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Wie der Rollator in den Bus kommt

Neubukow Wie der Rollator in den Bus kommt

Senioren mit rollender Gehhilfe waren gestern die Zielgruppe einer Aktion von Verkehrswacht und Rebus

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Ivonne Korittke (l.) von der Verkehrswacht Kühlungsborn hilft der Neubukower Seniorin Gisela Storch beim Aussteigen mit dem Rolaltor aus einem Niederflurbus.

Neubukow. Das Verkehrsunternehmen Rebus und die Verkehrswacht Kühlungsborn luden gestern Nachmittag gemeinsam zu einem „Rollatortraining“ auf dem Neubukower Marktplatz ein. Dazu fanden sich dann im Verlauf der eineinhalb Stunden sieben ältere Damen und Herren aus dem am Markt gelegenen Seniorentreff ein.

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Senioren mit rollender Gehhilfe waren gestern die Zielgruppe einer Aktion von Verkehrswacht und Rebus

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„Die Nähe zum Seniorentreff passt. Hätten wir das auf der anderen Seite am Rathaus gemacht, wäre vielleicht gar keiner gekommen. Da hätten die Senioren die B105 überqueren müssen“, erklärte Christian Betker von der Verkehrswacht. Für das Training mit der Gehhilfe wurden verschiedene Stationen bereitgestellt. Unübersehbar war dabei auf dem Markt der Linienbus des regionalen Busunternehmens. „Das ist ein Niederflurbus, wie er meistens in den viel befahrenen Linien in großen Städten zum Einsatz kommt“, stellte Busfahrer Tino Banneberg das Fahrzeug vor und ergänzte: „Noch fahren auch Busse mit höherem Boden, aber mittelfristig wird es im Linienverkehr nur noch Niederflurbusse geben.“

Wichtiges Merkmal dieses Bustyps ist die niedrige Einstiegshöhe und eine ausklappbare Rampe, über die dann Rollatoren oder Kinderwagen einfacher in den Bus gelangen. Das testeten dann vor Ort gleich einige Rentner mit ihren Rollatoren. Aber auch ohne Rampe wurden Ein- und Aussteigen geübt. „Aber wenn ich mit dem Bus von Neubukow nach Kühlungsborn will, muss ich in Rerik umsteigen. Da kann es dann sein, dass ein anderer Bus fährt, der diese Rampe für den Rollator nicht hat“, wusste Gisela Storch zu berichten.

Busfahrer Banneberg bestätigte die Angabe der 83-Jährigen, betonte aber: „Auch da werden Sie mit ihrem Rollator mitgenommen.“

Das sei leider nicht immer der Fall, nicht immer würden Fahrgäste mit Rollatoren mitgenommen, das hänge oft von der Bereitschaft und Freundlichkeit des Busfahrers ab, warf eine andere Seniorin aus der Gruppe ein. Fahrer Bannenberg räumte ein, dass der Bus auch mal so voll besetzt sein könne und schon Rollatoren oder Kinderwagen an Bord habe und deshalb keine weiteren reinpassten. Das seien aber seltene Ausnahmefälle.

Aber nicht nur das Ein- und Aussteigen mit der rollenden Gehhilfe wurde getestet. Eine kleine Fläche auf dem Marktpflaster neben dem Bus wurde als Slalomparcours abgesperrt. Auch hier drehten einige Senioren mit dem Rollator ihre Runden, gelegentlich unterstützt von einem Mitglied der Verkehrswacht. „Wir beobachten immer wieder, dass ältere Menschen ihren Rollator vor sich her schieben. Das aber ist schädlich für den Rücken und wird auf die Dauer auch zu schwer“, meinte Verkehrswächterin Ramona Both und demonstrierte, wie das rollende Gerät richtig zu handhaben ist. „Man muss mit dem Rollator gehen“, führte sie vor. An einer dritten Station wurde den Rentnern mit einer genau platzierten grünen Plane auf dem Boden anschaulich demonstriert, wie groß der als „toter Winkel“

bezeichnete Bereich neben dem Bus ist, in dem der Fahrer eines nach rechts abbiegenden Busses eine Person auf der Straße oder dem Gehweg nicht sehen kann.

Veranstaltungen dieser Art führen die Ehrenamtler der Verkehrswacht regelmäßig durch. Noch häufiger aber sind sie in Kindergärten und Schulen anzutreffen, wo es darauf ankommt, die Kinder für die täglichen Gefahren des Straßenverkehrs zu sensibilisieren.

Die Vorschulgruppen in den Kindergärten werden so mithilfe der Verkehrswacht auf den Schulweg vorbereitet.

„Wir haben allein im vergangenen Jahr 68 Veranstaltungen durchgeführt mit 2200 Beteiligten. Und wir könnten noch mehr machen, aber dazu brauchen wir noch mehr Mitstreiter, die bereit sind, einen Teil ihrer Freizeit zu opfern“, startete Ramona Both gleich einen Aufruf.

Kontakt: ☎ 01727806867

Verkehrswacht

In den gemeinnützigen Verkehrswacht-Organisationen in Mecklenburg-Vorpommern engagieren sich landesweit rund 600 Menschen, die meisten davon ehrenamtlich.

Vorrang hat die Prävention, um die Verkerssicherheit zu erhöhen. Zielgruppen sind dabei Kinder, Jugendliche und Erwachsene uhd zunehmend ältere Verkehrsteilnehmer.

Die Verkehrswacht Kühlungsborn wurde 2013 neu gegründet. In der Ortsgruppe, die ausschließlich ehrenamtlich besetzt ist, wirken auch Mitglieder aus anderen Orten der Region Bad Doberan mit.

Mitstreiter sind jederzeit willkommen.

Im Jahr 2015 führte die Verkehrswacht Kühlungsborn 68 Veranstaltungen mit 2200 Beteiligten durch.

Von Rolf Barkhorn

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