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Notfallrettung in Gefahr: Bald Versorgungslücken in Region?

Bad Doberan Notfallrettung in Gefahr: Bald Versorgungslücken in Region?

Kreistag beschließt Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Rettungsdienst / Leiter Ralf-Peter Odebrecht besorgt über mögliche Versicherungspflicht für Honorarnotärzte

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Rettungswagen mit Blaulicht sind täglich im Landkreis Rostock unterwegs. 35 706 Einsätze zählte der Eigenbetrieb Rettungsdienste des Landkreises Rostock im vergangenen Jahr. Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa

Bad Doberan. Ob Hilfe bei einem Unfall oder der Notruf eines Verletzten — die Notfallrettung rund um Bad Doberan ist gefährdet. Durch das Ausweichen der derzeitigen Honorarnotärzte in andere Bundesländer könnten im schlimmsten Fall Versorgungslücken im notärztlichen Bereich auftreten. Das teilt Ralf-Peter Odebrecht, Leiter des Eigenbetriebs Rettungsdienst im Landkreis Rostock, in seinem Vorbericht zum Wirtschaftsplan 2016 mit. Diesen haben die Kreistagsmitglieder in ihrer gestrigen Sitzung in Bad Doberan beschlossen.

Hintergrund für die Gefährdung ist eine Entscheidung der Deutschen Rentenversicherung, die inzwischen in zahlreichen Fällen die Tätigkeit von Honorarnotärzten im Rettungsdienst als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung beurteilt hat. „Das beobachten wir mit großer Sorge“, sagt Ralf-Peter Odebrecht. Einige Mediziner arbeiten nebenbei als Notarzt auf Honorarbasis. Zu erwarten sei laut Odebrecht, dass durch die fehlende Motivation, ein zweites versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis einzugehen, Versorgungslücken auftreten könnten.

Besonders irritierten Entscheidungen der Landessozialgerichte. Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern folgen der Auffassung der Rentenversicherung, dagegen stehen Entscheidungen anderer Gerichte, die anders urteilten. „Wir halten es für geboten, dass die abweichende Rechtssprechung möglichst zügig zusammengeführt wird“, sagt Ralf-Peter Odebrecht. Sollte die Versicherungspflicht umgesetzt werden, muss der Eigenbetrieb mit Mehrkosten beim Personal in Höhe von rund 300 000 Euro rechnen.

Insgesamt drei Hilfsdienste sind im Landkreis Rostock am Boden im Einsatz: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit den Kreisverbänden Bad Doberan und Güstrow, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) mit dem Kreisverband Bad Doberan und dem Ortsverband Güstrow sowie die Ambulanz Millich gGmbH. Die Standorte des DRK-Kreisverbandes Bad Doberan, des ASB-Kreisverbandes Bad Doberans sowie der Notarztstandort Altkalen sind mit Honorarnotärzten abgesichert. Die Versorgung des Landkreises Rostock mit notärztlichen Versorgungen sieht der Leiter des Eigenbetriebs als Herausforderung der Zukunft an.

Der Eigenbetrieb Rettungsdienst zählte im vergangenen Jahr 35706 Einsätze. 663 mehr als noch 2014. Für dieses Jahr sind unter anderem Investitionen in Höhe von 176500 Euro für die Einführung des digitalen Sprach- und Datenfunkes notwendig. Zudem soll für 100 000 Euro ein neues Fahrzeug angeschafft werden. Dieses ist bei Einsätzen notwendig, „bei denen es zu einem erhöhten Aufkommen von Betroffenen und Verletzen kommt und ein Einsatz von leitenden Notärzten und organisatorischen Leitern Rettungsdienst notwendig wird“, erläutert Odebrecht. Zudem diene es als Ersatzfahrzeug.

Mehr Einsätze in 2015

35706 Einsätze zählte der Eigenbetrieb Rettungsdienste des Landkreises Rostock im vergangenen Jahr. Damit waren die Rettungswagen und Hubschrauber mehr im Landkreis Rostock unterwegs als noch 2014. In dem Jahr zählte der Eigenbetrieb 35046 abrechenbare Einsätze.

8 Notarzteinsatzfahrzeuge , davon ein Notarzteinsatzhubschrauber sind im Landkreis Rostock einsatzbereit. Hinzu kommen 15 Rettungstransportwagen, ein Rettungstransporthubschrauber, vier Mehrzweckfahrzeuge und sechs Krankentransportwagen. Ein weiteres Fahrzeug soll angeschafft werden.

Von Anja Levien

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