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„Rallye-Piste“ über Brusower Ackerland

Brusow/Kröpelin „Rallye-Piste“ über Brusower Ackerland

Bodeneigentümerin ist über Missbrauch ihres Ackers als Umgehung für eine Baustelle entrüstet

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Grundstückseigentümerin Sabine Otto (l.) weiß nicht, wer das Gebüsch vor ihrem Acker plattgemacht hat und damit eine einladende Auffahrtsschneise für jedermann auf ihren Grund und Boden schuf.

Quelle: Fotos: T. Hoppe

Brusow/Kröpelin. „Das kann doch wohl nicht wahr sein: Da hast du Eigentum und hast umso mehr Probleme je mehr du hast“, ärgert sich Sabine Otto aus Brusow.

OZ-Bild

Bodeneigentümerin ist über Missbrauch ihres Ackers als Umgehung für eine Baustelle entrüstet

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Der 54-Jährigen gehören im Kröpeliner Ortsteil sieben Hektar Acker entlang der verlängerten Straße „Zum Heidenholt“ Richtung Retschow.

Seit dem 5. September war diese Piste zum Teil wegen einer Straßendeckenerneuerung gesperrt, doch der Verkehr lief über den Ackerboden von Sabine Otto weiter. „Das ist eine richtige Rallyestraße geworden“, sagt dazu die Eigentümerin und fragt sich wütend, wer durch das Gebüsch an ihrer Ackergrenze eine Schneise geschlagen hat, sodass Fahrzeugführer regelrecht auf ihren Acker gelenkt werden (siehe Foto).

„Das ist doch Privatland und du siehst, dass sie einfach darüber fahren – ich konnte deswegen schon Nächte nicht schlafen“, berichtet die berufstätige Frau, die in einem Kühlungsborner Textilgeschäft Verkäuferin ist.

Dabei habe sie extra der Kröpeliner Stadtverwaltung geschrieben, dass ihr Grund und Boden bei den Bauarbeiten nicht genutzt werden solle. Was ihr aus dem Rathaus dann auch schriftlich zugesichert worden war. „Aber Sie sehen doch, was passiert ist“, sagt Sabine Otto und weist auf eine meterbreite, zweispurige wilde Ersatzfahrbahn, die zudem den Boden auf ihrer Ackerfläche mittlerweile verfestigt hat.

„Ich finde das unmöglich und habe die Stadt – sie ist ja schließlich die Auftraggeberin – aufgefordert, den Urzustand wieder herzustellen, also alles aufzupflügen“, erklärt die immer noch aufgebrachte Frau. Sie fragt sich, ob ihr nicht eine finanzielle Entschädigung für die Nutzung ihres Eigentums zustehe, schließlich müsse sie ja auch den Straßenbau anteilig mittragen.

Der Vorarbeiter der Straßenbaufirma bestätigt, dass in den vergangenen Tagen „manche da über den Acker die Baustelle umfahren“ hätten. Das sei ihm auch aufgefallen, sagt er. Einen eigenen Firmentransporter, der jetzt gerade auf Sabine Ottos Acker die wilde Straße quasi versperrt, lässt er umgehend wegfahren. Sie meint: „Der gehört hier auch nicht her“.

Außerdem sei am Montag – wohl nach dem Beschwerdeanruf der Brusowerin im Bauamt der Stad – so vermutet sie – die Straßenabsperrung aus Richtung Brusow-Ausbau vorverlegt worden. So kommt jetzt von dort niemand mehr auf die eingefahrene Ackerpiste und wer sich über diese Spur von Brusow aus nähert, müsste woanders hin ausweichen.

Nach Angaben des Rask-Vorarbeiters könnten die Asphaltierungsarbeiten aber heute schon abgeschlossen sein.

Sabine Otto verweist noch darauf, dass selbst der Pächter ihres Bodens, der Schmadebecker Landwirt Hergen Plate vor Tagen quasi einen kleinen Hindernisgraben am Ackerrand gegen potenzielle Feldfahrer gezogen hätte – vergeblich.

Aber man könne sich doch nicht alles bieten lassen, betont Sabine Otto und begründet das damit: „Es macht ja heute jeder, was er will.“

Es sei „natürlich widrig, wenn sich Verkehrsteilnehmer einfach einen Weg über private Grundstücke suchen“, schätzt auch Cornelia Panke aus dem Kröpeliner Bauamt gegenüber der OZ ein. Wenn die Schilder über ein Durchfahrtsverbot missachtet werden, könne jedoch nur die Polizei etwas bewirken, wenn sie dort kontrollieren und die entsprechenden Fahrzeugführer abstrafen würde: „Was anderes ist da nicht möglich“.

Thomas Hoppe

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