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Pfeifen manche Mieter auf den Brandschutz?

Neubukow Pfeifen manche Mieter auf den Brandschutz?

Neubukow: Nach Hausflurbrand im Fritz-Reuter-Ring ziehen einige Mieter keine Lehren aus dem Geschehen

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Nichts abgestellt, nur aufgehängt...

Quelle: Fotos: Thomas Hoppe

Neubukow. Im Hausflur vom Fritz-Reuter-Ring 28 riecht es noch immer verbrannt, obwohl alle Treppen geputzt und die Wände geweißt sind. Hier hatte ein Schuhschrankbrand am 31. Januar für zeitweise unbewohnbare Wohnungen, eine Menge Ärger und Schäden im Gesamtwert von 50000 Euro gesorgt. Kinder hatten gekokelt.

Wenn die mich von oben in die Klinik holen und hier würde alles rumstehen...“Jürgen Stum zu Ordnung im Hausflur

Daraufhin hatte die zuständige Wohnungsverwaltungs GmbH am 9. Februar allen ihren Kunden im Fritz-Reuter-Ring, in der Wilhelm-Busch-Straße, im Lindenweg und am Panzower Weg einen Brief geschickt. In ihm wurde „aus aktuellem Anlass“ allen Mietern „gemäß der Hausordnung“ untersagt, Gegenstände im Hausflur abzustellen. Es wurde „gegebenenfalls um Beräumung“ gebeten. Und tatsächlich verschwanden einige Regale aus den Fluren. Die Mehrheit verzichtet ohnehin darauf. Aber es gibt auch Mieter, die sich sowohl vom Feuer, als auch vom Brandbrief der Vermieter nicht beeindrucken lassen. Dafür fand die OZ gestern bei Stichproben im Reuter-Ring und in der Busch-Straße eine Reihe von Beispielen. Vor allem zur Unterbringung ihrer Schuhe außerhalb der eigenen vier Wände nutzen einige Leute immer noch Schränke oder selbstgebaute Regale, die sie neben ihren Haustüren oder auf Treppenabsätzen abstellen. Dabei gesellen sich manchmal zu den Trittchen, Gummistiefeln und Sportschuhen auch abgelegte Zeitungen, ein Beutel mit Weihnachtsmannkostüm oder dünne Teppichbodenrollen — alles brennbares Zeug. Insbesondere einige Mieter, die oben wohnen, nutzen Hausflure offenbar gern zur Aufstellung von Zusatzmobilar. Jürgen Stum aus dem Fritz-Reuter-Ring 26 verweist in diesem Zusammenhang auf Probleme, die sich in solchen Aufgängen bei Krankentransporten ergeben können: „Ich muss öfter ins Krankenhaus. Wenn die mich runterholen und es würde da alles rumstehen... aber in unserem Aufgang ist alles in Ordnung. Für Zeitungsabfälle haben wir hier unten einen Korb, den ,unser Hausmeister‘

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Eigentlich alles picobello, trotzdem noch gefährlich.

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regelmäßig leert.“ In der Nummer 28 hatte der Brandursachenermittler damals gegenüber der OZ gerade vor solchen Zeitungssammelstellen im Flur gewarnt, denn die würden ja wie Zunder brennen.

Nicole Ebel hat sich extra ein kleines Metall-Regal — insbesondere für die Schuhe ihrer beiden Kinder — in den Hausflur gestellt: „Das sieht sonst alles so zugemöhlt bei mir aus. Das mit dem Brand war schlimm, ich habe das auch im Hinterkopf und mache mir auf jeden Fall noch Gedanken“, sagt sie. Ein paar Aufgänge zuvor bekräftigt eine Neubukowerin die Hausordung: „Das ist ja richtig, wenn nichts auf dem Flur steht. Man hat ja selber Schiss. Ich werde meine Blumen im Frühjahr auch wieder rausstellen, wegen der Plastekästen. Ich weiß sonst nicht wohin, im Keller ist es zu warm.“ Zu den Schuhen sagt sie: „Wir haben unsere alle drin, wir sind drei Personen in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung. Mein Sohn hat einen Schuhschrank, im Wohnungsflur steht noch einer.“

Die Frau, die nicht genannt werden möchte, deutet auf ein weiteres Problem. Nicht selten stehen die Brandschutztüren vor den Kellerzugängen offen. So sah es auch gestern in mehreren Aufgängen aus.

Aber immerhin waren alle Haustüren nur mit Schlüssel zu öffnen.

 



Thomas Hoppe

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