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In Biendorf läutet’s täglich automatisch

Biendorf In Biendorf läutet’s täglich automatisch

Einzig verbliebene Glocke der mittelalterlichen Dorfkirche wird seit Anfang August per Zeitelektronik gesteuert

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Das Biendorfer Gotteshaus soll um das Jahr 1300 mit Feldsteinen errichtet und im Laufe der Zeit mit Backsteinen erweitert oder ausgebessert worden sein. Die Glocke läutet im verbretterten Turm (l.)

Biendorf. „Hier sah alles ganz schön furchtbar aus. Inzwischen ist fast alles gemacht worden und da haben wir gesagt, jetzt nochmal was ganz Schönes. Ich hoffe, dass nun alle sagen, es ist schön, dass es das gibt“, erklärt Karen Siegert.

OZ-Bild

Einzig verbliebene Glocke der mittelalterlichen Dorfkirche wird seit Anfang August per Zeitelektronik gesteuert

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Sie ist die Pastorin der verbundenen Kirchengemeinden Rerik mit ca. 700 Mitgliedern sowie Russow und Biendorf mit zusammen 250 Mitgliedern. Und sie spricht über die Automatisierung des Geläuts der Biendorfer Glocke.

Auf Beschluss des Kirchengemeinderats war diese 5000-Euro-Investition auf den Weg gebracht worden. Und etwa seit Monatsmitte beschert sie nun den Biendorfern täglich um 18 Uhr für fünf Minuten das Läuten ihrer einzig verbliebenen Kirchenglocke, die 1933 in der Apoldaer Gießerer Franz Schilling & Söhne gefertigt worden ist. Es soll noch eine ältere Glocke gegeben haben, die aber während des 1.

Weltkriegs für eine Waffenschmiede eingeschmolzen werden musste, weiß Elke Buttgereit aus Biendorf.

Bewegt wird die Glocke von einem Elektromotor, der nach den Vorgaben einer Zeitschaltuhr funktioniert. „Es ist ja nicht mehr so, wie es ganz früher war, dass man immer jemanden hat, der die Glocken läutet. Doch ich halte es für ganz wichtig, dass Kirchenglocken auch läuten, denn sie rufen die Frage nach Gott in unserem Ort wach, oder zur Besinnung“, sagt Pastorin Karen Siegert. Früher hätten die Glocken ja auch den Feierabend eingeläutet, heute könnten sie helfen, ein bisschen zur Ruhe zu kommen und den Tag noch mal zu überdenken. „Das war der Traum gewesen von uns, dass die Dorfkirche hier wieder intakt steht und die Glocke läutet – die für mich Himmel und Erde verbindet“, betont die Pastorin aus Rerik. Die Verwirklichung des Traums habe eine Weile gedauert, doch es sei ja eine ganze Menge gemacht worden: Die Wandbilder wurden restauriert, die Bänke gestrichen, die Fenster repariert, die pneumatische Orgel aus dem Jahr 1896 funktioniert, der verbretterte Glockenturm aus dem 18. Jahrhundert, die Holzdecke im Kircheninnern und der Fußboden wurden erneuert. Karen Siegert kündigt an, dass zum Erntedankfest am 25. September, die Glockenanlage feierlich in Betrieb genommen werden soll.

„Auch auf 24 Uhr am Silvesterabend ist sie bereits eingestellt, kann aber auch weiter per Hand betrieben werden, zu Beerdigungen, Taufen, Hochzeiten und natürlich zu Gottesdiensten“, erläutert die Pastorin weiter.

Nicht nur zu diesen Anlässen werde dann auch auf der Orgel gespielt, weiß Elke Buttgereit, die vor dreizehn Jahren aus Rostock wieder ins Dorf zurückgekehrt ist. Normalerweise sitzt die Kantorin Annemarie Göttsche am Instrument, sie sei zu gut 60 Prozent in Rerik, Biendorf, Russow angestellt und den Rest in Neubukow, heißt es. Aber donnerstags – zur offenen Kirche – ist hin und wieder Ursula Schneider ehrenamtlich an der Orgel im Einsatz, wie Elke Buttgereit berichtet. Hinzugekommen sei Annabelle Sachse aus Büttelkow, die kürzlich bei der Reriker Akademie für junge Organisten aus ganz Deutschland sehr gut gespielt hätte, ergänzt Karen Siegert und betont, dass das Mädchen zu Pfingsten in Biendorf zu den ersten drei Konfirmanden seit 20 Jahren gehörte.

Elke Buttgereit hat hier als Kind die Glocke noch per Fußbalken bedient und sich später an den Strick gehängt, der bislang das Geläut in Gang gebracht hat, wie sie erzählt. Jetzt schlägt die gebürtige Neubukowerin, die früher mit ihren Eltern zur Großmutter nach Biendorf gezogen war, zur Klang-Demonstration den Klöppel per Hand gegen die Glocke. Das ist auf der Facebookseite der OZ-Lokalredaktion Bad Doberan kurz zu sehen und zu hören.

Für Besucher geöffnet ist die Biendorfer Dorfkirche derzeit donnerstags von 15 bis 17 Uhr.

Thomas Hoppe

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