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Wo der Bürgermeister als Banker reitet

Kröpelin Wo der Bürgermeister als Banker reitet

Schmadebecker Pferdefan Rüdiger Kropp ist auch bei Jubiläums-Indianer-Show am Damerower See dabei

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Zu erreichen über die B 192, 12 km von Plau am See entfernt, heißt es unter www.apache-live-show.de

Kröpelin. Rüdiger Kropp spielt Doppelrollen: Im wahren Leben als amtierender Bürgermeister und Bauamtsleiter von Kröpelin, auf der Naturbühne am Damerower See als Banker und Kavallerist.

 

OZ-Bild

Rüdiger Kropp in Kavallerieuniform mit Bankerhut auf Avalon vor dem neuen Bühnenbild.

Quelle: privat

Auf einem Wanderritt hatte der Schmadebecker vor Jahren mit seiner Friesin „Inge Meysel“, wie er das damals schon in die Jahre gekommene Pferd Trixie nennt, als Zuschauer der dortigen Indianer-Show Station in Neu Damerow bei Goldberg gemacht.

Er durfte dann sogar in einem Tipi auf der Bühne übernachten. Dabei war der Freizeitreiter mit dem Profi-Indianerdarsteller Wolfgang Kring über dessen bevorstehende 20. Apachen-Stunt-Show unter dem Titel „Der mit den Pferden spricht“ ins Gespräch gekommen – und herzlich eingeladen worden: „Näh’ Dir ein paar gelbe Streifen an die Hose und dackle ein bisschen bei der Kavallerie mit rum“, soll der Apache Kring gesagt haben.

„Ich hatte nie daran gedacht, da mitspielen zu dürfen oder zu können“, meint heute Rüdiger Kropp, aber er traute sich damals die Rolle als Kavallerist schon zu.

Schließlich spielte er bei seiner Show-Premiere im Jahr 2011 sogar drei Rollen mit Text: „Kavallerie, in der Stadt jemand und Treckführer“. Der Mann und sein Pferd aus Schmadebeck gehören seitdem zum Ensemble: „Es ist immer sehr schön. Wir sind da rund 40 Leute, wohnen in Zelten und Wohnwagen in einem großen Camp und sind den ganzen Tag unterwegs – das ist Aktivurlaub für mich“, erzählt Rüdiger Kropp, der dort in einem kleinen Wohnwagen schläft.

Sein Pferd ist jetzt der Avalon, nachdem Trixie 2013 auf der Show-Bühne von Neu Damerow abgesattelt worden, also in den Pferderuhestand gegangen war.

„Avalon macht seine Sache schon sehr gut und ist mittlerweile auch schussfest, weil es da ganz schön knallt“, schätzt der Kavallerist Kropp ein. Das Galoppieren durch die Szene sei eigentlich ganz einfach, weil Pferde als Herdentiere sich an erfahrenen Artgenossen orientieren. Nur der Reiter muss sich eben im Sattel halten – was Rüdiger Kropp während einer Show einmal allerdings nicht gelang und so stürzte er dann in die Prärie.

Noch schmerzhafter war aber wohl eine beim Schmadebecker Dorffest gebrochene Kropp-Rippe, mit der er eine Woche nach dem Unfall beim Apachen anreiste: „Ich wollte das vertuschen, was aber nicht klappte, weil die Schmerzen so doll waren – eine kaputte Rippe schmerzt höllisch. Aber er hat mich trotzdem mitspielen lassen, nachdem ich im Krankenhaus bandagiert worden war.“

In der Show wird stets geritten, gestritten und geschossen. Mit oftmals originalen Waffen, die auf 9-Millimeter-Knallpatronen umgebaut worden sind. „Alles regulär, alles zulässig“, betont Rüdiger Kropp, der mittlerweile einen Colt Navy aus dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) und ein Winchester-Gewehr sein Eigen nennt.

Die Teile wird er wohl gerade in diesem Jahr im „Wilden Westen“ gut gebrauchen können, denn der Schmadebecker spielt in der Jubiläums-Show „Blutsbrüder“ wieder einen Kavalleristen und erstmals einen Banker, offenbar einen mächtigen. „Also der Sheriff und der Banker beherrschen die Stadt. Da kommt ein Mister Dawson daher, der am Öl interessiert ist und deshalb die Stadt übernehmen will. Natürlich sind ihm da die Indianer im Wege, die Stämme der Cheyenne und Lakota. Das ist die Geschichte, die Wolfgang Kring verfasst hat“, erläutert Darsteller Kropp. Die OZ-Frage nach deren Ausgang beantwortet er lächelnd: „Ja, man muss schon hinfahren. Es ist aber eine schöne Story, mit viel Action, viel Bewegung und viel Pyro, mit zwei Kanonen. Der Apache (Kring) springt auf seinem Pferd während der Show durch einen brennenden Ring. Zum ersten Mal zeigen wir auch ein ganz neues Bühnenbild. Zur Bühne gehören ein Tipi-Dorf, das Kavallerie-Fort, die City mit der Bank und dem Saloon. Vor der Bar hält in einer Szene ein Schäferhund für sein Herrchen den Platz frei.“

In seiner Rolle als Banker muss Rüdiger Kropp übrigens bei jeder Vorstellung eine Zigarre rauchen, obwohl er seit 1994 Nichtraucher sei. Da hustet der Banker eben gelegentlich. Das ist für die Zuschauer aus den Lautsprechern ohnehin nicht zu hören, denn alle Dialoge sind bereits aufgenommen und werden als Playback eingemischt. „Das ist auch gut beim Reiten“, sagt der Kavallerist für ein paar Sommerwochenenden.

Seine und die anderen Rollen werden alljährlich im Winter von Wolfgang Kring neu geschrieben. Seit 25 Jahren gibt es diese Indianer-Stunt-Sommershow bereits. Und der heute 65-jährige Kring, der stets eine Hauptrolle in seinen Stücken spielt, verantwortet auch das Bühnenbild, Kostüme sowie die Regie.

„Blutsbrüder“ auch heute und morgen

Die Show „Blutsbrüder“ auf der Naturbühne Neu Damerow beginnt am heutigen Samstag, dem 6. August, um 18 Uhr und morgen, am 7. August, bereits um 16 Uhr. Weitere Showtermine geben die Veranstalter für den 13. August ab 18 Uhr, für den 14. August ab 16 Uhr, für den 20. August ab 18 Uhr und für den 21. August ab 16 Uhr an.

Kartenvorbestellungen seien nicht nötig, es gebe sie ausreichend vor Ort, sagen die Veranstalter. Zudem seien genügend Sitz- sowie Parkplätze vorhanden. Gut wären Decken bzw. andere Sitzgelegenheiten für den Zuschauerhang. Von Sitzbänken und Sonnenschirmen wird abgeraten, da die Sicht anderer Gäste beeinträchtigt werde.

Thomas Hoppe

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