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Neues Beleuchtungskonzept: Rostock will Strom sparen

Rostock Neues Beleuchtungskonzept: Rostock will Strom sparen

1,6 Millionen Euro Energiekosten gehen jährlich auf Straßenlampen zurück / Bausenator will mehr LED-Technik und eine dynamische Lichtsteuerung einsetzen

Rostock. Zehn Gigawattstunden Energie verbraucht die Rostocker Straßenbeleuchtung jährlich und belastet dadurch die Stadtkasse mit 1,6 Millionen Euro Stromkosten im Jahr. Um das zu reduzieren und auch umweltbewusstere Wege zu gehen, plant die Stadt bereits an einer schrittweisen Umstellung der Beleuchtung. Dabei könnte LED-Technik eine große Rolle spielen, teilt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) mit. Heiko Tiburtius vom Tief- und Hafenbauamt ist da etwas anderer Meinung. Ein EU-Projekt könnte helfen.

„Aktuell haben wir noch 2600 von den alten Betonmasten. Abgesehen davon haben wir aber eine sehr moderne und energieeffiziente Beleuchtung in Rostock“, teilt Tief- und Hafenbauamt-Chef Heiko Tiburtius mit. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 gab es noch 6000 der jahrzehntealten Lampen. Nach und nach wurde modernisiert. „Überwiegend haben wir auf Natriumdampflampen umgestellt, was bisher das Beste ist, das es auf dem Markt gibt“, so Tiburtius.

Wenn es nach Bausenator Holger Matthäus (Grüne) geht, ginge das auch noch besser. „Wir stehen kurz vor der standardmäßigen Einführung der LED-Technik. Die Technik hat im wahrsten Sinne des Wortes Quantensprünge in den vergangenen zwei Jahren vollzogen, so dass wir uns im neuen Beleuchtungskonzept — wahrscheinlich 2017 — auch darauf orientieren werden“, so der Senator. Nachdem Anfang 2015 die bislang verwendeten Quecksilberhochdruckdampflampen als Leuchtmittel für Straßenlampen durch die EU-Richtlinie zur Energieeffizienz verboten wurden, habe die Stadt diese Leuchtmittel zu fast 100 Prozent ausgetauscht. Mit den orangenen Natriumdampflampen komme die Stadt nun auf etwa 100 Watt pro Leuchtpunkt, so der Senator. „Der Bundesdurchschnitt ist immer noch weit höher.“

Aber auch die Natriumlampen sind nach EU-Richtlinie noch verbesserungswürdig. Deshalb werde bereits jetzt bei jedem neuen Bebauungsplan die flächendeckende Einführung von LED-Lampen geprüft. „Dazu gibt es eine enge Abstimmung mit der Beleuchtungs GmbH bei den Stadtwerken und dem Tief- und Hafenbauamt“, so Matthäus. „LED-Technik im Öffentlichen Raum gibt es zur Zeit im Schwanenteichpark und in Toitenwinkel.“

Das Tief- und Hafenbauamt ist jedoch von den hochgelobten LEDs derzeit noch nicht überzeugt. Die modernen Lampen hätten einen vergleichsweise kleineren und nicht so effektiven Leuchtkegel. „Der eigentliche Vorteil der LED-Lampen geht dadurch verloren, dass sie dichter gesetzt werden und dadurch pro Fläche mehr Lampen gebaut werden müssen“, erklärt Tiburtius. Er räumt aber ein, dass sich die Technik in den nächsten Jahren durchaus noch verbessern könne. „Wegen des schwächeren Leuchtkegels haben wir sie bisher aber eher als Wegebeleuchtung und nicht an vierspurigen Straßen eingesetzt.“

Um im Alltag bei der Straßenbeleuchtung noch mehr Energie zu sparen, könnte laut Holger Matthäus aber noch mehr getan werden. Eine „Tageslicht abhängige Dimmung oder auch Reduzierung von Leuchtstärke in Nachtzeiten“ seien für das neue Beleuchtungskonzept ebenfalls im Gespräch. Auf Unterstützung bei dieser Planung hofft die Stadt nun durch ein EU-Projekt. „Um auch von internationalen Erfahrungen zu partizipieren, haben wir uns als Stadt zusammen mit den Stadtwerken entschieden, ab April 2016 beim EU-Projekt Dynamic Light mitzuarbeiten“, so der Umweltsenator.

Ziele dieses Projekts der Fachhochschule Wismar und elf weiterer Partner ist es, durch energieeffizientere Leuchtmittel und eine Dynamisierung des Lichts CO2-Emission zu reduzieren und Kosten zu senken. Sollte Rostock ins Programm aufgenommen werden, könnte auch eine Pilotanlage zu Lichtsteuerung in der Hansestadt entstehen. „Die Bewilligung steht Ende März an“, verrät Holger Matthäus. Bis März 2019 würde das Projekt laufen und über ein Gesamtbudget von 3,5 Millionen Euro verfügen. 250000 Euro kämen aus der Stadtkasse und zusätzlich 70000 Euro von den Stadtwerken.

 



Nele Reiber

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