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Strandstraße: Anwohner wollen Tempo 30

Kröpelin Strandstraße: Anwohner wollen Tempo 30

Kröpeliner Grüne organisieren Unterschriftenaktion / Stadtverwaltung ist Anliegen der Bürger gegenüber offen

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Die Kröpeliner Christine Borgwald und Hubertus Wunschik von den Grünen wollen in dieser Woche eine Unterschriftenaktion zur Unterstützung der Bürgerforderung nach Tempo 30 starten. Auch Joachim Bockholt (r.) reicht’s.

Kröpelin. „Uns geht es vor allem um den Durchfahrtsverkehr, der hier nicht unbedingt durch muss und um den, der die zulässige Geschwindigkeit nicht einhält“, fasst die junge Anwohnerin der Kröpeliner Strandstraße ein Problem zusammen, das offenbar viele im Zentrum der Stadt bewegt. Sie möchte zwar namentlich nicht erwähnt werden, aber auch andere Kröpeliner sehen das so. Rainer Bockholt, der seit zwei Jahren quasi gleich hinterm Ortseingangsschild von Kröpelin an der Strandstraße wohnt, betont dazu: „Der Verkehr hat hier ja immer mehr zugenommen – das wird ja immer schlimmer. Erst letzte Nacht ist einer vorbeigehämmert, da hat unser ganzes Haus gewackelt. Und erst der Ernteverkehr...“, klagt der 42-jährige Industriemechaniker, der hier mit Frau und Kind (acht Monate) wohnt und demnächst Schallschutzfenster einbauen muss. Natürlich würden sich auch seine Mieter über den Verkehr ärgern, sagt er.

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Kröpeliner Grüne organisieren Unterschriftenaktion / Stadtverwaltung ist Anliegen der Bürger gegenüber offen

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Lkw, die nach Kühlungsborn oder Rerik fahren, könnten ja auch die Kröpeliner Umgehungsstraße nutzen und müssten nicht die Haupt- und die Strandstraße der Kleinstadt passieren, schätzen Rainer Bockholt und weitere Kröpeliner ein. Zu ihnen gehören Hubertus Wunschik und Christine Borgwald von den Bündnisgrünen. „Die ganze Stadt ist davon betroffen und deshalb wollen wir als Grüne den Bürgerprotest unterstützen und fordern Tempo 30 für ganz Kröpelin!“, sagt Hubertus Wunschik und kündigt an, dafür versuchen zu wollen, „mit der Unterstützung der Grünen im Kreistag einen entsprechenden Antrag zu stellen“. Zudem werde in dieser Woche eine stadtweite Unterschriftenaktion zu dieser Forderung gestartet. Ein Vororttermin mit dem zuständigen Straßenbauamt sei bereits besprochen.

Kreistagsmitglied Christine Borgwald weist noch auf einen anderen Aspekt von hohen Geschwindigkeiten auf innerstädtischen Straßen hin: „Die Stadt verschickt Briefe und weist darauf hin, dass Anwohner die Bürgersteige sauberhalten müssen und bis zur Straßenmitte fegen sollen. Bei einer Androhung von Ordnungsgeld in Höhe von 1250 Euro. Und das bei diesem Verkehr...“

„Es geht hier um Sicherheit und Lärm“, bekräftigt auch Joachim Bockholt diese Position. Er warnt vor hohen Geschwindigkeiten auch aus dem Grund, weil die Bürgersteige gerade in der Strandstraße sehr schmal sind: „Wenn Sie hier aus dem Haus rausgehen, sind Sie praktisch auf der Straße“, zeigt er auf ein Foto, das er als Beleg geschossen hat. „Wird die Wirtschaft wirklich dadurch angekurbelt, dass Fahrzeuge mit 50, 60, 70 durch die Stadt fahren. Manche knallen hier durch den Ort Richtung Kühlungsborn und nehmen nichts von unserer Stadt wahr“, reagiert eine Kröpelinerin ärgerlich, die in einer Kühlungsborner Zimmervermittlung arbeitet, auf eine Argumentation, die einen Gegensatz von Wirtschaftsförderung und Tempo 30 konstruiert haben soll.

An Tempo 50 würde sich zudem kaum jemand halten, ergänzt die junge Frau. Gerd Friese (80) erinnert sich derweil daran, dass die Kröpeliner im Jahr 1977 schon einmal beantragt und genehmigt bekommen hätten, vom Abzweig Feldstraße bis zur Höhe Großer Parkplatz das Tempo auf 30 zu begrenzen. Dafür sei er wieder und meint: „Auf den anderen Strecken gibt es Kurven, da kann man nicht überholen – deshalb braucht man nicht mit 30 ausschildern. Und am Markt ist extra eine kleine Fußgängerinsel.“

„Wir sind gegenüber Bürgerinitiativen immer sehr aufgeschlossen, besonders wenn es um die Beseitigung von Gefahren in der Stadt geht“, sagt der amtierende Bürgermeister von Kröpelin zur geforderten Tempobegrenzung in der Strandstraße und darüber hinaus. Rüdiger Kropp kann sich vorstellen, dass die Stadt so eine Initiative unterstützt. Denn Kröpelin habe schon mehrere Anträge an die Baulastträger gestellt, um Geschwindigkeit zu drosseln und die Tonnage aus der Stadt herauszukriegen. Doch der Rathauschef sagt auch: „Das wird sehr schwer werden, weil es eine Landesstraße ist und diese dem Nahverkehrsaufkommen entsprechen muss“. Auch könne man nicht erzwingen, dass Firmen mit Transporten auf die Umgehungsstraße ausweichen, das funktioniere nur freiwillig.

Thomas Hoppe

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