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Nun doch: Schifffahrtsamt will Stadthafen ausbaggern

Rostock Nun doch: Schifffahrtsamt will Stadthafen ausbaggern

Bis zum Stadtjubiläum soll die ursprüngliche Wassertiefe im Hafenbecken wiederhergestellt sein / Eine Deponie für das Baggergut fehlt jedoch noch

Rostock. Aufatmen für die Beteiligten der Hanse Sail. Der Stadthafen Rostock soll ausgebaggert werden – und zwar das erste Mal seit rund 25 Jahren. Das bestätigte nun das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund (WSA). „Es ist wirklich höchste Eisenbahn“, betont Amtsleiter Holger Brydda. Wann genau die Arbeiten beginnen, sei noch unklar. „Unser Ziel ist es, das Hafenbecken bis zum Stadtjubiläum 2018 auf Vordermann zu bringen.“

Hanse Sail-Chef Holger Bellgardt ist erleichtert: „Wir begrüßen die geplanten Maßnahmen an der Bundeswasserstraße Warnow ausdrücklich.“ Das Amt habe eine gute Entscheidung getroffen. „Dadurch werden die Rahmenbedingungen für die Hanse Sail verbessert – beziehungsweise endlich wieder hergestellt“, so Bellgardt.

Seit einigen Jahren versandet der Schauort des größten Volksfestes in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend. Laut Seekarte soll der Stadthafen in Abstufungen eine Tiefe von sechs bis sieben Metern haben.

Doch durch die Ansammlung von Sand und Schlick ist die Wassertiefe deutlich geringer.

Erste Einschränkungen gab es daher schon 2015. Die „Stettin“ durfte im vergangenen Jahr nicht im Stadthafen anlegen. Und auch zur diesjährigen Hanse Sail muss sie nach Marienehe ausweichen. Der Dampf-Eisbrecher hat einen Tiefgang von rund 5,50 Metern. Nach den Anweisungen des WSA dürfen jedoch nur noch Schiffe bis höchstens fünf Metern Tiefe in das Hafenbecken einfahren.

„Wir müssen unbedingt baggern“, sagt Gisbert Ruhnke, Leiter des Rostocker Hafenamtes. Denn Probleme gebe es auch bereits mit größeren Segelschiffen. „Wir haben außerdem Angebote von kleinen Kreuzfahrtreedereien“, gibt der Hafenkapitän zu bedenken. Ohne die ursprünglichen Tiefgänge, sei diese Zusammenarbeit nicht umzusetzen.

Warum das WSA erst jetzt eingreife, habe wirtschaftliche Gründe. Amtsleiter Brydda erklärt: „Unabhängig von der Bedeutung der Hanse Sail für Rostock, findet das Ereignis nur einmal im Jahr statt und die Einschränkungen sind bislang gering.“ Wirtschaftlich habe der Stadthafen nun einmal keine große Bedeutung mehr. Doch nach den Untersuchungen habe man festgestellt, dass die Versandung tatsächlich erheblich sei. „Es war jetzt ein Schulterschluss mit der Hansestadt, nach der Hanse Sail loszulegen“, kommentiert Brydda.

Denn Rostock habe großes Interesse an der Schiffbarkeit der Warnow als Bundeswasserstraße, betont Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). „Für uns und die Attraktivität unserer Stadt zählt da jedes Jahr.“ Methling freue sich daher, dass das WSA die Belange der Hansestadt, insbesondere rund um Hanse Sail und Kreuzschifffahrt, aufgenommen und, dass der Bund dafür Mittel bereitgestellt habe.

Wie teuer die Ausbaggerung genau wird, könne das WSA nicht einschätzen. „Wir konnten nicht klären, wie und wo wir das Baggergut lagern“, sagt Holger Brydda. Bisher ging man von einem Kostenaufwand von rund 1,3 Millionen Euro aus. Doch die Suche nach einem geeigneten Lagerort sei aufwendig und die Kosten unüberschaubar.

Zwar bestehe derzeit das Angebot der Stadt, die Mudde kostenlose auf den kommunalen Spülfeldern aufzunehmen, doch nach ersten Untersuchen sei das laut Brydde nicht möglich. „Durch die Schiffe hat sich Dreck im Bereich des Stadthafens abgelagert, so dass der schwarze, feinkörnige Schlamm gesondert deponiert werden muss“, erklärt der WSA-Chef. Damit entspreche es nicht den Anforderungen der kommunalen Spülfelder. Derzeit laufen jedoch noch weitere Untersuchungen, die endgültig die Beschaffenheit des Baggerguts klären sollen.

Johanna Hegermann

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