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Altes Stahlbad: Stadt lehnt Wettbüro ab

Bad Doberan Altes Stahlbad: Stadt lehnt Wettbüro ab

Investor ist gesprächsbereit – wenn Doberan den Bebauungsplan bezahlt

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Nicht mehr viel übrig: Vom früheren Stahlbad in Bad Doberan existieren heute nur noch Ruinen.

Quelle: Foto: Frank Söllner

Bad Doberan. Rückschlag für Investor David Corleis und seine Stahlbad-Pläne: Doberans Stadtvertreter haben jetzt einem Wettbüro im denkmalgeschützten Gebäude mit deutlicher Mehrheit eine Absage erteilt. „Es gab ein neues Votum der Ausschüsse“, erklärte der amtierende Bürgermeister Norbert Sass (parteilos) auf der jüngsten Sitzung. „Die haben den Punkt ,Wettbüro’ kritisch gesehen – deshalb wurde er auch im Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gestrichen.“

OZ-Bild

Investor ist gesprächsbereit – wenn Doberan den Bebauungsplan bezahlt

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3

Millionen Euro

will David Corleis auf dem fast 20 800

Quadratmeter großen Grundstück des alten Stahlbades investieren. Rund 500 000 Euro

hat der Investor

bereits für den Kauf

des Grundstücks,

die Sicherung

und vorbereitende

Maßnahmen

ausgegeben.

Die eigentlichen

Baumaßnahmen

werden voraussichtlich rund 2,5 Millionen

Euro kosten.

Corleis plant an der Bahnhofstraße für rund drei Millionen Euro ein Drei-Sterne-Hotel, Wellnessbereich sowie Restaurant. Und eigentlich auch eine Spielhalle (die OZ berichtete). Doch nachdem Kollisionen mit dem „Gesetz zur Ausführung des Glücksspielstaatsvertrages“ befürchtet worden waren, hatten sich Planer und Stadt Mitte Januar darauf geeinigt, in die Aufstellung den abgemilderten Passus ,Wettbüro’ hineinzunehmen – damit die Planungen weitergehen können.

„Ein Etiketten-Schwindel“, meinte Stadtvertreter Guido Lex (UDI). „Das hätte auch der Verwaltung von Anfang an klar sein müssen.“ Denn Corleis habe deutlich gemacht, dass er eine Spielhalle benötige, um das Vorhaben betriebswirtschaftlich stemmen zu können: „Und für eine Spielhalle braucht man einen großen Saal, ein Wettbüro kann man auch in einem kleinen Raum einrichten.“

Auch Fraktionskollege Hannes Roggelin wunderte sich über die „180-Grad-Drehung“: „Es gab Gespräche, Versammlungen, Erklärungen – warum wurde jetzt plötzlich auf das Wettbüro verzichtet?“ An sich sei der Vorschlag des Investors legitim, betonte Norbert Sass: „Aber auch ein Wettbüro unterliegt erheblichen gesetzlichen Vorgaben – nach weiteren Gesprächen und Verfahren ist deutlich geworden, dass solch eine Einrichtung hier eben doch nicht möglich ist.“

Es sei jetzt an David Corleis, sich zum geänderten Beschluss zu äußern, sagte Sass: „Die Frage ist, ob der Investor bereit ist, unter diesen Bedingungen das Vorhaben gemeinsam mit der Stadt umzusetzen.“ Grundsätzlich schon, erklärte Corleis: „Voraussetzung ist, dass die Stadt das komplette B-Plan-Verfahren selbst bezahlt. Dann mache ich da alles – von mir aus auch noch einen Bäcker.“

Denn er sehe nicht ein, rund 100 000 Euro für einen Plan auszugeben, „in dem nicht mehr viel von dem steht, was ich ursprünglich wollte“, machte der Investor deutlich.

Im Übrigen hätte er sich von den „Damen und Herren“ mehr Ehrlichkeit gewünscht, so Corleis: „Die ganze Zeit hat man sich am zu geringen Abstand der Spielhalle zum Gymnasium aufgerieben – ich weiß

nicht, was jetzt an einem Wettbüro illegal sein soll.“ Die Kommunikation sei einfach mangelhaft, ärgerte sich Jochen Arenz (fraktionslos): „Man kann eigentlich erwarten, dass sich der Investor für den Verlauf des Verfahrens interessiert – doch der Gesprächsfaden ist in den vergangenen Wochen total abgerissen.“ Ein Einwand, den Corleis so nicht stehen lassen wollte: „Die Ausschuss-Mitglieder haben alle meine Handynummer – und vom jüngsten Sitzungs-Termin habe ich auch nur aus der Zeitung erfahren.“ Es bestehe jetzt dringender Gesprächsbedarf, meinte auch Norbert Sass.

Trotz aller Kontroversen: „Auch mit der geänderten Beschlussfassung kann man ganz viel aus dem Gelände machen“, ist Jochen Arenz überzeugt. Demnach sollen die denkmalgeschützten Bestandsgebäude des alten Stahlbades „im Sinne der kur- und kulturhistorisch geprägten Bedeutung des Areals entwickelt werden“.

Als Nutzungsarten sieht der B-Plan hier unter Erhalt der historischen Gebäude-Formen etwa ein Hotel, Gastronomie, ein Sondergebiet für Sport und Freizeit sowie – als neuen Punkt – Anlagen für gesundheitliche Zwecke vor. „Optimal an diesem bedeutsamen Standort“, meinte Norbert Sass. „Da sind dann sicher auch Synergie-Effekte mit der Moorbad-Klinik möglich.“

Lennart Plottke

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