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Parchower wehren sich gegen Windräder

Biendorf Parchower wehren sich gegen Windräder

Petition mit Unterschriften liegt der Gemeindevertretung Biendorf vor

Biendorf. „Der Bürgerwille ist uns wichtig“, sagt Biendorfs Bürgermeisterin Peggy Freyler. Sie habe die Hoffnung, dass die Einwohner zu den geplanten Windrädern bei Parchow ihre Vorstellungen deutlich machen, aber auch deutlich machen, wenn sie die Anlagen ablehnen, betonte sie während der Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwochabend. Und Ablehnungen gibt es viele. Das unterstrich Gemeindevertreter Thomas Endrulat. Parchower Einwohner haben eine Petition verfasst, die auch Bürger von Westenbrügge und Uhlenbrook mit unterzeichnet haben. „Sie machen deutlich, ,Wir wollen die Windräder nicht haben‘“, sagt Thomas Endrulat. Teilweise würden die Riesen nur 800 Meter von Wohnhäusern entfernt aufgestellt werden, da Parchow und Uhlenbrook nur als Siedlungen gelten würden.

Die Windräder sollen 137 Meter hoch, mit Flügel 200 Meter hoch werden.

Landwirt Alexander von Storch will sie errichten (OZ berichtete). Der Alt Kariner möchte das vom Regionalverband Mittleres Mecklenburg/Rostock geplante Windkrafteignungsgebietes Nr.

116 nutzen. Das Territorium gehört der Gutsverwaltung Storch KG, deren Geschäftsführer er ist. Der Windparkinitiator will aber unbedingt Bürger und Kommunen mit ins Boot holen. Ein Teil dessen, was der Windpark einbringen würde, soll auch der Gemeinde Biendorf und privaten Bürgern zugute kommen.

Doch das alles kann viele Bürger der Gemeinde nicht von ihrer ablehnenden Haltung abbringen. Während der vergangenen Sitzung der Gemeindevertreter überreichten die Parchowerinnen Claudia Bock und Uta Jänike ein Gutachten zum Infraschall. „Das sagt aus, dass gesundheitliche Schäden zu befürchten sind“, sagt Claudia Bock. Tückische gesundheitliche Folgen seien medizinisch nachgewiesen. Infraschall höre man nicht, aber er schädige innere Organe. Die Hauptgefahr gehe von den permanenten Infraschall-Emissionen der großen Megawattanlagen aus, heißt es.

„Wir waren erschüttert, als wir die Größe der Windräder erfuhren“, sagt Uta Jänike. 200 Meter hoch. Mindestens sechs, bis zu acht könnten es werden.

Die beiden jungen Frauen haben die Petition auch bereits unterschrieben. Auf mehreren Seiten sind Namen zu lesen. Die Menschen wollen nicht durch den rhythmischen Rotorlärm gestört werden. Sie machen in dem Schreiben an die Gemeindevertretung auf den Schattenwurf der Windkraftanlagen aufmerksam. „Der Betrieb von Windenergieanlagen verursacht bei Sonne einen bewegenden Schlagschatten, welcher bei den Betroffenen zu erheblichen Belästigungen wie Konzentrationsstörungen, Nervosität und Kopfschmerzen führen kann“ , heißt es da. Bei großen Windenergieanlagen müsse der Schattenwurf noch in mehr als 1000 Metern berücksichtigt werden. Die Parchower und weitere Bürger machen auf die persönliche Gefährdung aufmerksam. Mensch und Tier würden durch Eiswurf, Brand, Rotor- und Mastbruch gefährdet sein, betonen sie. Und dort, nahe der Felder, sei bei längerer Trockenheit die Brandgefahr groß, eine Löschmöglichkeit aber kaum vorhanden.

„Das angrenzende Vogelschutzgebiet und die Umgebung dienen als natürliche Heimat vieler Tierarten, z. B. Rotmilan, Schreiadler und weitere Greifvögel, Schwäne, Störche und Wildgänse. Hunderte Kraniche nutzen es als Zwischenstation. Industrie-Giganten zerstören deren Brut- und Lebensraum“, heißt es in der Petition.

Die Einwohner wollen keine verschandelte Landschaft und sie fürchten den Wertverlust ihrer Häuser. Man lese von 30, 40 oder gar 50 Prozent Wertverlusten, dagegen seien die Einnahmen der Gemeinde winzig. Auch auf den Rückgang des Tourismus wird hingewiesen, wenn Urlauber zunehmend Gebiete mit Windparks meiden.

„Wir erwarten von Ihnen, dass Sie unsere Einwände bei Ihrer Entscheidung als Gemeindevertreter wichtig nehmen und unsere Interessen vertreten“, heißt es abschließend in der Petition der Bürger.

Von Renate Peter

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