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Neubukower leitet jetzt Verband von 400 Hausärzten im Land

Neubukow Neubukower leitet jetzt Verband von 400 Hausärzten im Land

Stefan Zutz hat aber auch in der Schliemannstadt noch eine Menge vor

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„Der Hausarzt geleitet den Patienten durch den wachsenden Medizin-Dschungel.Stefan Zutz, Landarzt

Neubukow. . Gestern war der Tag, an dem Neubukows Gesundheitssportgruppe genau zehn Jahre bestand (siehe großes Foto).

OZ-Bild

Stefan Zutz hat aber auch in der Schliemannstadt noch eine Menge vor

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Von Anfang an dabei ist der Arzt Stefan Zutz, der bereits im November 2006 vom Internisten Dr. Neumann als Betreuer des Ganzen „eingearbeitet“ worden war. Seitdem tritt der Mediziner fast allwöchentlich immer mittwochs am Morgen um 7 Uhr vor die „Seniorensportgruppe“ – wie er sie nennt – und sorgt für „lockeres Lauftraining, Gymnastik, Dehnungs- und Geschicklichkeitsübungen sowie ein leichtes Krafttraining“. So beschreibt es das Gründungsmitglied der sportlichen Truppe, Thomas Müller (59) aus Neubukow.

Seit dem 11. November leitet Stefan Zutz außerdem neben seinen beruflichen Verpflichtungen in der „Praxis für Allgemein- und Familienmedizin“ (gemeinsam mit Manja Dannenberg) – über der einst belebten Amtsgartenpassage – auch noch den Landesverband der Hausärzte. Der zählt immerhin 400 Mitglieder. Stefan Zutz zur Seite stehen dabei für die nächsten sechs Jahre sechs Vorstandsmitglieder aus dem ganzen Land, darunter auch Jörn von Campenhausen aus Kröpelin.

Drohen durch das große Engagement von Landarzt Stefan Zutz Nachteile für seine Patienten? „Der Seniorensport beginnt doch schon um 7, da hat man normalerweise ja noch nichts anderes zu tun“, antwortet der 45-Jährige schmunzelnd. Ihm bereitet diese Sache richtig Spaß, ergänzt er noch. Und wenn die Verbandsarbeit ihren Tribut fordere, könne er auf die Hilfe seiner Kollegin Manja Dannenberg und das gute Personal vertrauen, betont Stefan Zutz weiter. Den Kontakt zu seinen Patienten wolle er nie verlieren. Die Vorgänger an der Verbandsspitze hätten auch gute Arbeit geleistet, auf der prima aufgebaut werden könne. Ihm gehe es dabei insbesondere um eine gute primärärztliche Versorgung in MV. „Da ist der Hausarzt, als Primärarzt, der erste Zugang zur medizinischen Versorgung. Er guckt, welches Problem der Patient hat, ob er es lösen kann. Wenn nicht, geht es in die sekundäre Ebene, zu den Spezialisten“.

Der Hausarzt habe mehr und mehr die Funktion, den Patienten durch den wachsenden Medizin-Dschungel zu geleiten. Dafür müssten alle Hausärzte gestärkt werden. Für Stefan Zutz ist es in diesem Zusammenhang inakzeptabel, dass es hier Krankenkassen gibt, die die seit gut fünf Jahren gesetzlich verankerte „hausarztzentrierte Versorgung“ immer noch ignorieren würden: „Zum Beispiel haben DAK, Barmer und IKK keinen Hausarztvertrag – das verstößt gegen Recht und Gesetz“, betont der Verbandsvorsitzende und kommt sogleich auf ein Detail, den jetzt geltenden bundeseinheitlichen Medikationsplan. Vornehmlich der Hausarzt soll sich demnach darum kümmern, dass es einen Überblick gibt, welche Medikamente der Patient einnimmt. „Beim Hausarzt müssen alle Befunde zusammenlaufen, damit zum Beispiel im Blick bleibt, ob das Herzmittel auch mit dem Schmerzmittel zusammenpasst“, erklärt Stefan Zutz weiter und kritisiert, dass der Arzt für diese ganze verantwortungsvolle Koordination solcher Medikationspläne nur einen Euro pro Patient bekommen soll. Schließlich könnte z.B. bei Patienten, die mit mehr als zehn Medikamenten aus dem Krankenhaus kommen, der Medikationsplan nicht einfach fortgeführt werden. Stefan Zutz hat zwar noch mehr solcher Baustellen in petto, lobt auch die Stipendien-Pläne der Landesregierung für künftige Medizinstudenten als gutes politisches Signal, reagiert aber prompt auf die OZ-Frage nach der Hausarzt-Lage in der Schliemannstadt. „Auch wenn Dr. Strotmann zum Jahresende hier aufhört – die Anzeige war ja in der OZ – die beiden tragenden Praxen in der Stadt können das kompensieren. Die hausärztliche Versorgung bleibt in Neubukow sehr gut“, erklärt Stefan Zutz. Zu eigenen Praxis-Plänen befragt, verweist er auf den Wunsch, den er auch an den Vermieter des Amtsgartenpassage-Komplexes herangetragen habe, hier die geriatrische Versorgung (Altersmedizin) zu verbessern. „Wir wollen die betroffenen Patienten so betreuen, dass sie zu Hause ihre Selbstständigkeit erhalten können“, erläutert Stefan Zutz. Dafür sollten rund 150 Quadratmeter über den derzeitigen Praxisräumen vom Vermieter entsprechend umgebaut werden. Doch bislang kam nur der Verwalter vorbei und wollte die Aufmerksamkeit auf die leerstehenden Räume im Erdgeschoss lenken. Die kämen aber für die Ärzte zum großen Teil wegen des fehlenden Tageslichtes nicht in Betracht, sagt Stefan Zutz und ergänzt: „Wenn es hier nicht klappt, werden wir Alternativen in Neubukow suchen“.

Thomas Hoppe

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