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Mit langem Atem für autistische Kinder

Detershagen Mit langem Atem für autistische Kinder

Seit rund zehn Jahren wächst in Detershagen Eigenheim mit Ferienwohnungen und Schulungszentrum

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Bis Herbst sollen die Arbeiten an diesem Eigenheim mit Gemeinschaftsküche und Ferienwohnungen erledigt sein.

Detershagen. „Von außen haben wir uns schon auf das Haus gefreut und von innen ist es nun noch schöner“, sagt Hanna Griese, die gemeinsam mit Freundin Wibke Davidson und den beiden Töchtern der Frauen in Detershagen ihren Urlaub verbringen.

OZ-Bild

Seit rund zehn Jahren wächst in Detershagen Eigenheim mit Ferienwohnungen und Schulungszentrum

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Die Hamburgerinnen waren übers Internet auf das Haus von Hinrich Both im Kröpeliner Ortsteil gestoßen und nun schwärmt Hanna Griese: „Wie schön er hier das alles gemacht hat und die Ausrüstung in der Ferienwohnung ist alles vom Feinsten. Also unsere Erwartungen wurden übertroffen.“

Das dürfte die Seele des Hausherren streicheln, der hier vor zehn Jahren sein Projekt gestartet hatte, nicht nur ein Eigenheim zu bauen, sondern auch Ferienwohnungen anzubieten und später für Eltern autistischer Kinder ein kleines Schulungszentrum zu eröffnen. „Sie sollen hier mal entspannen oder auch Fachtagungen besuchen können“, sagt Hinrich Both, Vater eines jungen Autisten.

Der heute 59-Jährige ist eigentlich ein studierter Veterinär und war langjähriger Geschäftsführer eines Hamburger Event-Catering-Services. Seine Frau ist eine Designerin, die in Hamburg ihr Unternehmen führt und manchmal nach Detershagen kommt. Die ursprüngliche Idee, dass sie hier auch ihr Atelier einrichtet, scheint wegen der großen Entfernung vom Kröpeliner Stadtbach bis zur Hamburger Elbe Geschichte zu sein.

„Das Problem, vor dem viele autistische Kinder und ihre Eltern stehen, ist, dass die Therapiemaßnahmen vom Staat gestrichen werden. Wir werden also versuchen, auch hier in Detershagen betroffene Eltern zu unterstützen“, hatte Hinrich Both der OZ schon einmal erklärt und ergänzt, dass hier zudem gelegentliche Urlauber-Kinder die Möglichkeit haben sollen, mit Minipferden zu reiten. So, wie jetzt die Hamburger Gäste. „Vor allem das mit den Tieren ist schön hier, super!“, sagt dann auch Hanna Griese. Es gibt hier neben den ganz kleinen Pferden auch ein paar große Therapiepferde, die gerade für autistische Kinder wichtige Bezugswesen sein können.

Hinrich Both lädt übrigens ausdrücklich auch die Mitarbeiter der Kröpeliner Werkstätten auf seinen Hof zu den Tieren ein: „Sie können sich um die Pferde kümmern oder sie auch nur streicheln, wie sie wollen“, sagt er und kündigt an, mit der Leitung des Michaelwerks Kröpelin, wie die Werkstätten für behinderte Menschen seit 2015 genannt werden, deshalb Kontakt aufnehmen zu wollen. Auch bei den Materialien, die in seinem Wohnhaus verbaut wurden, haben behinderte Menschen ihren Anteil daran. So stammen die den kleinen vorderen Balkon umgrenzenden Pfeiler aus deren Händen.

Gerade wächst in der einstigen Milchkammer des ursprünglichen DDR-Siedlungshauses „Typ 4“ eine Gemeinschaftsküche aus dem Boden. Zahlreiche Stuckarbeiten mit Beton sind beendet: „Wir machen das alles so, dass es so aussieht, als ob es hier schon hundert Jahre drin wäre“, sagt dazu der Bauherr und ist optimistisch: „Auch wenn das alles immer sehr aufwendig gefertigt wird, wollen hier wir im Haus eigentlich zum Herbst fertig sein“. Ein Helfer verputzt derweil die Zimmerwand. „Ja ja, ein bisschen sind wir schon weitergekommen“, schätzt Hinrich Both lächelnd ein.

Unter dem Steinfußboden des Hauses verteilt sich eine Heizung. „Jeder Stein der in diesem Gebäudekomplex irgendwo herausgenommen wurde, wird wieder verwendet, auch für den Fußboden“, erläutert Hinrich Both weiter. Mit anderen Steinen wachse derzeit eine kleine Mauer im Außenbereich. „Im Rahmen der Landesbauordnung brauchen zwei Meter Mauer nicht genehmigt werden“, betont dann der Mann unvermittelt. Er reagiert damit wohl auf eine entsprechende Nachbarkritik. Die zwei neuen Betonpfeiler an seiner Toreinfahrt neben der Straße „Am Gutshaus“ sollen dagegen bereits Experten beschäftigen, heißt es.

Thomas Hoppe

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