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Tierschützer verurteilen „Zustände“ in großer Katzenzucht / Veterinäramt sieht „keine Gefahr in Verzug“

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Dieses Gehege teilen sich 6 Burma-Zuchtkater, sie können auch ins Haus. In dessen Innern hat eine Zeugin (Name der OZ bekannt) im März allein im Obergeschoss 50 Katzen gezählt. Das bestätigte die Halterin. Doch die Zeugin meinte auch: „Das Haus ist ein riesiges Katzenklo“.

Quelle: Hoppe

Westenbrügge. „Wir haben alles versucht, wir kommen nicht weiter: die Behörde mauert, Frau H. (Redaktion hat Namen abgekürzt) ist nicht kooperativ, dabei haben wir ihr Hilfe angeboten“, klagt die Vorsitzende vom Katzenschutzverein in Kühlungsborn, Karin Stüver, am OZ-Telefon. Gemeinsam mit anderen Tierschützerinnen kümmere sie sich nach entsprechenden Hinweisen von Nachbarn bereits seit Februar um „gesetzeswidrige Zustände“ in der Katzen-Haltung einer Westenbrüggerin.

Der Bestand ist ungewöhnlich groß. Die Versorgung der Tiere ist gesichert.“Michael Fengler, Landkreis-Sprecher

In schriftlichen Zeugenaussagen und Strafanzeigen dazu (Kopien liegen der OZ vor) ist die Rede davon, dass die „Tierhaltungsdichte“ (geschätzt wurden um die 80 Katzen) das zulässige Maß artgerechter Haltung deutlich überschritten habe, „im Haus erhebliche hygienische Mängel“ herrschen würden, deren Gestank bereits in die nachbarliche Doppelhaushälfte dringe. Die Katzen wären verhaltensgestört, nachts sei lautes Katzengeschrei zu vernehmen, die Halterin überfordert. Die zuständige Amtstierärztin im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Rostock wird verdächtigt, gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. Offenbar scheue sich die Behörde „wegen fehlender Unterbringungsmöglichkeiten oder wegen des Kostenrisikos“ davor, die Tiere einzuziehen, vermutet Karin Stüver in einem Schreiben an die Rostocker Staatsanwaltschaft.

„Ich züchte seit 40 Jahren Katzen“, sagt die kritisierte Halterin Regina H. ganz ruhig und selbstbewusst in ihrem Garten zur OZ und erzählt: „Ich hatte so ein kleines Katerchen, viereinhalb Monate, in der Mädchengruppe laufen und war wegen eines Unfalls beim Gehegebau plötzlich sechs Wochen zu einem Pflegefall geworden. Wenn die Katze eine stille Rolle hat, bekommt man das nicht mit – so hatte ich mit einem Mal einen Schwung Katzen“. Rassekatzen, die man nicht einfach zu Dumpingpreisen auf den Markt bringen dürfe, sonst gebe es Ärger mit anderen Züchtern, verdeutlicht Regina H.. Trotzdem habe sie in den letzten Monaten 14 Burma-Katzen vermittelt, bis nach Österreich. Im Alter zwischen zwölf und vierzehn Wochen soll hier so ein Katzenjunges (Kitte) um die 600 Euro kosten. Allerdings müsse sie monatlich – allein für das Futter – 800 Euro aufbringen, dazu komme Katzenstreu, rechnet die Tierhalterin auf OZ-Anfrage vor. Ihre Hauptarbeit sei Putzen, ergänzt die studierte Juristin.

Nun lebten hier neben sechs Zuchtkatern mit eigenen Räumlichkeiten „noch rund 30 Tiere, vor allem Mädchen“ auf 80 Quadratmetern des insgesamt 165 Quadratmeter großen Hauses. „Das ist aber nichts Außergewöhnliches. Da sind auch Kastraten dabei, die noch vermittelt werden können“, ergänzt die Züchterin.

„Es wurde behauptet, ich hätte 80 bis 100 Katzen. Das stimmt überhaupt nicht. Außerdem werden die Tiere regelmäßig durch das Veterinäramt kontrolliert“, betont Regina H.. Auch das Gesundheitsamt sei schon bei ihr gewesen und überlege, wie ihr geholfen werden könne.

Hilfe ist für Regina H. ein wichtiges Stichwort. „Ich kann vieles machen, aber manche Sachen kann ich gar nicht mehr heben“, sagt die 65-jährige Witwe, die kurz hintereinander, im Herbst und im März, zwei große Wasserschäden zu beklagen hatte. Der Waschmaschinenschlauch sei abgesprungen, sagt sie und räumt ein: Über eine kräftige Unterstützung für eine Woche würde sie sich sehr freuen. Auch von Tierschützern würde sie Hilfe annehmen, wenn die nicht die Menschen fertig machen wollten.

Die Fragen der OZ zu diesem Fall an die Leiterin des Veterinäramtes in Güstrow, Elisabeth Dey, beantwortete gestern der Sprecher des Landkreises , Michael Fengler. Demnach habe das Veterinäramt „in der benannten Katzenhaltung“ aktuell 40 Tiere gezählt. Weiter heißt es wörtlich: „Der Bestand ist ungewöhnlich groß. Aus Sicht des Veterinäramtes besteht jedoch keine Gefahr im Verzug, so dass die Katzen dort nicht zwangsweise zu entfernen sind. Die Versorgung der Tiere ist gesichert, der Tatbestand der Tierquälerei wurde nicht festgestellt und es handelt sich nach Auffassung des Veterinäramtes auch nicht um das Phänomen ,animal hoarding’ (Tiersammelsucht, d. R.). Der Lebensentwurf der Halterin ist seitens des Veterinäramtes nicht zu bewerten.“ Das Veterinäramt bestätigt auf diesem Wege eine bereits erfolgte Reduzierung der Anzahl der Tiere, die noch weiter sinken werde, wie Michael Fengler erklärte: „20 Tiere konnten bereits in neue Hände vermittelt werden. Die Zuchtgenehmigung der Halterin ist seit zwei Jahren ausgesetzt. Zwei freilaufende, noch nicht sterilisierte Katzen aus der Haltung sind in diesem Jahr jedoch wild gedeckt worden und haben noch einmal geworfen. Das Veterinäramt hat den Bestand zuletzt Ende Mai kontrolliert, die nächste Prüfung ist für die kommende Woche vorgesehen.“

Da kein gesetzlicher Rahmen für die Betreibung einer gewerblichen Katzenzucht existiere, sei das Tierschutzgesetz die Grundlage für die Arbeit des Veterinäramtes, das im Übrigen mit sehr vielen im Landkreis und darüber hinaus tätigen Tierschutzvereinen und Tierschützern pragmatisch und vertrauensvoll zusammenarbeite, „um Probleme im Tierschutz zielgerichtet zu lösen“.

Thomas Hoppe

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