den Zahn der Zeit an den Grabsteinen entstanden waren, werden fortbestehen, die Vandalismusspuren getilgt. In der kommenden Woche soll alles fertig sein. Dann soll auch der fehlende Stein, der jetzt noch auf einem Werkstattwagen liegt, aufgestellt werden. Alles per Hand, denn schwerere Technik kommt auf den jüdischen Friedhof gar nicht rauf.

„Das war schon eine Herausforderung, zum Spezialkleber kam noch der Mörtel. Auch die hebräischen Schriftzeichen auf den Rückseiten der Steine mussten wir rekonstruieren“, sagt die 65-Jährige. Dazu konnte sie die Vorlagen für die im Mai 2012 vollendete Instandhaltung des Bau- und Bodendenkmals nutzen, die damals eine Muttersprachlerin aus Israel geprüft hatte.

Thomas Hoppe

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