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Pendlern droht chaotischer Herbst

Schutow/Sievershagen Pendlern droht chaotischer Herbst

Ab heute wird die B 105 am Schutower Kreuz saniert / Händler fürchten Einbußen / Autofahrer sollen A 20 nutzen

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Für die Möbelhändler ist der Zeitpunkt der Arbeiten denkbar schlecht.“Claus Ruhe Madsen, Inhaber Möbel Wikinger

Schutow/Sievershagen. Auf den Straßen im Rostocker Westen droht ein heißer Herbst: Denn heute startet rund um das Schutower Kreuz das größte Straßenbau

OZ-Bild

Ab heute wird die B 105 am Schutower Kreuz saniert / Händler fürchten Einbußen / Autofahrer sollen A 20 nutzen

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Projekt des Jahres. Die B 105 – eine der meist befahrenen Trassen in ganz MV – wird zwischen dem Kreuz und Sievershagen komplett saniert. „Eine Vollsperrung konnten wir zwar vermeiden, aber Autofahrer müssen dennoch mit Behinderungen rechnen“, sagt selbst Ralf Sendrowski, Leiter des zuständigen Straßenbauamtes in Stralsund. Das Hauptproblem: Auch auf den Ausweichrouten wird gebaut. Der Tannenweg ist seit einem Jahr wegen Bauarbeiten gesperrt und auch an der Strecke über Lütten Klein wird noch gebaut. Der ADAC empfiehlt deshalb allen Pendlern, über die A 20 auszuweichen – ein Umweg von mindestens 20 Kilometern.

„Wir hätten den Autofahrern das gerne erspart. Aber wir müssen an der B 105 etwas tun“, sagt Sendrowski. Die Straße sei in einem desolaten Zustand. „Die Flickenteppiche auf der Fahrbahn sind dafür doch der beste Beweis. Unseren Straßenmeistern gelingt es kaum noch, die Strecke überhaupt befahrbar zu halten.“ Vor dem Winter soll deshalb die Fahrbahndecke erneuert werden: „Wenn wir das nicht machen, fliegt uns die B 105 in der kalten Jahreszeit um die Ohren. Die Folge wären dann Tempo-Limits und Einschränkungen. Das ist keine Alternative.“ 1,2 Millionen Euro an Bundesmitteln will Sendrowski deshalb bis Ende Oktober verbauen. „Wir arbeiten sogar an den Wochenenden. Das ist zwar teurer, aber wir wollen die Maßnahme durchziehen – damit die Behinderung schnell vorbei ist“, sagt der Amtsleiter. Statt insgesamt vier Spuren stehen in der Bauzeit nur noch zwei zur Verfügung – eine stadteinwärts, eine ins Umland.

Dass die Maßnahme sein muss – daran gibt es keine Zweifel. Auch nicht beim Automobilclub ADAC: „Rostock investiert zu wenig Geld in seine Straßen. Wenn das Land jetzt etwas unternimmt, dann ist das erstmal eine gute Nachricht“, sagt Carsten Willms, Verkehrsexperte beim ADAC Hansa in Hamburg. Dass die Pendler nun über die Autobahn ausweichen sollen – ja, das sei eine „harte Nummer“. „Aber bei solchen Baumaßnahmen müssen Kompromisse immer sein.“ Auch die Händler in Schutow begrüßen, dass die B 105 endlich saniert wird – nur der Zeitpunkt passt vielen Unternehmen gar nicht. „Wir haben den Zeitpunkt mit der Hansestadt abgesprochen. Dem Rathaus war wichtig, dass wir nicht in der Ferienzeit und auch nicht zu den Großveranstaltungen wie der Hanse Sail bauen“, sagt Straßenbauamtschef Sendrowski. An die Geschäfte hat die Stadt aber offenbar nicht gedacht: „Wir sind zwar über die Arbeiten informiert worden, aber ob uns der Zeitpunkt passt, hat keiner gefragt“, sagt Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock und zugleich Inhaber von Möbel Wikinger in Schutow. Der Herbst jedenfalls sei für die Möbelhändler – für Madsen, aber auch Poco und Ikea – die falsche Zeit: „Für unsere Branche ist jetzt die Hauptsaison.“

Die Informationspolitik der Ämter sei – sowohl den Händlern, als auch den Kunden gegenüber – absolut mangelhaft gewesen, kritisiert Jörg Bänder, Geschäftsführer des „Bike Markets“. „Aber das Wichtigste für uns ist, dass alle Geschäfte auch während der Bauarbeiten zu erreichen sind. Die Messestraße von Evershagen nach Schutow ist jedenfalls frei.“ Auch Christian Czada, Vize-Chef bei Bauhaus, ist „sehr unglücklich“ über die Bauarbeiten: „Uns hätte die Maßnahme im April oder Mai aber härter getroffen.“ Ikea-Niederlassungsleiter Christopher Burman hat sich für Stau-geplagte Kunden eine kleine Entschädigung einfallen lassen: „Wir laden die Erwachsenen im Bistro auf ein Getränke und die Kinder auf ein Softeis ein.“

Heiko Tirburtius, Leiter des Amtes für Straßenanlagen in Rostock, empfiehlt Pendlern, einen Bogen um das Schutower Kreuz zu machen: „Fahren Sie besser außen rum. Die Nebenstrecken werden auch voll sein.“ Oder: „Nutzen Sie Busse und Bahnen.“

Kreuz schon heute dicht

1,2 Millionen Euro soll die Sanierung der Bundesstraße 105 zwischen dem Schutower Kreuz und Sievershagen kosten. Die Mittel stammen vom Bund.

39 Tage sollen die Arbeiten insgesamt dauern. Laut Planungen des Straßenbauamtes soll die B 105 ab dem 25. Oktober wieder komplett freigegeben werden.

Seit gestern Nachmittag sind die

Auf- und Abfahrten am Schutower Kreuz gesperrt. Das Kreuz wird erst Montag um 5 Uhr morgens wieder voll befahrbar sein.

Andreas Meyer

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