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Umwelt-GmbH kooperiert mit georgischer Dünger-Fabrik

Sandhagen Umwelt-GmbH kooperiert mit georgischer Dünger-Fabrik

Die Hanseatische Umwelt CAM GmbH in Sandhagen nutzt eine in Deutschland selten angewandte Methode, um einen neuen bakteriellen Dünger in seiner Wirksamkeit zu testen und interessierten Landwirten Tipps zur Verbesserung ihrer Bodenqualität - auch ohne höheren Stickstoffeinsatz - zu geben.

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Diplomagraringenieur Martin Staemmler (l.) zeigt das georgische Produkt BactoFert, dessen Wirksamkeit er anhand eines Chromatogramms beurteilen kann. Darüber drehte der GeoFert-Mitarbeiter Thomas Klein in Sandhagen einen Youtube-Streifen, der unter der Rubrik „Düngermann“ zu sehen sein wird.

Quelle: Foto: Thomas Hoppe

Sandhagen. „Piep, piep, piep, hier kommt der Düngermann“, hieß es gestern Mittag quasi bei der Hanseatischen Umwelt CAM GmbH in Sandhagen. Denn der 34-jährige Thomas Klein, seines Zeichens Projekt- und Marketingmanager einer aus Georgien belieferten Düngervertriebsfirma, spannte hier den 69-jährigen Chef des Sandhäger Unternehmens, Martin Staemmler, in eine digitale Videoproduktion für den „Düngermann-Report“ ein. Der Piepton kam dabei gelegentlich von manchem technischen Gerät im Raum. Zu sehen sein soll das Drei-Minuten-Resultat demnächst auf Youtube.

Sinn der Unternehmung ist die Erklärung eines Verfahrens, das eine Grundlage der kürzlich gestarteten Kooperation zwischen Georgiern und Mecklenburgern bildet: die Chroma-Methode (siehe Info-Kasten).

„Das Know-how aus dieser Technologie nutzen wir auch zur Beurteilung von Böden von GeoFert-Versuchsfeldern in der Region“, sagt dazu Martin Staemmler. So hätten die Sandhäger „teilweise was“

erkannt, „teilweise gar nichts“. „Das waren wichtige Erfahrungen, weil manche Landwirte das Produkt nicht eingearbeitet hatten, und dann lag das 14 Tage lang in der Sonne – UV-Licht zerstört aber die Kulturen“, berichtet Martin Staemmler, der der mikrobiellen Umsetzung von organischen Substanzen im Boden und ihrer Nährstoffbereitstellung für die Pflanzen ohne zusätzliche Stickstoffdüngung große Chancen einräumt: „Das könnte Auswirkungen auf alle Landwirte haben. Damit würde diese Gegend die Geburts-Ecke einer neuen Entwicklung“, mutmaßt der Diplom-Agraringenieur.

Sein Teterower Geschäftspartner Thomas Klein sagt dazu: „Die neue Düngemittelverordnung greift schon jetzt bei Wirtschaftsdünger und erlaubt nur noch den maximalen Einsatz von 170 Kilo Stickstoff pro Hektar und Jahr. Das soll auf der mineralischen Schiene angeblich im Herbst nachrutschen – deswegen die Überlegungen bei großen Unternehmen, dass sie etwas zum Ergänzen brauchen“.

Unter anderem aus diesem Grund hat die GeoFert (Abkürzung für Georgien und Fertiliser – Dünger) gemeinsam mit der Ceravis AG (auch in Neubukow ansässig) bereits 17 Versuchsfelder für das Produkt BactoFert angelegt.

Thomas Klein schwärmt von einem solchen Feld bei Levitzow nahe Teterow: „Dort haben wir eine Kombination von Wirtschaftsdünger und BactoFert – der bakterielle Dünger aus Georgien auf Zeolith-Basis – auf einem Sandhügel mit 22 bis 25 Bodenpunkten für Mais probiert. Eigentlich ein Boden, der nicht zum Maisanbau geeignet ist, weil der einen hohen Humusanteil braucht. Trotz einer sechswöchigen Trockenperiode hat unser Mais sehr gut dagestanden. Das war unser erster Schritt, worauf die Ceravis aufmerksam geworden war.“ Die nötige Menge der aufbauenden Bakterien, mit denen in BactoFert eine Grundmasse von Rohbraunkohle geimpft wurde, könne durch ein entsprechendes Chromatogramm des jeweiligen Ackerbodens ermittelt werden, erklärt Martin Staemmler weiter und sagt: „Erforderliche Nährstoffe, zum Beispiel für Qualitätsweizen, lassen sich schließlich durch Aktivierung des Bodenlebens gewinnen, ohne dass ich mehr mineralischen Dünger gebe“.

Die Frage, ob die Bakterien von der Grenze zwischen Europa und Asien langfristig das natürliche Gleichgewicht in Mitteleuropa verändern würden, erübrige sich, weil die Mikroorganismen, mit denen in dem georgischen Produkt die Grundmasse geimpft wurde, aus Deutschland stammen würden, wie Thomas Klein erläutert. „Wir sind mit unseren Wissenschaftlern durch Mecklenburg gefahren und haben überall Bodenproben genommen. Und die stickstofffixierenden Bakterien sowie die anderen Kulturen, die da drin sind, sind waschechte Mecklbörger. Sie werden in riesigen Behältern gezüchtet und sind auf unsere klimatischen Bedingungen abgestimmt“, betont der gebürtige Mecklenburger. Es würden die wichtigen Bakterien dem Boden zugeführt, andere Bakterien würden dadurch wahrscheinlich auch absterben, aber Ziel sei ja die Anreicherung des Bodens.

Boden- und Kompostbeurteilung durch Chromatogramme

Chromatogramme sind eine bildschaffende Methode zum Beispiel zu einer Boden- und Kompostbeurteilung, die Aussagen über die jeweilige biologische Aktivität erlaubt.

Chemische Untersuchungen geben zwar Aufschluss über die vorhandenen Hauptnährstoffe, Chromas zeigen dagegen, wie der Boden sie umsetzen kann und weitere organische Stoffe in pflanzenverfügbare Nährstoffe umzuwandeln vermag. Die Chromalehre entstand schon zu Zeiten von Justus von Liebig (um 1830), wurde von Dr. Ehrenfried Pfeiffer in den 1930er Jahren in den USA weiterentwickelt und wurde in den 50/60er Jahren durch die österreichische Familie Lübke nach Europa zurückgebracht. Bei der Methode werden bestimmte Metallsalze in wässriger Lösung auf einem Träger mit der zu untersuchenden Substanz in Reaktion gebracht. Das Ergebnis sind probenspezifische Strukturen bzw. Farben, von denen dann die Aussagen u.a. über Qualität der Proben abgeleitet werden können. Ein aktiver Cocktail von Mikroorganismen kann zur Bodenverbesserung beitragen. Eine Probe (zwei Mal im Jahr) soll zwischen 70 bis 100 Euro kosten.M. St.

Thomas Hoppe

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