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Nicht nur den Acker schwarz gekriegt

Neubukow Nicht nur den Acker schwarz gekriegt

Mehr als 800 Zuschauer: 19 Teilnehmer pflügten vor Neubukow mit Beet-, Dreh- und Gespannpflug um die Wette

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„Ganz schön warm heute“, sagt Enrico Bleck (24, r.). Er pflügt im Gespann mit seinem Cousin Hannes Bleck (19) und den Kaltblütern Erika und Nele.

Neubukow. „Ich finde das sehr schön, dass es diesen Pflügerwettbewerb schon so lange gibt. Also wirklich, dass das auch gepflegt wird“, lobt die 19-jährige Johanna Fuchs das 25. Leistungspflügen des Bad Doberaner Bauernverbandes und nennt einen gewichtigen Grund, warum sie als Auszubildende daran teilnimmt: „Das ist auch ein Ansporn, es richtig zu lernen. Wenn man nur pflügt, um den Acker schwarz zu kriegen, dann guckt man nicht so genau nach. Aber wenn man das richtig lernt, hilft das auch bei der Arbeit — um die Brüche rum und an den Gräben.

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Mehr als 800 Zuschauer: 19 Teilnehmer pflügten vor Neubukow mit Beet-, Dreh- und Gespannpflug um die Wette

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Es wird alles einfacher, wenn man es von Anfang an mal richtig gelernt hat“, sagt die junge Frau aus Nordrhein-Westfalen, die nach der Lehre in Rostock Agrarwissenschaften studieren möchte und steigt aus dem Deutz-Traktor des Hofs von Volker Bredenkamp.

Der Bastorfer Landwirt hatte als neuer Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Bad Doberan das Jubiläumspflügen vor den Toren Neubukows am Samstagvormittag eröffnet. „Wir erhalten uns damit eine Waffe im Kampf gegen Unkräuter“, unterstrich der Bauer die Notwendigkeit, dass hier das Wissen „von den alten Hasen an die Auszubildenden weitergegeben“ werde. Auch wenn es im Moment viele Mittel gegen Unkräuter gebe, könne man froh sein, wenn noch Leute existieren, die einen Pflug entsprechend einstellen und bedienen können.

„Die Regeln, nach denen wir hier pflügen, sind auf meinem Mist gewachsen“, erinnert Dr. Willi Ring aus Hoben bei Wismar, wo er seine 7,5 Hektar von einer Agrargenossenschaft beackern lässt. Er ist seit 25 Jahren der Hauptschiedsrichter beim Doberaner Pflügerwettbewerb und kommt deshalb umgehend mit Monika Berlik von der LMS-Agrarberatung dank eines Hubladers den Wolken ein Stück näher. Denn nachdem die Frau hier oben die grüne Startflagge gesetzt hat, beobachtet der Schiri das Pflügen der ersten Spaltfurchen.

„Ist das nicht schön, so über die Felder zu gucken. Das ist die Ernährung, das ist das, was unsere Menschen brauchen, hier rundum. Und das machen diese Leute, die bearbeiten das, die pflegen das, die ernten das — mit hoher Verantwortung“, sagt der 76-Jährige, der einst Landtechnik-Dozent in der Außenstelle Zierow der Fachschule Güstrow war, und zeigt auf die Pflüger, die ihre Maschinen in Gang setzen. Bis auf Yannik Hilpert (18). Der Auszubildende vom Gut Hohen Luckow hat zwar seinen Steyr-Traktor extra mit einer Orientierungs-Stange präpariert, um besser den Kurs halten zu können, aber sein Stützrad ist nicht ganz eingehakt und so geht der Pflug tiefer in die Erde, als vorgesehen. „Das wird aber erst mit bewertet, wenn sein Stopp 50 Prozent der geplanten Zeit überschreitet“, erklärt dazu Dr. Ring und gibt zu bedenken, dass sich hier acht junge Leute das erste Mal so einem Wettbewerb stellen: „Das ist schon sagenhaft“, freut er sich.

Yannik Hilpert, der ursprünglich aus dem Landkreis Fulda (Hessen) kommt, nennt den Wettbewerb dann auch anspruchsvoll. Ganz in der Nähe seiner Furchen blicken die Zwillinge Johann und Justus Schuldt (drei Jahre) aus Parkentin und ihr Retschower Kumpel Leo (16 Monate) auf die Leistung von Johanna Fuchs. „Sie haben auch ganz viele Traktoren zu Hause und kennen Claas und John Deere“, sagt Zwillingsmutti Evelin Schuldt, deren Mann Achim beim Hanstorfer Landbau arbeitet und ergänzt: „Hier ist es sehr angenehm, alles gut verteilt und es ist was für die Kinder.“

Unterhaltende Musik aus der Konserve kommt vom Midnight-Gitarristen Erik Cöster aus Groß Bölkow. Live sorgen die Güstrower Jagdhornbläser „Zur Grenzburg“ für Stimmung. Insgesamt sollen mehr als 800 Besucher das Geschehen auf dem Acker der Neubukower Agrargenossenschaft „Hellbach“ verfolgen, schätzt der rührige Geschäftsführer des Doberaner Bauernverbandes und Cheforganisator des Wettbewerbs, Detlef Lindemann, ein.

Und Jan Büge vom Landtechnikverein Jennewitz freut sich angesichts dieser Besucher, „dass sich die Leute immer wieder doch ein bisschen für die Landwirtschaft interessieren.“ Man sollte wahrnehmen, welchen Wert die Landwirtschaft in MV hat, anerkennen, was die Bauern jeden Tag leisten: „Dass sie nämlich morgens nicht aufstehen, um Tiere zu quälen und den Acker zu vergiften, sondern um uns alle zu ernähren“, sagt dazu der Staatssekretär aus dem Schweriner Landwirtschaftsministerium, Dr. Peter Sanftleben. Dann überreichen Jean Weiß, der Amtsleiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg, der Präsident des Landesbauernverbandes Detlef Kurreck und der Chef des Kreisbauernverbandes,Volker Bredenkamp, die Urkunden.

Die ersten drei Plätze belegten im Drehpflügen: 1. Christian Woronowicz (Ulrich Sefzat, Klein Stove), 2. Mathias Severin (Gut Dummerstorf), 3. Till Söhnholz (Gut Schmatzin GbR); im Beetpflügen: 1. Heiko Hardt (Neubukow), 2. Christopher Schriefer (Russower Landbau), 3. Nico Alt (Neubukow); allein bei den Azubis: 1. Till Söhnholz (Schmatzin), 2. Niclas Reichwein (Gut Hohen Luckow), 3. Nico Alt (Neubukow) und im Pferdepflügen: 1. Erich Prüter (Dummerstorf), zwei 2. Peter Kautz (Weitendorf) und Enrico Bleck (Malpendorf).

Von Thomas Hoppe

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