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Krempin: Ist nach jahrelangem Ärger Grabengestank nun passé?

Krempin Krempin: Ist nach jahrelangem Ärger Grabengestank nun passé?

Mulsower Agrar GmbH baggerte gestern Schlamm weg / Geteiltes Echo bei den Anwohnern

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Wolfgang Brandenburg von der Kirch Mulsower Agrar GmbH und sein Kollege säuberten gestern mit ihrer Technik diesen verschlammten Graben in Krempin. Fotos (4): Thomas Hoppe

Krempin. „Wir machen hier den Graben sauber“, sagt Wolfgang Brandenburg von der Kirch Mulsower Agrar GmbH und fährt an diesem sonnigen Freitagvormittag seine Baggerschaufel in den Schlamm vorm Krempiner Grundstück von Lidia Meyer und ihrer Familie.

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Mulsower Agrar GmbH baggerte gestern Schlamm weg / Geteiltes Echo bei den Anwohnern

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Sie sagt zu diesen Arbeiten: „Das hat ja auch lange genug gedauert. Im Oktober 2014 wollten sie es eigentlich schon ausbaggern. Jetzt im Februar/März, als es ein bisschen wärmer wurde, hat das Wasser im Graben ja schon wieder geschäumt und du hast es früh um sechse gerochen, wenn du zur Arbeit losgefahren bist“. Etwas skeptisch macht sie, dass hinter den „vor 20 Jahren“ angepflanzten Bäumen am Grabenrand „gar nichts“ rausgenommen wurde: „Dann wird ja auch bloß wieder die Hälfte gemacht.“

Bereits im März 2014 waren hier bei einer Gewässerschau Schaum, Schlamm und Gestank aufgefallen und der Graben ausgebaggert worden (OZ berichtete).

Danach hatte der Geschäftsführer vom Wasser- und Bodenverband „Hellbach – Conventer Niederung“, Dipl. Ing. Marco Schreiber, vor Ort zugesagt, dass das Wasser hier weiter beobachtet werde.

„Das wurde es auch, die ersten paar Wochen. Herr Schreiber war auch immer hier und hat geguckt, geguckt und geguckt – und das war’s dann auch wieder. Gut, die haben noch andere Sachen...“, meint eine weitere Anwohnerin des Grabens, Kornelia Rohn.

Marco Schreiber erinnert jedoch an Wasserproben, die hier damals die Untere Wasserbehörde des Landkreises genommen hätte, um herauszufinden, woran es wirklich gelegen hat. „Das war aber nicht zweifelsfrei herauszufinden gewesen und so habe ich mich auch wieder eingeschaltet, damit dieser Missstand dort beseitigt wird. Das sah ja schon wieder nicht mehr schön aus – es hatte sich erneut Schlamm gebildet. Fast so, wie vor zwei Jahren“, sagt er am OZ-Telefon und unterstreicht, dass die Kirch Mulsower das Ausbaggern übernommen hätten, ohne damit sagen zu wollen, dass sie die Verursacher gewesen seien: „Sie sind am dichtesten dran und haben die Möglichkeit das zu machen.“

Der Geschäftsführer der Kirch Mulsower Agrar GmbH, Thomas Hopp, sagt das so: „Wir haben uns bereiterklärt, in Absprache mit dem Wasser- und Bodenverband und der Naturschutzbehörde, dass wir den Graben saubermachen – fertig. Wir haben auch dafür gesorgt, dass der Teich an der Biogasanlage zugestöpselt wird, der Überlauf ist dicht. Von der Biogasanlage kommt nichts.

Das ist in Krempin ein stehender Graben, da läuft zu 90 Prozent auch nichts.“ Das sieht zum Beispiel Kornelia Rohn bislang anders. Die Krempinerin sagt auch jetzt noch: „Ausbaggern ist die eine Seite. Vor zwei Jahren wurde ja auch ausgebaggert. Was ist aber mit dem Rohr da oben, wo die Sch... ja rauskommt?!“

Nach ihren Worten war es der Nachbar von gegenüber, Harald Both, der kürzlich mit einem Anruf beim Umweltamt in Güstrow die neuerliche Ausbaggerung angeschoben hätte. „Dadurch ist das hier richtig in Wallung gekommen“, sagt Kornelia Rohn und erklärt: „Ihm hat es gelangt, es gab wieder Gestank hier und oben kam wieder was raus. Ein paar Mal wurde es ja im Vernünftigen versucht, es muss ja nicht immer so ein Ei draus werden, man kann ja gleich mal irgendwie reagieren. Hier wird gemunkelt, dass der Abfluss aus dem Waschhaus da oben kommen könnte, wo die Kannen und Bassins gewaschen werden oder wenn Rübenschnitzel für die Biogasanlage gewaschen wurden, da ging die Jauche richtig...“.

Harald Both begrüßt die Ausbaggerung und findet sie okay: „Dann ist es da sauber und das Wasser läuft wieder“. Er ergänzt aber auch: „Es kommt allerdings darauf an, was die da oben machen. Bisher war es immer in der Zuckerrüberperiode, wenn die gewaschen wurden. Das hat hier regelrecht gestunken, richtig faulig nachher. Wahrscheinlich lief da was über. Es konnte ja nicht so weitergehen, dass so die Umwelt verschmutzt wurde. Es wird doch von jedem verlangt, unsere Umwelt sauber zu halten. Mal sehen, ob die da oben beim Rübenwaschen dann vernünftig trennen, so dass nur sauberes Wasser abfließt.“

Marc Schreiber vom Wasser- und Bodenverband in Kröpelin geht nun davon aus, dass die Probleme am Krempiner Graben der Vergangenheit angehören. Da jetzt auch der letzte „theoretisch noch denkbare Ablauf des Teichs an der Biogasanlage“ verschlossen werde, könne man dann „mit hundertprozentiger Sicherheit“ sagen, „dass beim nächsten Mal nichts von der Biogasanlage runterkommt“.

„Wir werden jetzt noch häufiger hingucken. Doch am besten wäre es, wenn Anwohner umgehend Bescheid sagen, wenn schmutziges Wasser kommt und wir sofort gucken können. Im Nachhinein gibt es nur viele Mutmaßungen. Jeder sagt, der andere ist es gewesen.“

Thomas Hoppe

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