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Pflegedienst plant Millionen-Projekt

Retschow Pflegedienst plant Millionen-Projekt

In Retschow entsteht eine Seniorenwohnanlage / Angebote für hilfebedürftige Senioren und Gemeinde

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Mit dem Abriss der Alten Schule im Kirchweg soll im Oktober begonnen werden. Hier entsteht eine Seniorenwohnanlage.

Quelle: Fotos: Katarina Sass

Retschow. Er ist eigenen Angaben zufolge einer der ersten Pflegedienste, die Senioren auf dem Land ansprechen wollen. Der in Doberan ansässige Pflegedienst „Ostsee“ baut in Retschow eine Seniorenwohnanlage mit Tagesstätte, Wohnungen, Garten und Saunen. Es ist ein Millionen-Projekt.

 

OZ-Bild

Wir bieten Wohnen mit Service an. Jeder bestimmt selbst.“ Dr. Dieter Kögler

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Den Plan, in Retschow zu bauen, hatten Dieter Kögler und seine Frau Angela schon vor zwei Jahren. Sie haben den Pflegedienst „Ostsee“ vor acht Jahren gegründet. „Bislang hat sich kaum ein Pflegedienst getraut aufs Land zu gehen“, erklärt der Retschower. Dabei sei der Bedarf enorm. Senioren, die seit Jahrzehnten im Dorf leben, möglicherweise nur noch einen Raum in ihrem Haus bewohnen und die auf Hilfe angewiesen sind, wollen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Das Ehepaar will ihnen mit einem Umzug in die Seniorenwohnanlage ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben ermöglichen. Mit dem Standort der Alten Schule im Kirchweg laufen sie offene Türen in der Gemeindevertretung ein. Das bis 2006 als Schule und bis März 2016 als Wohnhaus genutzte Gebäude soll abgerissen werden. Bis Mai planten sie in Zusammenarbeit mit einem Berliner Architekturbüro den Bau eines lang gestreckten Hauses, doch das lehnte die zuständige Behörde im Landkreis ab – zu groß.

Seitdem hat Dieter Kögler gemeinsam mit einem neuen Architektenbüro aus Doberan das Konzept überarbeitet. „Wir haben die Gemeinde gefragt, ob wir das nebenstehende Grundstück mit dem alten Heizhaus übernehmen können.“ Die Gemeinde gab grünes Licht.

Nun plant Kögler auf dem nun knapp 4000 Quadratmeter großen Grundstück zwei Häuser. Von der Größe und der Art passen sie in die Umgebung der Nachbargebäude. Zwei Etagen und ein Dachgeschoss. Im vorderen Gebäude wird im Erdgeschoss die Tagesstätte untergebracht mit vielfältigen Angeboten für Senioren, aber auch Therapieräumen. „Wir wollen den alten Schulgarten nutzen und Gartentherapie anbieten“, so Kögler. Dieses Angebot richte sich beispielsweise an Demenzerkrankte, die durch die Beschäftigung mit den Pflanzen ihre verloren gegangenen Sinne und Fähigkeiten aktivieren können. Bis zu 25 Tagesgäste können hier eines Tages betreut werden, sagt Kögler.

In beiden Gebäuden entstehen im Ober- sowie im Dachgeschoss insgesamt 22 Wohnungen, für die bereits 16 Anmeldungen vorliegen. „Aber es ist kein betreutes Wohnen“, betont Kögler und nennt es „Wohnen mit Service“, weil die Bewohner selbstverständlich die Angebote der Tagesstätte sowie die Therapieangebote nutzen dürfen – aber nicht müssen. Das zweite ähnlich gestaltete Haus wird ein Gesundheitszentrum beherbergen – mit einer Sporthalle, Saunen und einem Sanitärtrakt. Köglers Vorstellungen gehen aber noch weiter: Er will die Gemeinde integrieren und einen kulturellen Anlaufpunkt schaffen. Die Sporthalle könne auch von den Kindergartenkindern oder Sportgruppen genutzt werden. Und im ersten Gebäude könne nach der Schließzeit der Tagesstätte ein separater Raum als Begegnungsstätte genutzt werden. „Dort soll auch eine kleine Museumsecke mit Erinnerungsstücken aus der alten Schule entstehen“, verrät er. Unter anderem ein Klassenbuch aus dem 19. Jahrhundert. Für die komplette Entwicklung der Seniorenwohnanlage rechnet er mit einer Investitionssumme im Millionenbereich.

Für das überarbeitete Konzept hat Kögler mit den Architekten eine Bauvoranfrage an den Landkreis gestellt. Wird sie positiv beschieden, wird der Kaufprozess eingeleitet. Bereits im Oktober soll mit dem Abriss begonnen werden.

Katarina Sass

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