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Neue Heizungen hat das Land

Kröpelin/Neubukow Neue Heizungen hat das Land

Seit 1. Januar gilt die zweite, noch strengere Stufe der Bundes-Immissionsschutz-Verordnung

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Dem Landkreis liegen derzeit 155 Anträge auf Ausnahme- genehmigungen vor.Michael Fengler, Landkreis Rostock

Kröpelin/Neubukow. „Neue Heizungen braucht das Land“, war auf dieser Seite im Januar 2015 ein Beitrag überschrieben, der sich mit der damals neu geltenden ersten Stufe der 1. Bundes-Immissionsschutz-

Verordnung (BimSchV) befasste. Sie legte strengere Grenzwerte für kleine sowie mittlere Feuerungsanlagen fest und brachte so die notwendige Installation von zahlreichen modernen Heizkesseln mit Pufferspeicher und Regelung (für rund 8000 Euro) und neuen Forster-Heizungen (rund 5000 Euro) auf den Weg. Mit zu den Ersten, die damals ihren alten Ofen von 1990 verschrotteten, gehörten Irene und Stanislaus Tyc: „Wenn das von oben so bestimmt wird, können wir ja nix dran ändern“, hatte der Pepelower vor zwei Jahren zur OZ dazu gesagt.

Gestern bestätigte der 79-Jährige, mit der neuen Forster-Heizung nichts falsch gemacht zu haben. Der Witwer baut nun darauf, dass sie auch der seit 1. Januar 2017 geltenden zweiten Stufe der Immissionsschutzverordnung entspricht. Diese pocht bei Staub auf 0,02 Gramm pro Kubikmeter und bei Kohlenmonoxid (CO) auf 0,4 g/m3 .

Doch diese Grenzwerte erreichen noch nicht alle in der Region aktiven Feuerungsanlagen.

„Eine neue Heizung kostet doch eine Menge Schotter“, sagt dazu eine Betroffene aus einem Dorf vor den Toren Neubukows. Sie habe jetzt eine Ausnahmegenehmigung beantragt. „Doch nach Ablauf der Ausnahmefrist hat sich doch nichts geändert – was ist denn da gekonnt“, blickt die Frau fragend in die Zukunft.

Als ein momentan „heikles Thema“ sieht das ein Schornsteinfeger aus der Region: „Viele bangen jetzt um ihre Ausnahmegenehmigungen“. Er fühle sich wie „zwischen Baum und Borke“, weil er seiner Kundschaft noch nichts Verbindliches sagen könne, erklärte er gestern am OZ-Telefon und ergänzte, dass er deshalb nichts weiter in der Öffentlichkeit dazu äußern wolle. Er wisse selber noch nicht, wie es weitergehe.

Dabei ist ja eigentlich alles geregelt: „Im Zuge der Feuerstättenschau haben die bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger in den letzten Jahren festgestellt, welche Feuerstätten als Erstes betroffen sind und wann ein Austausch oder eine Nachrüstung erforderlich ist“, teilt dazu der Pressewart der Schornsteinfegerinnung MV, Jörg Kibellus, aus Klein Schwaß mit.

Bei den Feuerstättenschauen der Kollegen habe sich ergeben, dass die meisten Feuerstätten (Einzelraumfeuerungsanlagen) aus dem Zeitraum 1995 bis heute stammen würden. „Ältere Feuerstätten sind noch vorhanden, aber wurden oder werden durch die Aufklärung und Beratung der Bezirksschornsteinfeger durch die Kunden ausgetauscht.“ Ausnahmen davon regelt ein Erlass des Landes, der Folgendes beinhaltet: Nach Paragraf 22 der 1. BimSchV können auf Antrag Ausnahmen von einzelnen Anforderungen der Verordnung zugelassen werden, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen und schädliche Umwelteinwirkungen nicht zu befürchten sind.

Für den Betreiber kann eine unbillige Härte beispielsweise vorliegen, wenn die Feuerstätte nur noch in einem Zeitraum von 24 Monaten betrieben werden soll, wenn der Messwert den Emissionsgrenzwert um nicht mehr als drei Prozent überschreitet, wenn Nachbesserungen technisch nicht möglich sind, wenn Investitionen für eine neue Anlage nicht vertretbar erscheinen, zum Beispiel aus Altersgründen des Betreibers oder bei wirtschaftlicher Unzumutbarkeit unter Berücksichtigung der Vermögensverhältnisse des Betreibers, und eine andere Möglichkeit der Wärmeerzeugung nicht vorhanden ist. In solchen Fällen könne ein weiterer Betrieb der Anlage von höchstens 24 Monaten gewährt werden. Wie der Pressesprecher des Landrates, Michael Fengler, dazu gestern weiter mitteilte, liegen dem Landkreis gegenwärtig insgesamt 155 Anträge auf eine Ausnahmegenehmigung vor.

Eine Ausnahmeerteilung setze auch voraus, dass Rauch, Staub und Gerüche durch die Feuerstätte zu keinen erheblichen Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft führen.

Thomas Hoppe

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