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Pfarrhaus für 310000 Euro zu haben

Alt Karin Pfarrhaus für 310000 Euro zu haben

Als „Gutshaus modernisiert, nahe der Ostsee, mit Gartenlandschaft und viel Natur“ bietet derzeit eine Schweriner Immobilienfirma Alt Karins Pfarrhaus im Internet ...

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„Ich unterstütze das Streben in der Gemeinde, dass das Haus möglichst wieder eine soziale Nutzung erfährt.“Hartmut Schenke, Alt Karin

Alt Karin. Als „Gutshaus modernisiert, nahe der Ostsee, mit Gartenlandschaft und viel Natur“ bietet derzeit eine Schweriner Immobilienfirma Alt Karins Pfarrhaus im Internet für einen Preis von 310000 Euro zum Verkauf an: 447 Quadratmeter Wohn- und 1700 m2 Grundstücksfläche sowie zwölf Zimmer.

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Als „Gutshaus modernisiert, nahe der Ostsee, mit Gartenlandschaft und viel Natur“ bietet derzeit eine Schweriner Immobilienfirma Alt Karins Pfarrhaus im Internet ...

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Hier hatte das Diakonie-Werk im nördlichen Mecklenburg seit 1995 bis Ende Oktober 2016 zwölf Menschen mit Behinderung eine Heimstatt geboten. Dann zogen alle ins Johanneshaus nach Kühlungsborn (die OZ berichtete).

„Das Grundstück ist mit einem Erbbaurechtsvertrag bis zum Jahr 2095 dem Eigentümer überlassen“, heißt es unter anderem auch noch auf der Web-Seite.

Bärbel und Hartmut Schenke vom Grundstück nebenan verbindet mit dem Pfarrhaus sehr viel mehr, als eine gute Nachbarschaft.

Bis zur politischen Wende – Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre – hatten beide seit 1978 das Alt Kariner Pfarrhaus als „stark nachgefragtes“ Rüstzeitheim für geistig behinderte Kinder und Jugendliche betrieben. Wie Hartmut Schenke dazu erklärt, durfte der analoge Begriff Freizeitheim zu DDR-Zeiten von kirchlichen Einrichtungen nicht verwendet werden, weil „die Partei- und Staatsführung sagte, Freizeit machen wir mit der Jugend, nicht ihr!“

Nach besagter Wende bot sich für die geistig behinderten Kinder und Jugendlichen ein „geregeltes Sozialmanagement“ mit Schulpflicht und anderen Formen der Förderung (Werkstatt für Behinderte). Quasi als Außenposten der von ihrem Gatten in der Region gegründeten Behindertenwerkstatt, installierte Bärbel Schenke dann im Pfarrhaus eine Fördergruppe für mehrfach schwerstbehinderte Menschen, denen noch die Fähigkeiten zur Mitarbeit in einer entsprechenden Werkstatt fehlten. Schließlich erwarb Mitte der 90er Jahre das Diakonie-Werk nördliches Mecklenburg aus Grevesmühlen das Gebäude, modernisierte es, baute um und richtete hier die erwähnten Heimplätze ein.

„Das war sehr gut. Vor allen Dingen, weil viele Heimbewohner so ein ländliches Milieu brauchten: kleine Tierhaltung, kleines Gärtchen, Waldspaziergänge, auf der Wiese rumstromern und Karnickelfutter suchen. Sie haben sich hier unheimlich wohl gefühlt“, blickt Hartmut Schenke zurück.

Nicht von ungefähr wird ja in der neuen Kühlungsborner Umgebung, insbesondere für die ehemaligen Alt Kariner, gerade noch eine „geeignete Grünfläche für Hobbygärtner“ gesucht, damit die Umgezogenen ihrer geliebten Freizeitbeschäftigung weiter nachgehen können, wie es vom Diakonie-Werk dazu heißt.

In der Gemeinde Carinerland würden die Entwicklungen um das Alt Kariner Pfarrhaus nunmehr „sehr intensiv wahrgenommen“, sagt Hartmut Schenke und ergänzt, dass sich jetzt zunehmend Bürger der Kommune dazu äußern würden und dabei viele ihren Wunsch zum Ausdruck brächten, dass „das Haus in seiner zentralen, bestimmenden Lage“ in diakonisch-sozialer Nutzung bleiben und nicht in Privatbesitz übergehen solle. Das käme seinem Empfinden und Anliegen sehr entgegen, verrät der Wahl-Kariner. „Denn als die Heimbewohner hier noch im Dorf lebten, haben wir festgestellt, dass diese Nutzung des Pfarrhauses die Kirchgemeinde und die Kommune ein bisschen mehr zueinander brachte“. Vorher hätte es gerade in Alt Karin da eine ziemlich exakte Trennung gegeben, aber diese Grenzen hätten sich mittlerweile etwas verwischt und es sei schon einiges Hand in Hand gelaufen. „Auch aufgrund der Anwesenheit der Behinderten, die hier also sehr akzeptiert wurden“, meint Hartmut Schenke im Gespräch mit der OZ und sagt: „Das war ein sehr positiver Prozess, der natürlich weitergehen sollte, weil das Dorf dadurch auch etwas entkrampft wird.“

„Es gab schon Leute, die hier waren und sich für das Pfarrhaus interessiert haben“, sagt der Nachbar der Immobilie. Aber die seien wieder davongefahren.

Im Dorf und in der Region gebe es mittlerweile die Idee, hier eventuell eine Tagespflege für Senioren einzurichten, die von der Sozialstation betrieben werden könne, berichtet Hartmut Schenke: „Es gibt doch sehr viele ältere Menschen, die sagen, dass sie hier gern bleiben würden, auch wenn sie Hilfe benötigten“.

Thomas Hoppe

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