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„Pflegebienchen“ schenken Zeit und erhalten Preis

Bad Doberan „Pflegebienchen“ schenken Zeit und erhalten Preis

Tagespflege Am Buchenberg durch Sozialministerium geehrt / Konzept für an Demenz Erkrankte gewürdigt

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Marlies Miller (l.), Leiterin Carolin Kords (M.) und Elke Melz (r.) mit Tagesgästen der „Pflegebienchen“.

Quelle: Renate Peter

Bad Doberan. Die Tagespflege Am Buchenberg „Pflegebienchen“ erreichte den 3. Platz des Altenpflegepreises für ihr Projekt „Zeitschenken“. Im Rahmen des Altenpflegekongresses in Rostock wurde der Doberaner Einrichtung die Auszeichnung durch Landes-Sozialministerin Birgit Hesse überreicht. Stolz zeigt die Leiterin der Einrichtung, Carolin Kords, die Ehrenurkunde und den Scheck über 500 Euro. „Bis zum 30. Juni konnten wir uns bewerben. Unter 13 Teilnehmern erreichten wir den dritten Platz“, freut sich die 33-Jährige.

„Behutsam und einfühlsam auf die Gäste eingehen. Denn das Herz wird nicht dement.“Carolin Kords, Leiterin „Pflegebienchen“

2010 hatte die Tagespflege in der Villa am Parkentiner Weg eröffnet. Schnell stellten die Pflegekräfte fest, dass immer mehr Menschen desorientiert sind, ihre Emotionen nicht verarbeiten können. 2012 entdeckte die Tagespflege die Validation als ein Konzept für sich – für ihre Tagesgäste und Menschen in der ambulanten Pflege. „Wir wollen unseren Gästen dadurch besondere Zeit schenken“, sagt Carolin Kords. „Validieren als eine besondere Art der Kommunikation bedeutet, dem verwirrten dementen Menschen mit Wertschätzung zu begegnen, sich auf seine Welt einzulassen und ihn somit zu stärken, ihm Sicherheit und Annahme zu vermitteln. Die Mitarbeiter schenken auf diese Weise besonders intensive Zeit. Kommunizieren können bedeutet, sich mit anderen auszutauschen, sich und andere zu fühlen und zu verstehen, unsere Welt in ihrer Vielfalt und Tiefe zu erkennen“, heißt es in der Bewerbung der Einrichtung.

Die Freisetzung von Ressourcen beim Denken und Erinnern, die Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens, das Vermitteln von Wertschätzung, die Bewahrung der Würde und Stärkung des Selbstwertgefühls sowie die Reduzierung des Rückzugs und somit eines sozialen Todes sind Ziele des Konzepts. „Wir gehen einfühlend auf die Menschen ein, auf ihre emotionale Lage und ihre Bedürfnisse. Wir reagieren auf ihre unbewältigten Lebensereignisse“, erklärt Dr. Elke Melz. Die Soziologin ist externe Mitarbeiterin der Tagespflege für die Validation der Gäste aber auch die Betreuung der Angehörigen. Elke Melz, die Pflegefachkraft Kerstin Jebautzke sowie die Pflegeassistentin Marlies Miller haben sich 2013 in Validation ausbilden lassen. Naomi Feil, die US-amerikanische Gerontologin, hatte die Methode für den Umgang mit dementen oder verwirrten, alten Menschen über ein halbes Jahrhundert lang entwickelt. Ziel sei es, so Elke Melz, dass die an Demenz erkrankten Menschen ruhiger werden, weniger Medikamente einnehmen müssen, dass es zu ihnen keine Konfrontation geben muss. Räumliche und zeitliche Voraussetzungen für Validation ist gegeben. Es gibt Rückzugsmöglichkeiten für ungestörte Einzel- und Gruppenvalidationen. Bereits in der Ausbildung machten die drei Mitarbeiterinnen gute Erfahrungen mit der Methode. Einzel- und Gruppenvalidation wird angewandt. Die drei ausgebildeten Mitarbeiterinnen vermitteln ihr Wissen auch den anderen Pflegerinnen. Acht Betreuungs- und Pflegekräfte arbeiten bei den „Pflegebienchen“.

16 Tagesgäste kommen am Tag in die Einrichtung, insgesamt sind es 30. Nicht alle kommen jeden Tag. Etwa zwei Drittel der Betreuten leiden in irgendeiner Form an Demenz, sagt Carolin Kords. Deshalb habe man auch mit der Angehörigenarbeit in Gruppen begonnen. Es gehe darum, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, die Angehörigen zu informieren und Probleme aufzuarbeiten“, so die Leiterin der Einrichtung.

„Wir spüren die Veränderungen bei den Tagesgästen und bei uns Mitarbeitern. Wir beobachten mehr Lebendigkeit bei den Tagesgästen. Die Begegnungen aufgrund validierender Kommunikation bescheren uns freudige Momente“, heißt es im Resümee des Konzeptes. Das Sozialministerium hat das überzeugt.

Renate Peter

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