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„Rinderbluten“ in Westenbrügge

Westenbrügge „Rinderbluten“ in Westenbrügge

Gestern war hier am Stall eine große Reihenuntersuchung gegen Leukose, Brucellose und Herpesviren angesetzt

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Tierarzt Dr. Heiko Zepperitz (2.v.r.) nähert sich der Mutterkuh im Fangstand, Landwirt Alexander von Storch (r.) registriert die Tiernummer.

Quelle: T. Hoppe

Westenbrügge. Zwei sogenannte Absatzkälber haben sich in Westenbrügge in die Büsche abgesetzt und extra einen kleinen Hügel erklommen, um sich hier hinter einer Mauer verstecken zu können (siehe kleines Foto). Denn gegenüber am Stall macht sich ein Tierarzt an den großen Rindern zu schaffen. Er hat eine ganze Batterie Spritzen dabei. Das Muhen der anderen schallt über den Hof.

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Gestern war hier am Stall eine große Reihenuntersuchung gegen Leukose, Brucellose und Herpesviren angesetzt

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„Rinderbluten“ nennen die Menschen in der Region dieses Prozedere auch noch. „Den Chef kriegen Sie heute nicht, der ist beim Rinderbluten, der hat den Kopf voll“, heißt es auch in der Firmenzentrale der Alt Kariner Gutsverwaltung Storch KG. Obwohl sich das martialischer anhört, als es ist.

Insgesamt 120 Tieren des Betriebes wird an diesem Mittwoch halt aus ihrem Gefäßgeflecht (Plexus) unterm Rinderschwanz eine Blutprobe entnommen.

„Das ist eine staatlich angewiesene Maßnahme, bei der auf Leukose, Brucellose und eine Herpesvirusinfektion BHV1 untersucht wird“, erklärt dazu auch ganz emotionslos Dr.med.vet. Heiko Zepperitz.

Würde es keine solche regelmäßigen Blutuntersuchungsbefunde geben, wären die Tiere „so gut wie nicht zu verkaufen“ und die Tierseuchenkasse würde außerdem Alarm schlagen, denn die müsste beim Ausbruch solcher Krankheiten zahlen, erläutert der Tierarzt weiter.

In Westenbrügge sei der Bestand bislang, so wie alle im Altkreis Bad Doberan, frei von diesen Tierseuchenerregern.

„Sie sind alle BHV1-frei — schon seit dem Jahr 2000. Auch frei von Brucellose — bereits seit 1980 — und von der Virusinfektion Leukose, die mit der menschlichen Leukämie vergleichbar ist, seit 1990. Bei den Milchkuhbeständen wird ja über die Milch alles beprobt, da brauche ich keine Blutproben zu nehmen“, sagt der 71-Jährige, der seit 46 Jahren als Tierarzt arbeitet.

Schon steht die nächste Mutterkuh im Fangstand am Westenbrügger Rinderstall und ein Mitarbeiter hebt ihren Schwanz an, so dass Heiko Zepperitz mit der Spritzenkanüle gut in das an dieser Stelle konzentrierte Blutgefäßgeflecht stechen kann. „Hygienisch ist das nicht, Sauerbruch würde sich im Grab umdrehen, aber es wird seit jeher so gemacht und ich habe in all den Jahren, in denen ich das mache, noch kein Tier gesehen, das dort eine Infektion bekommen hätte“, wirft der Veterinär ein.

Den Tieren ist das offensichtlich nicht angenehm und sie beeilen sich schließlich aus dem Stand zu kommen — traben dann aber ganz gelassen in ihren Stall. Das nächste Rind zögert jedoch in Position zu gehen. Landwirt Alexander von Storch trägt alle Ohrnummern der beprobten Tiere in eine Liste und die Probe selbst wird mit einem entsprechenden Strichcode versehen. Dann geht die ganze Rinderblutladung nach Rostock zum Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt. In ein paar Tagen sollen die Ergebnisse vorliegen.

Für alle Tiere, die älter als 24 Monate sind, ist diese jährliche Untersuchung auf BHV1 vorgeschrieben. die Untersuchung auf Leukose und Brucellose ist längstens alle drei Jahre nötig.

Von 9 bis 14 Uhr hat das diesjährige „Rinderbluten“ in Westenbrügge gedauert. Und die beiden ausgebüxten Kälber werden auch wieder bei ihrer Mutter sein.

Erst wenn sie ein halbes Jahr alt sind und so 200 bis 300 Kilogramm auf die Waage bringen, werden sie an spezielle Mastbetriebe verkauft, die die jungen Rinder dann bis auf 800 Kilo mästen, wie Heiko Zepperitz noch weiß.

Von Thomas Hoppe

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