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Tabernakel widerstand Einbrechern

Neubukow Tabernakel widerstand Einbrechern

Neubukow: Katholische Kirche von Dieben heimgesucht / Schrank für geweihte Hostien beschädigt

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Ist am 6. September 1953 eingeweiht worden: Die Kirche Mariä Geburt am Malpendorfer Weg in Neubukow.

Quelle: Foto: Thomas Hoppe

Neubukow. Die Polizei meldete gestern kurz einen Einbruch in die katholische Kirche von Neubukow, in deren Opferstock und eine Verunreinigung des Gotteshauses mit einer unbekannten Flüssigkeit.

Die mutmaßlichen Diebe müssen sich aber viel Zeit gelassen haben, denn nach Informationen aus der Kirchengemeinde hatten sie in dem Gotteshaus am Malpendorfer Weg auch zahlreiche Schubladen im Gebäudeinnern durchsucht sowie eine Schuppentür aufgebrochen.

Schließlich beschädigten sie Verzierungen vom Tabernakel (siehe Info-Kasten), in den sie offenbar eindringen wollten. Dabei zerstörten die Einbrecher – „vermutlich mit einem Hammer“ – eine der beiden kunstvoll mit Emaille gestalteten Tabernakeltürflügel und brachen ein Stück heraus. Sie vermochten es allerdings nicht, ins Innere vorzudringen.

Wie ein Mitglied der betroffenen Kirchengemeinde, Dr. Andreas Pawletta, der OZ sagte, bestünde der Neubukower Tabernakel aus mehreren Stahlschichten und sei in der Wand eingemauert. „Diese Geschichte trifft uns natürlich am tiefsten“, betonte der Katholik. Denn es wäre ein Sakrileg, ein Vergehen gegen Heiliges, gewesen, wenn zum Beispiel etwas mit den im Tabernakel eingelagerten Hostien passiert wäre.

Auch der Opferstock (kleiner Kasten in den Geldspenden eingeworfen werden können) im Kirchenvorraum sei aus der Wand, wo er angeschraubt war, herausgerissen und aufgebrochen worden.

Er hätte in der Nachbarschaft des Kirchengebäudes herumgefragt: „Es hat keiner was gehört“.

Festgestellt worden war der Einbruch am vergangenen Samstagabend gegen 20 Uhr von der Küsterin, als sie die Aushänge im Info-Kasten vor der Kirche aktualisieren wollte. Einen Gottesdienst hatte es hier am Samstag nicht gegeben.

„Sie hatte den Schlüssel für den Kasten geholt und entdeckte das dann alles“, erklärte dazu Dr. Pawletta.

In das Kirchengebäude eingedrungen waren die Täter durch ein Fenster der Sakristei, das sie eingeschlagen hatten. In der Sakristei seien dann alle Schränke geöffnet und der Inhalt von mehreren Schubladen im Raum verteilt worden, wusste Dr. Pawletta weiter zu berichten. Von der Sakristei aus müssen die Einbrecher eine verschlossene Tür zur Kirche aufgehebelt haben. Dr. Pawletta wunderte sich, wofür die Täter extra eine transparente ölige Flüssigkeit mit in die Kirche gebracht hatten. Nach den Spuren zu urteilen, haben sie damit „nur“ umhergespritzt: „Auf die Bänke, über das Harmonium und auf die Orgelbücher. Es ist schwierig abzukriegen, es ist so klebrig“.

Verwundert sind die Betroffenen auch, dass der Tabernakelschlüssel, der bislang im Gebäude versteckt gewesen sein soll, zwar verschwunden ist, aber der Tabernakel selbst damit offenbar nicht geöffnet wurde. Des Weiteren scheint bislang nur ein kleines Kreuz abhanden gekommen zu sein.

Die katholische Kirchengemeinde zählt in Neubukow und Umgebung derzeit 250 Mitglieder. Regelmäßig am Gottesdienst sollen rund 30 Gläubige teilnehmen.

Der Tabernakel

Nach katholischem Glauben werden Brot (Hostien) und Wein in der heiligen Messe (Eucharistiefeier) dauerhaft zu Leib und Blut Jesu Christi.

Daher kann das, was nach dem Abendmahl an Hostien (Oblaten) übrig bleibt, nicht einfach entsorgt werden. Es wird an einem besonderen Ort, dem Tabernakel, aufbewahrt – in der Regel ein Sakramentshaus oder Schrank mit verschließbarer Tür.

„Tabernaculum“ heißt Zelt, was an das Bundeszelt erinnert, in dem die Bundeslade (ein Holzschrein mit den Gesetzestafeln) während der Wanderungszeit des Volkes Israel aufbewahrt wurde.

Thomas Hoppe

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An über 20 Kirchenbauten auf Rügen wird gewerkelt. Besonders aufwändig sind St. Andreas in Lancken-Granitz und St. Jacobi in Gingst.

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