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Pilotprojekt auf der „Frieda 23“: Stadtwerke setzen auf Solarstrom

Rostock Pilotprojekt auf der „Frieda 23“: Stadtwerke setzen auf Solarstrom

190 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage in Betrieb genommen – die erste des Stromversorgers im öffentlichen Raum / Weitere Anlagen sollen folgen

Rostock. Die Stadtwerke Rostock gehen einen Schritt in Richtung sauberer Energie: Ihre neue Solaranlage auf der „Frieda 23“ ist die erste außerhalb des eigenen Geländes und dient als Pilotprojekt für mehr Anlagen. Die Stadtwerke möchte mit ihr herausfinden, wie zukünftige Solar-Konzepte in der Stadt aussehen könnten. Gestern haben Ute Römer, Vorstand der Stadtwerke und Sven Ehrecke, Vorstand des „Frieda“-Trägers Karo gAG, die Anlage in Betrieb genommen.

Sie sei ein Ergebnis der Partnerschaft zwischen Stadtwerke und der Karo, sagt Ute Ute Römer. Sie freue sich, einen kleinen Beitrag zur Energiewende leisten zu können. Denn trotz des bedeckten Himmels – wie bei der Inbetriebnahme – speist die Anlage Strom ins Netz.

150 Module haben Stadtwerke und „Frieda 23“ auf dem Dach installieren lassen – 190 Quadratmeter Fläche in Richtung Süden ausgerichtet. Laut Stadtwerke könnte man damit zehn Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen. Der erzeugte Strom soll aber einen Teil des Energiebedarfs der „Frieda 23“ decken. Der größere Anteil fließt in das Netz der Stadtwerke. So spart das Kunstzentrum nicht nur Strom, sondern verdient auch etwas damit.

Laut Bundesnetzagentur wird der meiste Rostocker Solarstrom zurzeit in Warnemündeerzeugt. Mehr als sechs Millionen Kilowattstunden (kWh) Energie wurde dort 2014 erzeugt. Mit einigem Abstand folgt Reutershagen mit mehr als drei Millionen kWh. Der meiste saubere Strom wird aber mit Windkraft erzeugt.

„Die Anlage hilft uns betriebswirtschaftlich“, sagt Vorstand Ehrecke. Die Nachhaltigkeit der neuen Dachnutzung passe gut zu „Frieda“, sagt er.

32,2 kW kann die Anlage auf der „Frieda 23“ erzeugen – unter optimalen Bedingungen. Thomas Schneider, Pressesprecher der Stadtwerke: „Reale Werte gibt es noch nicht.“ Was die Solaranlage gekostet hat, damit hält sich der Energieversorger bedeckt. Man gehe davon aus, dass man die Anlagenleistung mit 1500 Euro multiplizieren müsse, sagt Mario Ludewig, der bei der Stadtwerke für die Planung verantwortlich war. Bei einer Leistung von 32,2 kW wären das mehr als 48000 Euro – ohne die Stahlkonstruktion für die Statik.

Nun beginne die Testphase, sagt Ute Römer. Mit der ersten Anlage im öffentlichen Raum möchte die Stadtwerke erste Erfahrungen mit Modulen auf Dächern sammeln, die nicht zur Stadtwerke gehören.

Lediglich zwei Gebäude in städtischer Hand haben eine Solaranlage: Die Plus-Energie-Schule in Reutershagen und die Zweifeldsporthalle in Warnemünde. Denn nicht auf jedem Dach ist es möglich, Strom durch Sonne zu erzeugen. Häufig sei es „mit der Statik häufig schwierig“. Entsprechende Baumaßnahmen könnten eine Wirtschaftlichkeit kippen, so Ludewig.

Strom aus der Sonne

Die Energie des Lichts wird durch

eine Solaranlage umgewandelt und

so zu elektrischer Energie. Dazu ist

eine Solarzelle nötig, die aus Silicium besteht.

Das physikalische Prinzip hinter

der Fotovoltaik ist der photoelektrische Effekt, bei dem Elektroden aus

einer Oberfläche gelöst werden,

die von Licht getroffen wird.

Thermische Solaranlagen machen

die Wärme des Sonnenlichts nutzbar. Sie kann für das Erhitzen von Wasser oder zum Heizen genutzt werden.

Philip Schülermann

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