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Polarium kommt – aber „Fiete“ geht

Rostock Polarium kommt – aber „Fiete“ geht

Der Zoo stellte die Pläne für die neue Eisbärenanlage vor / Land fördert das Zehn-Millionen-Projekt zu 90 Prozent

Rostock. Wird ein Haus abgerissen und neu gebaut, müssen die Bewohner erst einmal raus. So ist es auch im Rostocker Zoo: Nach den Herbstferien verlassen die drei Eisbären – darunter Publikumsliebling „Fiete“ – Rostock, dann beginnt der Abriss der historischen Bärenburg im Zoo. Sie wird ersetzt durch das neue Polarium. Gestern wurden die ersten Pläne für das knapp zehn Millionen Euro teure Projekt vorgestellt, das im Frühjahr 2018 fertig sein soll. „Weltklasse“ versprechen die Planer.

Zum Polarium gehören eine große Anlage für die Eisbären mit einem einsehbaren Tauchbecken und ein Pinguin-Freigehege. Dazu entsteht ein Besucherzentrum, das über polare Lebensräume und ihre Bewohner informiert. Zoodirektor Udo Nagel konnte gestern gar nicht genug Dankesworte finden, in Richtung Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) und vor allem Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

„Wir fördern mit 90 Prozent“, erklärt Glawe, vor allem wegen der touristischen Bedeutung. Eine solche Unterstützung sei nicht alltäglich. „Wir konnten uns dem Werben nicht entziehen. Macht was draus“, sagt Harry Glawe, als er die ersten 130000 Euro für die Planung übergab.

Udo Nagel ist zuversichtlich angesichts der Planer, die die europaweite Ausschreibung gewannen. Das Ausstellungskonzept wird von Dan Pearlman Architektur-Büro aus Berlin umgesetzt. Die Generalplanung liegt in den Händen der Hamburger Arbeitsgemeinschaft „Pol-Position“, die sich aus der Zooquariumdesign GmbH und Pinck Ingenieure Consulting zusammensetzt. „Das Konzept und der multiprofessionelle Ansatz des Generalplaners sowie die weltweiten Referenzen haben uns überzeugt", freut sich Zoodirektor Udo Nagel, dass so renommierte Partner gewonnen werden konnte.

Zooquariumdesign hat in den vergangenen zehn Jahren weltweit Anlagen entwickelt und gebaut. So war das Unternehmen beispielsweise am Arktik-Pavillon im Moskauer Zoo, beim neuen Eisbärengehege im Wiener Tiergarten Schönbrunn oder am „Eismeer“ bei Hagenbeck in Hamburg beteiligt. Eine „Weltklasseanlage“ verspricht Architekt Sezai Candan, den Besuchern des Zoos.

Wegen der langen Rostocker Tradition in der Eisbärenhaltung sei die Aufgabe eine besondere Herausforderung, sagt er. Architekt Candan kennt die generelle Kritik an der Eisbären-Haltung in Tiergärten. „Die Anlage wird mit ihren Dimensionen zukunftsweisend sein“, hält er dagegen. Seine Maxime bei allen bisherigen Zoo-Projekten weltweit: „Das Leitbild der Gestaltung ist die Natur.

Den Tieren muss es gut gehen.“ Es gehe auch um die Verantwortung, „die Überlebenschancen der Könige der Arktis in freier Natur wieder zu verbessern“, erklärt Zoodirektor Nagel.

Wohin die drei Rostocker Eisbären ab November gebracht werden, kann Kuratorin Antje Zimmermann noch nicht sagen. Der 2014 geborene „Fiete“ kehrt ganz sicher nicht zurück. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir ,Vilma’ zurückbekommen“, sagt sie. Auch die schon betagtere „Vienna“ werde wahrscheinlich eine der Bewohnerinnen im neuen Polarium sein – in Nachbarschaft mit 35 Pinguinen.

Thomas Niebuhr

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