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Kröpeliner verbindet Klassik und Moderne

Kröpelin Kröpeliner verbindet Klassik und Moderne

In 100 Stunden baute Martin Hagen außergewöhnliches Meisterstück

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Meisteranwärter Martin Hagen: „In der Mitte ist der ,alte Teil’ aus Rüster- Holz und das Moderne greift von außen ein, hält das Alte fest.“ Die „Rippen“ wurden computergestützt aus Holzplatten gefräst.

Quelle: Fotos: Thomas Hoppe

Kröpelin. „Schön gebaut, wunderbar“, sagt Tim Bublitz aus Hamburg vor einem ausgestellten Sideboard in der Kröpeliner Tischlerei Timm und zieht eine Schublade heraus. „Das ist ja fantastisch, das ist schon etwas Besonderes, wenn man das so sieht – Holzauszüge, eingelassene Rollen in Holz, das ist wirklich etwas Schickes. Das sieht man nicht alle Tage“, schwärmt der VBH-Beschlägeexperte. Dann ruft ihn sein Auftrag weg und Martin Hagen kommt. Der 30-jährige Kröpeliner ist der Schöpfer des gerade gelobten Boards und erzählt kurz dessen Geschichte.

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In 100 Stunden baute Martin Hagen außergewöhnliches Meisterstück

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Denn mit diesem Meisterstück hat er am vergangenen Wochenende bei einer Prüfung durch die Handwerkskammer Rostock seine anderthalb Jahre Theorie und Praxis für Tischlermeisteranwärter gekrönt. Nach rund 100 Stunden Arbeit auch mit raren Rüsterholzplatten und einer rechnergesteuerten CNC-Fräsmaschine wurde das Teil mit einer Zwei bewertet. „Meine Idee war gewesen, das Altklassische mit dem Modernen zu verbinden. Eigentlich sollten wir einen Vollholzauszug machen“, sagt Martin Hagen und zeigt seine Umsetzung aus Holz und Skateboardkugellagern, die die Prüfungskommission zunächst gar nicht genehmigen wollte (siehe kleines Foto). „Aber ich habe sie dann doch überzeugt“, ist der junge Tischler zufrieden.

„Martin wollte was Neues, was Eigenes kreieren, vom Standard mal abweichen. Er hatte auch schon ein tolles Gesellenstück gebaut damals“, erklärt dazu der Firmenchef, Tischlermeister Ulrich Timm. Er ist begeistert von seinem Gesellen: „In Rostock waren zwölf Meisterstücke ausgestellt. Ich fand, Martin war mit Abstand der Kreativste und aus meiner Sicht der Beste.“

„Das Mittelstück aus Rüsterholz (Ulme) – das ich nur mit Naturholzeffektlack bestrichen habe – soll der ,alte Teil’ sein. Und das Moderne greift von außen ein – hält das Alte. Also das moderne und das alte Handwerk halten zusammen“, geht Martin Hager weiter auf sein Werk ein, das irgendwann im heimischen Flur neben einer dazu passenden Garderobe seinen Platz finden soll. Das Gesellenstück steht schon in der Wohnstube, auch die Küche hat er selbst gebaut und bereits im 2. Lehrjahr ein Bett. Mit einem Schulpraktikum im Jahr 2001 soll das mit der Tischlerei bei ihm angefangen haben.

„2002 habe ich hier dann Ferienarbeit gemacht und 2003 bei Ulrich Timm die Lehre begonnen“, erzählt der heutige Meisteranwärter, der im Juli geheiratet hat und seit zehn Monaten Papa ist. In der Freizeit macht er Kraftsport beim KSV 47. Nun muss er sich noch bis zum Sommer 2017 freitagnachmittags und samstagvormittags um den Ausbildungsschein und gewerksübergreifend um Betriebswirtschaftslehre und Steuerrecht kümmern. „Ich möchte nicht bei dem stehen bleiben, was ich vor zehn Jahren gelernt habe – es macht Spaß, aber ich möchte weiterkommen und als Meister öffnen sich einem mehr Türen, auch für später“, erläutert Martin Hagen seine Motivation. „Wir wollen, dass er hier bleibt. Wir fördern das“, wirft da sein Chef ein. Und beide betonen, dass sie gut miteinander auskommen. Ulrich Timm freut, dass junge Leute, wie Martin, „bereit sind, sich ausbilden zu lassen, um später Verantwortung zu übernehmen“.

Thomas Hoppe

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