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Gutshaus Danneborth verfällt: „Ich bin total geschockt“

Danneborth Gutshaus Danneborth verfällt: „Ich bin total geschockt“

Trotzdem zeigt Kulturgut-Freund weiter Interesse am Kauf des Anwesens

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Der Kölner Klaus-Peter Siegel (M.) sagt vor dem Gutshaus Danneborth: „Wenn man hier diesen Zustand sieht, ist man natürlich geschockt. Aber trotzdem ist es deutsches Kulturgut, das erhalten werden muss.“ Rechts seine Frau Iris Landers und links Freund Ulrich Schmidt aus Neubukow.

Quelle: Foto: Thomas Hoppe

Danneborth. „In erster Linie bin ich jetzt erstmal total geschockt“, sagte gestern Klaus-Peter Siegel nachdem er von einem Vororttermin am Gutshaus Danneborth kam.

Der Kölner bemüht sich seit Langem um den Erwerb des denkmalgeschützten Anwesens in der Gemeinde Carinerland, habe aber weder vom Eigentümer, noch vom Verwalter dazu eine Antwort erhalten. Trotzdem will Klaus-Peter Siegel den zunehmenden Verfall des Gebäudes nicht einfach hinnehmen. Deshalb hat er sich immer wieder an die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Rostock gewandt, deren Verhalten in der Sache kritisiert und auch dort sein Kaufinteresse bekundet.

„Es kann nicht sein, dass das Großkapital im Lande MV Baudenkmäler zerstört, um die eigenen wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen“, hatte der einstige TV-Mann noch im Januar in einem Schreiben an den Landkreis gegen den Eigentümer gewettert. Denn der Unternehmer hätte ja vor fünf Jahren genau gewusst, was er kauft, ergänzt Klaus-Peter Siegel später.

Seit Januar hatte eine wohl trügerische Ruhe in der Kommunikation beider Seiten geherrscht. Vor knapp zwei Wochen wandte sich dann der 58-Jährige an die Bürgermeisterin der Gemeinde Carinerland, Heike Chrzan-Schmidt. Er brachte dort seinen Ärger über den zusehenden Verfall des Danneborther Kulturguts zum Ausdruck und will angedeutet haben, auflagenstarke, überregionale Medien über die Danneborther Zustände zu informieren und sich an den Ministerpräsidenten zu wenden. Wenig später sei er vom zuständigen Sachbearbeiter für Denkmalschutz aus dem Bauamt des Landkreises, Andreas Baumgart, nach Danneborth eingeladen worden. Nach diesem Termin sagt Siegel nun: „Ich bin auch geschockt davon, was diese Denkmalbehörde überhaupt darstellt. Sie hat ja offensichtlich gar keine Möglichkeiten, hier irgendetwas zu bewegen. Sie haben seit dem Jahr 2000 keinen eigenen Haushalt mehr – haben also null Geld zur Verfügung! Sie können ja nicht mal eine Notsicherung machen, die hier ja schon lange dringend notwendig gewesen wäre, um es erst gar nicht so schlimm werden zu lassen, wie es jetzt ist. Was verwaltet der Mann denn? Wofür gibt es die Denkmalgesetze? Davon ist ja gar nichts umsetzbar in der Realität. Das ist doch alles eine Farce! Diese Gesetze gehören dringend überarbeitet – dass die Behörde auch was machen kann“.

Trotz des defekten Dachs vom Gutshaus, durchbrochener Zimmerdecken und tiefer Risse im Mauerwerk sagt der Rheinländer: „Machbar ist alles. In diesem Lande wurden schon ganz andere Objekte wieder aufgebaut, also auch das hier wäre natürlich machbar.“ Wichtig sei das Nutzungskonzept, und da schwebe ihm eine Art Senioren- Wohngemeinschaft für einstige Journalisten aus Berlin vor. Er sagt: „Ich kenne dafür Interessierte aus dem Medienbereich, die zuerst allein so ein Objekt gesucht haben, denen aber der bautechnische Überblick fehlt und als Einzelperson die Finanzkraft. Die haben konkret gesagt, wenn ich so ein Projekt angehen würde, würden sie als Mieter zur Verfügung stehen – vielleicht auch als Genossenschaft.“ Soll heißen, die Mieter würden auch finanzielle Mittel im Vorhinein für die Sanierung zur Verfügung stellen, die dann abgewohnt werden könnten. „Das wäre eine Möglichkeit, die wir im Auge behalten. Lieber wäre mir natürlich, wenn die Behörde an den Eigentümer rangehen würde, dass der seiner Erhaltungsverpflichtung nachkommt.“ Doch sein Kaufinteresse hat Siegel gestern erneuert und den Behördenmitarbeiter gebeten, das auch dem Eigentümer zu sagen.

Thomas Hoppe

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