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Theo bringt Freude in den Heimalltag

Kröpelin Theo bringt Freude in den Heimalltag

Ehrenamtler für Beschäftigungen für an Demenz Erkrankte gesucht /Kröpeliner Seniorenzentrum ist Vorreiter

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Nicole Geisler brachte gestern an Demenz erkrankten Bewohnern des Kröpeliner Seniorenzentrums das Kaninchen Theo.

Quelle: Renate Peter

Kröpelin. . Mit dem Thema Tiere beschäftigten sich gestern die Bewohner der Wohngruppen I, II und III im Kröpeliner Awo-Seniorenzentrum. Sie leiden an Demenz. Um Tiere gehe es jede Woche einen Tag, sagt Betreuungsassistentin Nicole Geisler. Sie bringt Theo mit in den Raum. Die älteren Damen freuen sich und dürfen das Kaninchen streicheln. Erinnerungen werden wach.

Einige von ihnen hatten früher zu Hause auch Kaninchen. Wie viele hatten sie? Womit wurden sie gefüttert? Es wird geplaudert. Donnerstags kommt ein Schäferhund. Auch Hühner wurden auf dem Gelände des Seniorenzentrums schon versorgt. „Wir bieten jeden Tag eine andere Beschäftigung“, erzählt Nicole Geisler. Und nennt Hauswirtschaft, Bewegung oder die Wohlfühlrunden. Auch werde gemeinsam gebacken, gebastelt oder es werde vorgelesen. Theo ist gestern der Liebling der Bewohner im Erdgeschoss. Auch von Ursula Schwarck. Sie ist 96 – und ein halbes Jahr, das betont die Kröpelinerin extra schmunzelnd. Seit vier Jahren wohnt sie hier. „Wir werden gut versorgt. Man muss auch zufrieden sein können, nicht immer nur unzufrieden“, sagt sie.

„Je mehr wir uns mit den an Demenz erkrankten Bewohnern beschäftigen, desto ausgeglichener werden sie und das erleichtert auch die Pflege“, sagt Pflegedienstleiterin Annett Schubert. „Wir nehmen die Bewohner dort mit, wo sie sich befinden, holen sie dort ab“, sagt sie symbolisch. „Wir arbeiten mit diesen Bewohnern mehr, begleiten sie mehr. Die Betreuung steht an erster Stelle“, erklärt Annett Schubert. Von den 81 Bewohnern des Hauses am Kröpeliner Wedenberg sind weit über die Hälfte dement – von der leichten bis zur schwersten Form. Wer leicht an Demenz erkrankt ist, ist noch in anderen Wohnbereichen integriert. Bewohner mit schwereren Formen der Krankheit leben im Erdgeschoss in speziellen Bereichen. „Sie werden individuell gepflegt, jeder nach seinen Bedürfnissen. Wir nehmen die Bewohner ernst in ihrer Krankheit“, betont Wohnbereichsleiterin Andrea Nickel. Besonders freuen sich die Senioren über Besuch aus der benachbarten Awo-Kita „Pusteblume“. Einmal im Monat bringen die Kinder ein Geburtstagsständchen für Jubilare des Monats.

Jetzt will die Awo-Einrichtung wieder mit der Angehörigen-Arbeit stärker durchstarten. Die Angehörigen-Gruppe soll wiederbelebt werden. In ihr treffen sich hauptsächlich Angehörige von Betroffenen, die nicht in der Einrichtung leben. Sie werden durch das Seniorenzentrum geschult, es gibt Zusammenkünfte mit Ärzten und anderen Fachkräften zur Demenz.

Oft sind es Angehörige und vor allem ehrenamtliche Helfer, die das Seniorenzentrum bei Veranstaltungen unterstützen. Sie singen mit den Bewohnern, bereiten Feste mit vor, helfen bei Beschäftigungen im Garten oder unterstützen die Plattdeutsch-Nachmittage. „Wir sind froh über diese Hilfe“, sagt Andrea Nickel. Die Ehrenamtler treffen sich regelmäßig und werden auch zu Demenz geschult.

Weitere Ehrenamtler werden gesucht. Sie sollen dazu beitragen, dass die dementiell Erkrankten und deren Angehörigen teilhaben können an Kunst und Kultur. Das Kröpeliner Seniorenzentrum ist da auf einem guten Weg und erhielt deshalb den Zuschlag für das Projekt „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“. In Vorbereitung ist eine Vielzahl von Aktivitäten zur Organisation kultureller Veranstaltungen für Demenzbetroffene und deren Angehörige im Raum Bad Doberan, Kröpelin, Rerik, Kühlungsborn, Neubukow und Bützow. Zur Mitbetreuung solcher Veranstaltungen werden ab sofort ehrenamtliche Helfer gesucht. Das Projekt wird durch den Regionalverband der Arbeiterwohlfahrt Bad Doberan, das Bilse-Institut für Bildung und Forschung in Güstrow und das Sozialamt des Landeskreises Rostock unterstützt. Bedarfsgerechte Schulungen und Aufwandsentschädigungen werden geleistet.

Schulungen

Schulungstermine für Ehrenamtler:

12.11., 9.30 Uhr bis ca. 16 Uhr in der häuslichen Krankenpflege und Tagespflege „Die Pflegebienchen“ in Bad Doberan, Parkentiner Weg 2

17.11., 9.30 Uhr bis ca. 16 Uhr im Awo-Seniorenzentrum „Haus am Wedenberg“, Am Hohlweg 2, Kröpelin

Bis zu 500 „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz” sollen bis zu diesem Jahr in ganz Deutschland entstehen. Ziel des Bundesmodellprogramms ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld die bestmögliche Unterstützung zu bieten.

• Info: www.lokale-allianzen.de

Renate Peter

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