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Bäderverband: Münsterstadt kann Heilbad bleiben

Bad Doberan Bäderverband: Münsterstadt kann Heilbad bleiben

Debatte entbrannte nach Badearzt-Eklat / Doberan sieht sich auf gutem Weg

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Heilbad: Dafür muss die Stadt Voraussetzungen erfüllen. Das tut sie nicht aus jedermanns Sicht.

Quelle: Foto: Katarina Sass

Bad Doberan. Die Münsterstadt ist ein Heilbad. Der Landesbäderverband, der die Einhaltung der Kriterien kontrolliert, sieht keinen Grund der Aberkennung. Die Stadt bringt in diesem Jahr viele Maßnahmen auf den Weg, die den Status weiterhin rechtfertigen. Für den Seeheilbad-Status von Heiligendamm ist dagegen keine Lösung in Sicht.

 

OZ-Bild

Der Heilwald ist zu weit weg von der Innenstadt.Dr. Stephan Vick, Chefarzt Moorbad

Eine Diskussion über den Status Bad Doberans brachte vor allem Dr. Georg Stroka ins Rollen, der seinen Titel als Badearzt zurückgab und die Stadt in einem Schreiben massiv kritisierte. Seiner Meinung nach fehle es an passenden Angeboten für Kurgäste. Unter anderem sei es zu laut (die OZ berichtete). Zudem seien das Moorbad und die Median-Klinik Heiligendamm keine Kurkliniken im eigentlichen Sinne, obwohl diese für die Behandlungen der Kurpatienten zuständig sind. Stroka zufolge verdiene die Stadt den Status Heilbad nicht.

Norbert Sass, amtierender Bürgermeister, sieht das anders. Im Jahr 2000 ist der Titel zum wiederholten Male für weitere 30 Jahre verliehen worden. „Das ist ein ganz kompliziertes Anerkennungsverfahren. Wir haben die Kriterien alle erfüllt. Es gab damals aber auch Bedingungen und Auflagen, an denen wir arbeiten“, sagt Sass. „Wir haben kein Interesse daran, den Status zu verlieren.“ Deshalb hat die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht. Einer der vielen und seit Jahren immer wieder angesprochenen Punkte: Die Verkehrsberuhigung der Innenstadt, die auch in kurzer Zeit umgesetzt wird (die OZ berichtete). „Das trägt auf jeden Fall zur Lärmreduzierung bei und kommt den Kurgästen zugute.“ In der Bahnhofstraße könne die Stadt jedoch nichts machen. Sie liegt laut Straßenbaurecht außerhalb der Ortschaft und ist damit Landessache. Mehr als Tempo 30 ist auf der Strecke vorbei am Moorbad nicht zu machen. Der Kamp soll noch 2017 attraktiver werden und zum Erholen einladen. Und Sass bringt auch den Heilwald ins Spiel, wenn es um Angebote für Kurgäste geht. Also genügend Gründe, die Doberan als Heilbad rechtfertigen. Oder?

Dr. Stephan Vick, Chefarzt des Moorbades, stimmt zwar zu. „Die Stadt tut schon viel“, sagt er. Dennoch: „Der Heilwald ist zu weit weg von der Innenstadt, nur für unsere Patienten und die des Krankenhauses ist er sehr schön nutzbar“. Doch er vermisse mehr kulturelle Angebote wie Kurkonzerte. Das Moorbad zahle für jeden Patienten Kurtaxe, da sei auch die Stadt gefordert, entsprechende Angebote vorzuhalten. Noch seien es zu wenige. Doch die Bedingungen für ein Heilbad erfülle Doberan allemal.

Marianne Düsterhöft ist die Vorsitzende des Landesbäderverbandes. Gemeinsam mit dem Ministerium hat der Verband Kriterien für Kurorte erarbeitet. Von Dr. Georg Strokas Entscheidung wisse sie. „Aber Doberan erfüllt alle Voraussetzungen für ein Heilbad“, sagt sie. Von einer Aberkennung könne keine Rede sein. Zwar obliegt diese Entscheidung dem Wirtschaftsministerium. Aber die Einhaltung der Kriterien kontrolliert der Verband. Zu den Themen Lärm und fehlende Angebote für Kurpatienten hat sie eine klare Auffassung: „Laut ist nicht gleich laut. Das ist ein subjektives Empfinden.“ Und was die Kurgäste an Veranstaltungen mögen oder nicht – sprich: Kurkonzerte oder das Familienfest auf dem Kamp – sei ebenfalls subjektiv. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Doberan nicht so aufgestellt ist, wie Heilbäder in den alten Bundesländern. Dort sind Kurgäste ein viel größerer Wirtschaftsfaktor“, sagt Marianne Düsterhöft.

Kritischer ist es mit Heiligendamms Untertitel Seeheilbad. Die Voraussetzung – aufbereitetes Ostseewasser in der Wanne einer Einrichtung – ist seit Jahren nicht mehr gewährleistet. Kurios: Auch die Therapie durch Eisbaden in der Ostsee, was in der Median-Klinik sehr wohl angeboten wird, zählt nicht. „Aber wir als Stadt können da nichts machen“, sagt Sass. Man sei aber sowohl im Gespräch mit der Median-Klinik als auch mit dem Grand Hotel. Eine Überlegung sei aber, ob das Prädikat „Ältestes deutsches Seebad“ nicht gleichwertig sei. Heiligendamm werbe seit Jahren erfolgreich damit.

Katarina Sass

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