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Neu Kariner wollen Dorfteich retten

Neu Karin Neu Kariner wollen Dorfteich retten

Fische verenden und Wasserlinsen wuchern / Anwohner machen dafür Nährstoffeinträge ins Gewässer verantwortlich

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Neu Kariner und Gäste reinigen ihren Dorfteich von wuchernder Wasserlinse und holen tote Fische aus dem Gewässer heraus.

Quelle: Thomas Hoppe

Neu Karin. Der Gemeindearbeiter und Volksvertreter Eckhard Meyer steht an diesem Dienstagmittag bis über den Bauchnabel im Entenflott.

OZ-Bild

Fische verenden und Wasserlinsen wuchern / Anwohner machen dafür Nährstoffeinträge ins Gewässer verantwortlich

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Wenn es zu Faulprozessen kommt, kippt der Teich um.“Eckhard Meyer, Gemeindearbeiter

Der Neu Kariner hat seine Wathose angezogen und treibt mit einem Netz, das am anderen Ende in einem Paddelboot von einem Feriengast des Dorfes gehalten wird, Unmengen der kleinen Wasserlinse, wie Entenflott eigentlich heißt, ans Ufer des Dorfteiches. Dort holen Angehörige Meyers, aber auch das Künstlerpaar Bernadette Maria Roolf und Jan Witte-Kropius den „Linsenbrei“ aus dem Nass und laden ihn auf einen Traktorhänger, der bald voll ist. „Allein ist das nicht zu händeln, das Zeug muss ja auch abgefahren werden“, sagt dazu Eckhard Meyer, der von seiner Bürgermeisterin den Auftrag als Gemeindearbeiter erhalten habe, diese Teichfrage zu klären.

„Das ist schon unser fünfter Fischzug. So viel Enten kann man gar nicht halten, wie das hier nachwächst “, sagt der Mann, der für diese grüne Flut eine unmissverständliche Erklärung hat: „Das kommt eindeutig von den Äckern – das ist die Summe aller Austräge. Das geht ja nicht nur uns so – das geht allen Teichen in der Gegend so, die ihr Wasser aus den Oberflächen kriegen. Gucken Sie sich die Teiche in Zarfzow, Moitin oder in Klein Nienhagen an.“

Wenn am lehmigen Damsberg in der Nähe der Mais abgeerntet sei, der Acker blank liege und dann starke Regenschauer kämen, sei der Teich hier braun, erinnert sich Eckhard Meyer. So käme auch der Dünger mit ins Gewässer, den der Boden nicht aufnehmen konnte, meint er weiter und unterstreicht, dass aus den Drainagen der Umgebung die Nährstoffe ohnehin so abfließen, wie sie in die Leitungen gelangten.

Die großen Ernten hätten ihren Preis.

Jetzt gesellten sich zum sehr hohen Nährstoffgehalt noch die höheren Temperaturen: „Die kleine Wasserlinse und die Wasserpest wucherten wie verrückt, im Teich wird es dann zappenduster und die anderen Pflanzen sterben ab. Schließlich kommt es zu Faulprozessen – dann kippt das Gewässer um“, erklärt der Entenflott-Fischer. Obwohl dieser Zustand noch nicht erreicht ist, mussten die Neu Kariner bereits verendete junge Hechte, Barsche und Rotfedern aus ihrem Dorfteich holen. Ein Teil von ihnen liegt auf der steinernen Begrenzung eines Bacheinlaufs (siehe Foto). Bereits am Montag waren erste tote Fische entdeckt und das Ordnungsamt in Neubukow informiert worden.

„Die, die noch lebten, aber auf den Steinen lagen, haben wir versucht zu retten und trugen sie in den Graben dort“, berichtet das Urlauberkind Anton, das gemeinsam mit seinem Vater bei der Teichrettung mitmacht. „Wir kommen sehr oft und sehr gerne hierher. Wir wissen, dass wir Gäste sind, aber fühlen uns hier zu Hause“, sagt der Berliner.

„Wenn jetzt Licht rankommt, geben die Wasserpflanzen wieder Sauerstoff, das Wasser reguliert sich und die Teichrosen können wieder aufatmen“, schildert Eckhard Meyer die erwarteten Folgen des Einsatzes der Dorfbewohner und ergänzt: „Man müsste hier eigentlich mal eine Wasserprobe nehmen“.

Thomas Hoppe

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