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Party-Böllerei geht Bewohnern auf die Nerven

Krempin/Ravensberg Party-Böllerei geht Bewohnern auf die Nerven

Dorfbewohner von Krempin appellieren an den gesunden Menschenverstand von Mietern ihres Gemeindehauses

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„Als früher die Autos bei Diskos im Gemeindehaus nebenan bei uns bis unters Küchenfenster standen, pflanzte ich diese Hecke mit Blaufichten an“, sagt Wolfgang Kürbis. Hinter ihm ragt die „Fichtenhecke“ empor.

Krempin/Ravensberg. „Das war ich“, sagt Wolfgang Kürbis kurz und knapp in seinem Vorgarten an der Dorfstraße. Der Krempiner meint eine Beschwerde bei der Gemeinde über nächtlichen Krach vor dem Gemeindehaus, dessen unmittelbare Nachbarn er und seine Frau sind.

Wir wollen doch keine Verbote, Verbote haben wir genügend gehabt.“Wolfgang Kürbis, Gemeindehausnachbar

„Wir sollten an die Vernunft der Leute appellieren, ganz einfach. Hier wohnen ja auch noch andere Leute, auch Familien mit kleinen Kindern“, sagt der studierte Agrochemiker. Es könne doch nicht angehen, „dass wenn hier drei viertel vier in der Nacht eine Feier beendet ist, wir annehmen müssen, die Leute stehen bei uns auf dem Flur. Oder dass in der Nacht um zwölf, um eins ein Feuerwerk gezündet wird“.

Seinem Anliegen widmeten die Volksvertreter der Gemeinde Carinerland auf ihrer Sitzung am 1. September einen Großteil der Bürgerfragestunde. Wie Gemeindevertreter Andreas Gundlach sagte, werde es den Anwohnern des Kulturhauses in Krempin „langsam ein bisschen zu laut mit den ganzen Veranstaltungen“. Einmal im Monat sei kein Problem, aber dreimal... Morgens bis um vier hätten Gäste Böller krachen lassen. Auch Bürgermeisterin Heike Chrzan-Schmidt möchte in dieser Sache eigentlich auf den gesunden Menschenverstand setzen, aber ließ angesichts zunehmender Anwohnerstörungen trotzdem die Runde diskutieren, was noch zu tun sei.

„Sind wir vielleicht mit unserer Miete auch zu günstig?“, fragte der 1. Stellvertreter der Bürgermeisterin, Manfred Meyer, und erntete Zustimmung. Eigentlich sei dieses Haus auch dafür gedacht gewesen, dass hier die Einwohner von Carinerland feiern könnten – mittlerweile kämen die Mieter jedoch aus „aller Herren Länder“, weil es in Krempin so preiswert sei.

„Ganz ehrlich, im Zarfzower Gästehaus werden auch Hochzeiten und Geburtstage gefeiert, da feiert die Feuerwehr, da feiern die und die... da ist es auch laut und manches Mal denkst du wow! So wie der Wind kommt, mal so, mal so. Ich würde aber nicht auf die Idee kommen, dass mich das stört. Man hört es – ja...“, warf Gemeinderatsmitglied Heike Dassow ein und bezweifelte, dass ein Hinweis, ab wann die Musik leiser werden soll, Abhilfe schaffen könne.

Wolfgang Kürbis sagt zur OZ, dass ihn und seine Frau die Musik nicht störe. Sie wollten auch keine Verbote erlassen, „Verbote haben wir genügend gehabt“, sagt der gebürtige Mansfelder der seit 1988 in Krempin wohnt. Er erinnert sich daran, dass schon kurz nach der Wende hier die Disko verboten worden sei. Er hätte zwar eine Bäumchenhecke gegen die auf seinem Grundstück parkenden Autos gepflanzt, aber sonst über das Treiben hinweggeguckt – seine Kinder waren damals acht und zwölf. „Als nachher die Kinder derjenigen, die sich für das Verbot eingesetzt hatten, größer waren, im Disko-Alter, wurde geschrien, hier ist nichts los“, erzählt er und plädiert heute für ein paar Regeln, die für die Saalmieter aufgestellt werden sollten.

Da kommt gerade Birgit Bröderdorf auf der Dorfstraße vorbeigeritten und Wolfgang Kürbis sagt: „Sie ist hier die Inhaberin auf dem Pferdehof. Zur Silvester-Knallerei sitzt sie mit ihrem Mann im Stall, um die Pferde zu beruhigen. Und da muss doch das hier nicht noch zusätzlich sein.“ Er zeigt auf das Gemeindehaus. Birgit Bröderdorf bestätigt, dass das Knallen bei Feierlichkeiten ihre Pferde aufschreckt: „Die Koppeln sind direkt hinter dem Grundstück von Herrn Kürbis am Gemeindehaus. Wenn da nachts die Polenböller hochgehen, dann rasen die Pferde natürlich im vollen Galopp meist auch durch die Zäune durch. Zum Glück haben wir hier noch die großen Wiesen am Dorfrand, sodass wir sie hier irgendwo wieder aufsammeln können.“ Mit der Musik könnten sie leben, die störe sie nicht, betont auch die Reiterin.

Das mit der Pyrotechnik könne man klären, hieß es beim Gemeinderat. Wenn jedoch nur noch an Einheimische vermietet werden solle, könnten die entsprechenden Häuser der Gemeinde in Ravensberg, Moitin und Krempin schließen, gab Heike Dassow zu bedenken. Einheimische würden hier kaum mieten. Die Bürgermeisterin kündigte an, sich mit den Saal-Verantwortlichen zusammenzusetzen und eine moderate Mieterhöhung zu besprechen. „Für Krempin auf jeden Fall“, hieß es aus der Volksvertreterrunde.

Thomas Hoppe

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