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Neubukower öffnen sich für syrische Flüchtlinge

Neubukow Neubukower öffnen sich für syrische Flüchtlinge

Ein Zeichen setzen wollten am Samstagabend die Mitglieder der Kirchengemeinde Neubukow und luden Anwohner und syrische Flüchtlinge zu einem „Tag der Begegnung“ ein.

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Mohammed aus Syrien erklärt Ria Crull, wo seine heimat ist. Der Junge ist mit seinem Cousin und seinem Onkel vor sechs Monaten nach Deutschland geflohen. Seine Eltern sind zurzeit in der Türkei.

Quelle: Katarina Sass

Neubukow. Ein Zeichen setzen wollten am Samstagabend die Mitglieder der Kirchengemeinde Neubukow und luden Anwohner und syrische Flüchtlinge zu einem „Tag der Begegnung“

Die Syrer sind es gewohnt zu arbeiten und wollen nicht zu Hause sitzen.“Ali Al-Egeli, Sozialarbeiter Doberan

ein. Gekommen waren rund 25 von ihnen plus etwa 20 Neubukower.

Der Saal ist voll. Auf den Stühlen am Rand sitzen Syrer neben Deutschen. Auch der zehnjährige Mohammed und sein gleichnamiger Cousin (11) sind mit ihrem Onkel gekommen. Etwas eingeschüchtert verfolgen sie das Geschehen. Ihr Schicksal ist bewegend, denn sie sind ohne ihre Eltern nach Deutschland geflohen und seit sechs Monaten in Neubukow. „Es ist ok hier, aber wir brauchen Mama und Papa“, sagt einer der beiden Jungs traurig. Ob es ihnen hier gefalle? Manche Menschen würden böse Dinge zu ihnen sagen, sagt er. Sozialarbeiter Ali Al-Egeli, der an diesem Abend als Übersetzer fungiert, kennt das Schicksal der beiden Minderjährigen und setzt sich unablässig für die Familienzusammenführung ein. In der Schule in Bad Doberan seien sie bereits auffällig geworden, sagt Al-Egeli. Die Gedanken der Jungs würden ständig um ihre Eltern kreisen, sie kommen nicht zur Ruhe.

Ihnen und den anderen Gästen ein Gefühl des Willkommens zu vermitteln, ist Ziel der Veranstaltung. „Wir wollen, dass sie sich hier wohlfühlen“, sagt Pastorin Margret Pörksen eingangs. Das gelingt gut, denn schon kurze Zeit später sind alle in Gespräche vertieft. Eine große Hilfe ist dabei nicht nur die Dolmetschertätigkeit von Al-Egeli, sondern auch die Handzettel. Allgemeine Fragen zur Herkunft, Beruf, Name, Alter und Glaube zu Gott sowohl auf deutsch als auch auf arabisch. Abgedruckt ist auch eine Karte von Syrien.„Den Rest macht die Verständigung mit Hand und Fuß“, sagt die Pastorin. Rita Crull aus Lehnenhof lässt sich von Mohammed und seinem Cousin unterrichten. „Ich bin sehr berührt, wie engagiert die Kinder sind mir ihre Kultur näherzubringen“, sagt sie. Hintergründe zur Geschichte und zur aktuellen politischen Situation in Syrien gab es zuvor von Wolfgang Boguslawski von der Hilfsorganisation für verfolgte Christen „Open Doors“. Er erläuterte Gründe für die Flucht der Syrer.

„Die Syrer sind es gewohnt zu arbeiten und wollen das auch hier. Sie wollen deutsch lernen und sich integrieren“, betonte Al-Egeli. Für sie sei der „Tag der Begegnung“ ein Zeichen, dass man sie mit offenen Armen empfange.

Nach wie vor hält der Zustrom an Flüchtlingen in den Landkreis an. In Neubukow leben zurzeit etwa 29 Flüchtlinge in kommunalen und privaten Wohnungen. Die Zahl variiert ständig. „Der Fachdienst Integration und Unterbringung des Landkreises prüft fortlaufend möglichen Wohnraum und bittet potentielle Vermieter auch weiterhin um Angebote“, so Kreissprecher Michael Fengler.

Kreis sucht weitere Unterkünfte

2750 Flüchtlinge leben aktuell im Landkreis Rostock. Etwa 25 sind es in Neubukow. Der Landkreis hat am 29. Februar die Unterkunft in Waldeck schließen müssen. Die Flüchtlinge sind nach Angaben des Landkreises auf andere Unterkünfte verteilt worden.

Der Fachdienst Integration und Unterbringung prüft fortlaufend möglichen Wohnraum für die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen und bittet potentielle Vermieter auch weiterhin um Angebote. Die Gemeinschaftsunterkünfte entstehen in Güstrow, die in Teterow und Jörnstorf sollen ausgebaut und erweitert werden.

Von Katarina Sass

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