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Neue Heimstatt für Neubukows Lehrküche

Neubukow Neue Heimstatt für Neubukows Lehrküche

Gestern wurde die Einrichtung im Haus 3 der Regionalen Schule „Heinrich Schliemann“ offiziell übernommen

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Auch als Topfgucker in der Lehrküche unterwegs: Schulleiterin Sabine Pakulat (5.v.r.), Bauamtsmitarbeiterin Anke Schmuck-Suchland (4.v.r.) und Neubukows Bürgermeister Roland Dethloff (r.). Er habe einst durch Zugucken bei Oma und Mutti kochen gelernt und mag besonders Klopse, wie er der OZ sagte. Fotos (4): Thomas Hoppe

Neubukow. „Kinder und Jugendliche sollten sich nicht nur von drei, vier Grundnahrungsmitteln ernähren. Man sieht, wie manche deshalb erkranken und schon in jungen Jahren Stoffwechselstörungen haben“, konstatiert besorgt Hauswirtschaftslehrerin Kerstin Richter und betont: „Es ist wichtig, dass sie sich viel breiter aufgestellt ernähren. Zum Beispiel auch von Gemüse, das es jetzt draußen zu ernten gibt.“ Die 58-Jährige zeigt in der neuen Lehrküche der hiesigen Heinrich-Schliemann-Schule auf ihren mitgebrachten Korb mit Spitzkohl, Möhren, Rote Bete, Brokkoli und mehreren Kürbissorten und sagt, dass es da sehr viele Möglichkeiten gebe, leckere Gerichte zu zaubern.

OZ-Bild

Gestern wurde die Einrichtung im Haus 3 der Regionalen Schule „Heinrich Schliemann“ offiziell übernommen

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Doch noch geht die Zauberei offensichtlich nicht ganz in die Gemüse-Richtung, denn an diesem Dienstagmittag bereiten die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse warme Mahlzeiten aus feingefrorenem Alaska-Seelachsfilet, gekauftem Pesto, etwas Spinat, eingeschweißtem Gouda-Streuseln und Vollkorn Spaghetti... .„Man muss es den Kindern erst beibringen“, erklärt dazu Kerstin Richter. „Ich kann sie doch nicht mir einem Mal vor den Kopf stoßen. Das geht nicht. Wenn man da so ein bisschen umerziehen will, muss man von dem ausgehen, was sie kennen und das dann so schrittchenweise verbessern“, verrät die Mutter zweier Kinder – der Sohn ernährt sich vegan, die Tochter vegetarisch. Kerstin Richter selbst, schwört allerdings einmal im Monat auf Leberwurst („Sonst fehlt mir was“) und bereitet auch Fleisch aus ökologischer Haltung zu, wenn es ihr Besuch wünscht. Für sich bereitet die Wahlreddelicherin Gemüse in allen möglichen Varianten: Kartoffeln, Suppen, Aufläufe. „Seit einem Jahr beziehe ich dafür wöchentlich so eine Gemüsekiste aus Bandow (nahe Schwaan; siehe auch www.solidarische-landwirtschaft.org) und bringe seitdem deutlich weniger Geld zu Aldi und Co.“, berichtet die Lehrerin. Ihren Schülern habe sie davon erzählt, sie seien zwar „skeptisch, aber nicht beratungsresistent.“ Vor allem macht es ihnen sichtlich Spaß. Ein junger Moitiner, der sich beim Kochen der Fusilli (Spiralnudeln) ins Zeug legt, betont dazu, dass er hier gelernt habe mit einer Küche umzugehen – er bekoche jetzt sogar seine Geschwister. Für Pascal Laumann aus Neubukow, der sich des Spaßes wegen in diesem Kurs angemeldet hatte, steht fest, dass er hier auch etwas für später lerne. Und Saskia Billau, die ein T-Shirt mit der Aufschrift trägt: „Wäre doch alles so einfach, wie fett zu werden“, unterstreicht, dass sie dank dieses Hauswirtschaftskurses jetzt ein bisschen besser kochen und backen könne als vorher. Die 16-Jährige erzählt, dass sie mittlerweile jeden Sonntag Kuchen backe, mit Pflaumen, mit Äpfeln, aber grundsätzlich ohne Streusel – Butter sei nicht ihre Sache.

Kerstin Richter bedankt sich derweil bei Bürgermeister Roland Dethloff, dass die Stadt den Umzug der Lehrküche aus dem Amtsgarten in den Schulkomplex am Panzower Weg unterstützt habe. Sonst sei es doch immer mehr Aufwand gewesen. Jetzt seien die Abläufe viel besser, der Weg in den Amtsgarten falle weg, vieles sei geklärt, was vorher manchmal zu Problemen geführt hätte: Wer macht hier sauber?

Was passiert mit den Abfällen? Auch Roland Dethloff, der gemeinsam mit Anke Schmuck-Suchland vom Bauamt und Schulleiterin Sabine Pakulat die Räumlichkeiten offiziell abnimmt, ist zufrieden: „Es geht ja auch um die Attraktivität der Schule“, sagt er und verweist auf die konzeptionellen Änderungen, die damit im Schulgebäude einhergingen: „Der Musikraum, der hier war, ist jetzt im ehemaligen Konferenzraum – der wurde unten neu gestaltet.“

Sabine Pakulat freut sich über die Resonanz bei den Schülern: „Unsere beiden Wahlpflichtkurse hier werden gut angenommen“. Im Ganztagsschulbereich hätten sich sogar rund 20 Schüler freiwillig gemeldet.

Thomas Hoppe

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