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Jubek setzt zum nächsten Zeitensprung an

Kröpelin Jubek setzt zum nächsten Zeitensprung an

Jugendklub stellte Antrag für Geschichtsprojekt über Kröpelin in der Weimarer Republik

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Musik hören, im Internet surfen und miteinander klönen — das zieht Jamie Hullmann, John Holdack, Matthias Sprengel und Maximilian Natzius (v.l.) immer wieder in die Kröpeliner Jugendbegegnungsstätte an der Schulstraße.

Quelle: Thomas Hoppe

Kröpelin. Die zwölfjährige Johanna aus Schmadebeck und ihre Freundin Lea (13) aus Rosenhagen schwören auf ein ruhiges und warmes Plätzchen mit freiem Internetzugang. Das finden sie alles in der Kröpeliner Jugendbegegnungsstätte „Jubek“ an der Schulstraße — und deshalb sitzen sie hier im Foyer mit ihren Smartphones auf einer Couch am Fenster und surfen zufrieden durch die Welt.

Im Raum gegenüber glucksen ein paar Bässe aus einer Box — hier chillen die Schüler Jamie Hullmann (15) aus Schmadebeck, John Holdack (16) aus Brusow sowie die Kröpeliner Matthias Sprengel (17) und Maximilian Natzius (17).

Letzterer kümmert sich zugleich am Laptop von Matthias auf der Seite Modhoster.de um die Ergänzung für ein Computerspiel.

Auf einem freien Couchplatz liegt ein in Leinen gebundenes kleines Buch: „Deutsche Volksbücher“ — darin haben die Jugendlichen geblättert, sagen sie, aber die Sprache erschien ihnen zu alt.

Dafür zeigt der Jubek-Leiter Martin Bartelt Verständnis, doch die vergleichsweise jüngere Geschichte möchte er den jungen Leuten schon etwas näher bringen. Deshalb bewarb sich die Jugendbegegnungsstätte für ein weiteres „Zeitsprünge“-Projekt, das vom Schweriner Arbeitsministerium und vom Landesjugendring unterstützt werden soll. Im vergangenen Jahr waren die Kröpeliner Jugendlichen mit einer 46-seitigen Broschüre dabei, die sie mit Bildervergleichen füllten, wie Kröpelin heute aussieht und wie die Stadt vor 30 Jahren ausgesehen hat. In diesem Jahr wollen die Jubek-Stammbesucher ihr Kröpelin in der Zeit der Weimarer Republik auf Postkarten widerspiegeln. „Wir müssen aber erst gucken, ob unser Projektvorschlag unterstützt wird“, sagt Martin Bartelt. Denn nur noch MV kümmere sich um die „Zeitensprünge“, alle andere ostdeutschen Länder seien von der Förderung abgesprungen. Mitte April, zur Auftaktveranstaltung des Landesjugendrings, wisse man mehr, meint Bartelt.

Nichtsdestotrotz haben die Jubek-Leute auch andere Pläne für dieses Jahr, wie ein Frühlingswochenende für Kinder vom 20. bis zum 22. Mai oder einen Besuch am Holocaust-Mahnmal in Berlin. Und die mittlerweile regelmäßigen „Kidsdays“, die immer mittwochs stattfinden — heute dreht der sich natürlich um Ostern — und die donnerstäglichen „Gruppenstunden“ — die letzte lief zum Thema Wahlen — kommen offenbar auch ganz gut bei den Jubek-Besuchern an. „Es ist cool, wie sich Martin für andere Leute einsetzt, am Kidsday oder donnerstags bei den Gruppenstunden, beim Sport“, betont zum Beispiel Matthias Sprengel. Und alle loben, dass ihr Leiter montags und dienstags manchmal den Klub eine Stunde länger offenhält. Denn sie wollen hier auch „zocken“, wie sie sagen — sie meinen damit auch das Tischtennisspiel. Die „Jubek“ ist gefragt: Als die Eingangstür des Jugendklubs wegen Altersschwäche ihren Dienst quittierte, stiegen die Jugendlichen monatelang durch ein Fenster in ihr Haus. Bis endlich die Versicherungen ihr Urteil gefällt hatten und die Stadt eine neue Tür einbaute.

Es soll acht bis zehn Stammbesucher geben. „Wenn donnerstags gekocht wird und in den Ferien kommen mehr“, sagt Martin Bartelt.

Er würde auch gern an den Wochenenden den Klub öffnen, aber dafür fehle es an der Mitarbeiterfinanzierung.

Von Thomas Hoppe

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