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Ultraschall misst hier alle Bachbewegungen

Teßmannsdorf Ultraschall misst hier alle Bachbewegungen

In Rostock ist man schon gespannt auf erste Funkdaten eines nagelneuen Messgeräts, das im Hellbach installiert wird

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Zurzeit führt der Hellbach Niedrigwasser, das zeigt auch der gelb-schwarze Lattenpegel. Sven Müller (l.) und sein Vater Jörg, sind beide Mitarbeiter der Berliner Hydrotec GmbH und kalibrieren hier mit Hilfe eines ADCP-Boots (orange), das mit Ultraschallimpulsen arbeitet, den neuen Doppler-Senor (an der grünen Platte).

Quelle: Thomas Hoppe

Teßmannsdorf. Anne Oelschner interessiert sich sehr für Wasserstandsmeldungen. Wirklich, denn die gehören zum Job der Diplomhydrologin beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalumm) in Rostock. Deshalb weiß die junge Frau auch genauestens Bescheid, was dieser Tage am Hellbach nahe Teßmannsdorf passiert: Hier installieren Mitarbeiter der Berliner Firma Hydrotec „eine automatische Messanlage zur Erfassung von Wasserständen und Durchflüssen für das Einzugsgebiet des Hellbachs“. Die bisherige, seit 1997 arbeitende Messstelle werde wegen Zuwegungsschwierigkeiten durch die moderne Station – etwa ein Kilometer unterhalb des alten Datensammlers – ersetzt. „Da wir dadurch in den Rückstaubereich der Ostsee gelangen, brauchen wir die Automatik, die auch bei Rückstau messen kann“, erklärt Anne Oelschner. Auf die Frage nach dem Nutzen solcher Messungen verweist die Diplomhydrologin darauf, dass sie auch Grundlage für wasserbauliche Maßnahmen seien sowie dem Wasserschutz dienten.

Ohne diese Daten kann man nicht wissen, warum was im Gewässer passiert.“Dr. Ricarda Börner, Stalu-Dezernatschefin

„Diese Daten sind natürlich auch von Interesse für alle Vorgänge in dem Gewässer. Der Hellbach ist eines der bedeutendsten Gewässer in der ganzen Gegend und laut Wasserrahmenrichtlinie auch ein berichtspflichtiges Gewässer“, ergänzt Dr. Ricarda Börner, die Leiterin des Stalumm-Dezernats für die Wasserrahmenrichtlinie und Wasserkunde. Die Messungen der Teßmannsdorfer Station dienten nach ihren Worten auch zur Interpretation von Gewässergütedaten und der biologischen Daten. „Bei Niedrigwasser wird zum Beispiel Abwasser besonders deutlich, weil es weniger verdünnt wird. Dann haben wir hohe Phosphatbelastungen. Bei Hochwasser wird das Abwasser zwar verdünnt, aber dann kommt im Frühjahr und Herbst der Stickstoff aus der Landwirtschaft rein, weil er aus dem Boden rausgespült wird“, erläutert Dr. Börner weiter und sagt: „Das ist hoch wichtig, denn Sie müssen bedenken, der Hellbach fließt ins Salzhaff und die Wasserqualität eines Küstengewässers hängt im Wesentlichen von den Nährstoffeinträgen ab. Auch jetzt die Blaualgen hängen damit wesentlich zusammen – nicht nur mit den Konzentrationen der Nährstoffe, sondern auch mit ihren Mengen. Und Letztere lassen sich nur berechnen, wenn ich auch Durchflussdaten habe. Ohne diese Daten kann man nicht wissen, was im Gewässer passiert.“ Auch aufgrund der Arbeit solcher Expertinnen konnten laut Umweltbundesamt zwischen den Jahren 1985 bis 2005 die Nährstoffeinträge in die Oberflächengewässer im deutschen Einzugsgebiet der Ostsee verringert werden: So gingen die Phosphoreinträge in dieser Zeit um 76 und die Stickstoffeinträge um 50 Prozent zurück. Von 2006 bis 2008 war für Stickstoff ein weiterer Rückgang der Einträge um 8 Prozent zu verzeichnen, während die Phosphoreinträge wieder leicht anstiegen.

Im Stalumm-Bereich gibt es 27 Oberflächenwassermessstellen für Fließgewässer, 7 Messstellen für Standgewässer und ca. 90 Grundwassermessstellen.

Die neue Anlage in Teßmannsdorf mit Lattenpegel und Übertragungstechnik kostete insgesamt 25000 Euro. Gestern kalibrierten Mitarbeiter von Hydrotec Berlin die Apparatur und fügten – z.B. nach der Ermittlung der Abweichung des Wasserdruckaufnehmers des Messgerätes vom realen Wasserstandswert – den entsprechenden Korrekturfaktor dazu. Zum Messen der Fließgeschwindigkeit ist der Messkopf unter einer Edelstahlkonstruktion mit zwei horizontalen Ultraschallwandlern ausgestattet. Ein vertikaler Wandler misst den Wasserstand.

Die von hier übertragenen Hellbach-Werte sollen im nächsten Jahr auch online gehen, wie Dr. Börner informiert. Sie würden dann unter dem Pegelportal des Landes zu finden sein, ergänzt Anne Oelschner.

• Schon heute sind zahlreiche Wasserstandsmeldungen unter www.pegelportal-mv.de und www.pegelonline.wsv.de im Internet abrufbar

Thomas Hoppe

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