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Seniorenzentrum startet Kultur-Projekt

Seniorenzentrum startet Kultur-Projekt

Kröpeliner Awo-Pflegeeinrichtung arbeitet an regionalem Netzwerk für Menschen mit Demenz mit

Kröpelin Das lokale Gerontopsychiatrische Netzwerk Angehörigenarbeit MV (Gena) kann Mitte des Monats sein zweijähriges, vom Bund mit 10000 Euro gefördertes Projekt „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ starten. OZ sprach darüber mit der Gena-Koordinatorin Elfriede Pilgrim, die das Kröpeliner Awo-Seniorenzentrum leitet.

 

OZ-Bild

Auch Demenzkranke sollen freudig an schönen Dingen teilhaben.“Elfriede Pilgrim, Projektkoordinatorin

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OZ: Worauf zielt Ihr Netzwerk mit diesem Projekt?

Elfriede Pilgrim: Ausgangspunkt der Idee ist, dass jede Pflege-Einrichtung in der Region auch kulturelle Veranstaltungen für demenziell erkrankte Menschen, deren Angehörige und interessierte Personen organisiert, dabei von Ehrenamtlern unterstützt wird und Erfahrungen damit gesammelt hat. Wir wollen das alles gern zusammenbringen, trägerübergreifend. Damit es letztlich mehr Möglichkeiten gibt, wo man mit seinem Demenzkranken hingehen könnte. Anlaufstellen sind Carolin Kords von „Die Pflegebienchen“ in Bad Doberan und ich in Kröpelin. Wir starten am 12. bzw. am 17. November mit entsprechenden Schulungen durch Dr. Elke Melz für interessierte Ehrenamtler. Die sollen da mit Künstlern zusammengebracht werden.

OZ: Welche Erfahrungen haben Sie in Kröpelin mit Kunst und Kultur für Demenzkranke gemacht?

Pilgrim: Demenzkranke sind nicht ohne Verstand, ohne Geist. Die Betroffenen sollten nicht nur auf ihre Defizite festgelegt werden, was sie alles nicht mehr können, was ganz furchtbar und belastend ist. Man sollte sie auch freudig an schönen Dingen teilhaben lassen.

OZ: Welche Kunstschaffenden sind am Projekt beteiligt?

Pilgrim: Für unsere Schulung am 17. November im Kröpeliner Awo-Seniorenzentrum „Haus am Wedenberg“ habe ich jetzt bereits feste Zusagen von der Töpferin Andrea Schürgut, von einem Clown der Rostocker „Rotznasen“ und von der Trommlerin Ines Wassermann.

Von den anderen Künstlern habe ich noch keine Rückmeldungen.

OZ: Wen haben Sie zum Projekt noch eingeladen?

Pilgrim: Bislang den Pianisten Wassilij Kulikow , den Bariton Ralf Schlotthauer, die Puppenspielerin Sabine Zinnecker, die Geigerin Gerlind Brosig. Von alle denen habe ich die generelle Zusage, dass sie sich mit Veranstaltungen an unserem Projekt beteiligen wollen.

OZ: Wie groß ist der Kreis der Netzwerkpartner in Ihrem Projekt?

Pilgrim: Der reicht zum Beispiel von der Awo-Sozialstation Kühlungsborn, über die Kröpeliner „Krankenpflege und Seniorenbetreuung Ilka Bockholt“ und die hiesige Sozialstation der Diakonie, das Doberaner Krankenhaus, die Kreismusikschule (dort haben wir angefragt), den Pflegestützpunkt Güstrow, das Johanniterhaus im Doberaner Kammerhof bis hin zum Güstrower Bilse-Institut und die Psychiatrie-Koordinatorin des Landkreises.

OZ: Mit welchen Teilnehmerzahlen rechnen Sie bei den geplanten kulturellen Aktivitäten?

Pilgrim: Mit mindestens zwölf bis 30, 40 Teilnehmern. Ralf Schlotthauer kann sich zum Beispiel vor 40, 50 hinstellen und kriegt sie alle fröhlich zum Mitsingen.

OZ: Gibt es ähnliche Projekte im Land oder in der Republik, zu denen Sie Kontakt haben?

Pilgrim: In ganz Deutschland sollen 500 solcher Lokalen Allianzen entstehen, in Mecklenburg sind es drei oder vier, die diese Förderzuschläge bekommen haben.

Am 25. November sind wir zu einem Treffen aller Allianzen nach Berlin eingeladen, wo sich die Teilnehmer austauschen werden.

OZ: Was fehlt in Sachen Demenz am meisten?

Pilgrim: Im Landkreis fehlt ein Neurologe. Und die Ausbildung zu gerontopsychiatrischen Fachkräften ist in MV wirklich ein ganz gruseliges Kapitel. Es gibt immer noch kein Landesgesetz dafür. In Hamburg ist dagegen diese Zusatzausbildung für Altenpflegerinnen oder Krankenpfleger (in zwei Jahren 1200 Stunden) hoch angebunden und hat eine hohe Qualität und hohe Standards. Da kommt hier im Land keine Ausbildung mit.

Anmeldungen für die Schulungen unter ☎ 038 43/75 55 04 20

Interview von Thomas Hoppe

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