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Neue Kita: Streit um höhere Kosten

Satow Neue Kita: Streit um höhere Kosten

Der Neubau in Hohen Luckow könnte mit gut 2,1 Millionen Euro fast doppelt so teuer werden wie ursprünglich geplant.

Satow. Satows Gemeindevertreter haben jetzt den Weg für einen Kita-Neubau in Hohen Luckow frei gemacht. Auf ihrer jüngsten Sitzung votierten die Abgeordneten mehrheitlich dafür, aus diversen Töpfen entsprechende Fördermittel einzuwerben – eine Grundvoraussetzung, um das millionenschwere Vorhaben überhaupt stemmen zu können.

 

OZ-Bild

2,1 Millionen Euro

könnte der Kita-Neubau in Hohen Luckow

insgesamt kosten.

Allein die

Erschließungskosten

belaufen sich auf rund 480 000 Euro.

Die Gemeinde

beantragt zum einen knapp 744 000 Euro aus dem Fördertopf zur Integrierten ländlichen Entwicklung (ILERL).

Dazu könnten

weitere 498 000 Euro als Sonderbedarfszuweisung durch das

Ministerium für Inneres und Europa kommen.

Denn das neue Zuhause für die „Kleinen Strolche“ hinter der Turnhalle wird nach aktuellem Stand gut 2,1 Millionen Euro kosten. „Bei genauerer Untersuchung der gegebenen Verhältnisse ist das Planungsbüro bei der Berechnung jetzt auf diese Summe gekommen“, sagte Satows Bauamtsleiter Detlef Brümmer: „Aufgrund der Lage entstehen allein Erschließungskosten von rund 480 000 Euro.“

Für Janó Siepel (Linke) nicht nachvollziehbar:   „Wenn wir gewusst hätten, dass nur die Erschließung so teuer wird, hätten vielleicht nicht alle für den Standort Hohen Luckow gestimmt.“ Meinte auch Reiner Burr von der Freien Wählergruppe Satow: „Wie kann es sein, dass sich die geschätzten Baukosten von 1,2 Millionen Euro jetzt fast verdoppeln – mir fehlt hier die Transparenz.“

Hintergrund: Nach vielen Unstimmigkeiten hatte der ursprüngliche Hauseigentümer den Mietvertrag mit der Volkssolidarität gekündigt, die Kita „Kleine Strolche“ muss sich kurzfristig eine neue Bleibe suchen. Um das neue Gebäude schon im kommenden Jahr fertig bauen zu können, mussten die grundsätzlichen Planungen auch mit Blick auf mögliche Fördermittel Ende August abgeschlossen sein. In einer lebhaften Debatte entschieden sich die Gemeindevertreter auf ihrer Sitzung Ende Juni schließlich für den Standort Hohen Luckow – und gegen die Variante in Groß Bölkow.

„Das steht hier heute auch gar nicht zur Disposition“, stellte Jürgen Gensch   klar: „Natürlich sind 2,1 Millionen Euro eine Riesen-Summe – aber aufgrund solider Finanzpolitik sind wir als Gemeinde in der Lage, eine solch sinnvolle Investition auch zu stemmen. Darauf können wir auch ein bisschen stolz sein.“ Darüber hinaus sei eine neue Kita in Hohen Luckow nur ein Anfang, so Gensch:

„Dahinter steckt ja ein großes Konzept, den Ortsteil insgesamt wieder mehr zu entwickeln – ich freue mich, dass die Geschichte jetzt verwirklicht wird.“

Ihm gebe es in der Beschlussvorlage noch zu viele unbekannte Aspekte, entgegnete Reiner Burr: „Hier ist etwa von einer ,moderaten Vergrößerung der Kapazität’ die Rede – was heißt das?“ Man sei gemeinsam mit der Volkssolidarität übereingekommen, in der neuen Kita eine weitere Gruppe aufzunehmen, erklärte Bürgermeister Matthias Drese (SDP): „In diesem Zusammenhang werden natürlich auch die Nebenräume etwas größer – das ist mit ,moderat’ gemeint.“ Im Übrigen sei es im Vorfeld nicht möglich gewesen, ein erforderliches Baugrund- Gutachten zu realisieren, machte Drese deutlich: „Auch das ist ein Grund für die unterschiedlichen Summen.“

Letztlich gaben die Abgeordneten für die Neubau-Pläne grünes Licht – die vorbereitenden Erschließungsmaßnahmen können noch in diesem Jahr beginnen. Dennoch habe er aus dem Prozedere eines gelernt, sagte Janó Siepel: „An solchen Hauruck-Aktionen wie im Juni werde ich mich nicht mehr beteiligen.“

Bei aller Kritik: „Ziel der Gemeinde ist es nach wie vor, dass die Kinder spätestens zum Ende kommenden Jahres in ihr neues Haus einziehen können“, erklärte Matthias Drese: „Deshalb waren diese Beschlüsse jetzt notwendig.“

Lennart Plottke

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