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Wunsch: Spielplatz statt Schandfleck

Neubukow Wunsch: Spielplatz statt Schandfleck

Die alte Kaufhalle in Neubukow steht seit 17 Jahren leer / Anwohner haben Ideen, wie es weitergehen könnte

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Schandfleck seit vielen Jahren: die alte Kaufhalle in Neubukow. Sie steht leer und der Investor unternimmt nichts.

Quelle: Fotos: Thomas Hoppe

Neubukow. „Ich habe schon Verbindung mit dem Bauamt des Landkreises aufgenommen, schicke da noch Fotos hin und dann werden wir sehen. Seit 17 Jahren steht die alte Kaufhalle (zwischen Fritz-Reuter-Ring und Wilhelm-Busch-Straße, d.R.) nun schon leer herum“, sagt der Neubukower Hans Raspe. Er betont noch, dass er sich dann nach Schwerin wenden werde, wenn vom Kreis nichts passieren sollte.

 

OZ-Bild

Nicole Saß und Andy Penzin würden sich für ihre Kinder einen nahen Spielplatz wünschen.

Quelle:

Ich habe schon Verbin-

dung mit dem Bauamt des Landkreises aufgenommen.“Hans Raspe, Neubukow

Mit seiner Stadtverwaltung in Neubukow ist der Mann offensichtlich unzufrieden. „Sie sind doch nicht in der Lage, dem Eigentümer gerichtlich Dampf zu machen“, meint er ärgerlich. Wenn die alte Halle dann endlich mal wegkomme, könne dort ein „schönes Parkhaus“ hin, sagt Hans Raspe und untersetzt diese Vorstellung mit dem Hinweis, dass er schon einige Leute gesprochen hätte, die hier ein Auto haben und sich darauf freuen würden, wenn sie ihr Gefährt im Trockenen hätten: „Ein Stellplatz 30 Euro, Chipkarte, zack geht die Schranke hoch....“ Das Gebäude könnte ja flach gebaut werden, damit es die Sicht der Anwohner nicht so einschränke, meint der Neubukower.

Unter den besagten Anwohnern gibt es jedoch noch ganz andere Ansichten. Schon vor Jahren war hier der OZ gegenüber vorgeschlagen worden, nach dem Abriss der alten Halle einen Teich mit Trauerweiden und Bänken anzulegen. Zu DDR-Zeiten sei die damalige Konsum-Kaufhalle ohnehin auf ein altes Wasserloch gebaut worden, hatte es damals geheißen.

Nach einer anderen Idee sollte das marode Gebäude saniert und zu einem Klubhaus für Kinder und Jugendliche werden. Damals hatte der Eigentümer am Telefon allerdings noch von einer „Cafeteria mit Kleinigkeiten und Zeitungen“ an dieser Stelle geträumt (OZ berichtete).

Seit Langem kehren allerdings nur einige Katzen an der alten Halle ein, meistens wenn eine Neubukowerin gerade die Schüsseln am extra platzierten Katzenbaum neben dem einstigen Halleneingang gefüllt hat. Demnächst soll hier noch ein großer Sandkasten etwas näher rücken, damit manche Anwohner ihren Willen bekommen. Sie fühlten sich von den spielenden Kindern gestört, die derzeit vor allem nachmittags dichter am Wohnblock buddeln. So erzählen es deren Eltern.

Apropos, einen kompletten Spielplatz, den würden sich Nicole Saß und Andy Penzin statt der Hallen-Ruine vor ihrem Aufgang, der Wilhelm-Busch-Straße 5, für ihre Kinder in der Zukunft schon wünschen.

„Das ist doch schon seit Jahren hier ein Schandfleck", sagt der 30-Jährige. Er ist Dachdecker von Beruf und kennt die Sondermüll-Probleme mit dem Wellasbest auf der alten Kaufhalle. „Das wäre wirklich schön, wenn der Spielplatz von da hinten (nahe des Garagenkomplexes an der Lindenstraße, d.R.) hierher käme“, betont Nicole Saß, die Mutter einer Achtjährigen sowie von anderthalbjährigen Zwillingen. „Gerade nach dem letzten Vorfall“, schickt die 25-jährige Hausfrau hinterher: „Da waren da hinten Betrunkene auf dem Spielplatz und sie ganz alleine... hier vorn hätte ich natürlich ein besseres Auge drauf.“ Jetzt würden die größeren Kinder an der Ruine spielen. „Sie klettern durch den Zaun, dahinten wo die ganzen Zacken sind. Die haben sie letztes Jahr hingestellt, wenn da ein Kind abgerutscht wäre...“, sagt Andy Penzin besorgt. Auch er wäre für einen ordentlichen Spielplatz hier. Seine Tochter ist anderthalb, das Söhnchen sieben Monate.

Und was sagt der Eigentümer dazu? Am Telefon ertönt seit Tagen nur immer wieder der Hinweis, der Angerufene werde per SMS informiert. Seit Jahren ist Veysel Tekin der Eigentümer. Doch er kümmert sich nicht um die Immobilie, ist man auch im Rathaus enttäuscht.

Thomas Hoppe

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